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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.03.2011

Svetlana Velmar-Jankovic - Lagum
Jana Muschick

Als Gast auf der Leipziger Buchmesse 2011 präsentiert Serbien eine seiner bedeutendsten Autorinnen, die mit ihrem Bestseller "Lagum" 2003 die serbische Literatur eroberte.



Vom Jetzt ins Jetzt

Die achtzigjährige Milica Pavlovic erinnert sich im "Jetzt" des Jahres 1984 in Belgrad an ihre vergangenen "Jetzt" im und nach dem Zweiten Weltkrieg. Bevor Deutschland seinen Schatten über Europa senkte, lebten Milica und Dusan Pavlovic glücklich und unbeschwert. Als Angehörige des gehobenen Bürgertums führten sie ein luxuriöses Leben mit ihren Kindern im Herzen Belgrads. Milicas Mann ist Professor für Moderne Kunst und ein angesehener Kritiker zeitgenössischer Malerei. Sie selbst unterrichtet an einem Jungengymnasium und ist vollkommen erfüllt von ihrer Rolle als Mutter, Frau und Lehrerin. Doch als der Krieg kommt, verändert sich ihr Leben schlagartig.

Serbien und seine Kinder werden vom Großreich Jugoslawien annektiert

Die osteuropäische Großmacht unter der Führung der UdSSR vereinte während des Zweiten Weltkriegs viele Völker unter der Herrschaft des Partisanenführers Tito. Serbien wurde zu einer der sechs Teil-Republiken Jugoslawiens. Die Autorin Svetlana Velmar-Jankovic verarbeitet literarisch, welche politischen Umwälzungen Belgrad und ihre intellektuelle Elite vernichteten. Die Protagonistin Milica erzählt in dem Roman von ihren Versuchen, sich den Verhältnissen anzupassen und, vor allem, zu begreifen, wie Menschen, die sie vorher geachtet und geehrt hatten, jetzt nur noch grausam und respektlos sein können.

Einsamkeit

Dusan Pavlovic hatte schon während des Krieges durch Verhandlungen mit den Deutschen versucht, möglichst viele Menschen vor der Deportation zu bewahren. Doch seine Unternehmungen werden als Verrat am eigenen Land betrachtet - er wird festgenommen und verurteilt. Milica muss danach in einem enteigneten Haushalt und geächtet als Frau eines Denunzianten versuchen, sich selbst und ihre Kinder am Leben zu erhalten. Und während sie den Nationalsozialisten wegen ihrer Brutalität stets Verachtung entgegenbrachte, kann sie sich auch einem Reich unter Tito nicht anschließen, denn die Lügen der Sieger bereiten ihr Übelkeit.

In einer Sprache, die schonungslos vom Zerbrechen an der Geschichte erzählt, steht diese zarte Frau, verschließt sich vor der Außenwelt in ihr Inneres und erlebt so doch glasklar, wie sich durch die neue Zeit auch die Menschen und ihre Sprache verändern. In Vor- und Rückblenden schildert Milica ein Leben, in dem allein die kleinen Freuden zählen, eine Zeit voller Kälte und Tristheit, in der die Revolution ihre eigenen Kinder frisst, eine Zeit, die bewirkt, dass der ehemalige Hauswart und die Ziehtochter zu RevolutionärInnen werden.

Zur Autorin: Svetlana Velmar-Jankovic wurde 1933 in Belgrad geboren und zählt zu den einflussreichsten serbischen AutorInnen unserer Zeit. Sie war viele Jahre lang Lektorin und Herausgeberin in verschiedenen Verlagen und hat mehrere Romane und Erzählungen, ein Theaterstück und ein Kinderbuch veröffentlicht.

AVIVA-Tipp: "Lagum" zeigt ein Serbien und ein Belgrad des Leids und der Trauer. In den Erfahrungen der Protagonistin Milica Pavlovic spiegelt sich das Denken, Fühlen und Handeln einer Generation, die alles verloren hat, in einer Stadt, die bis heute nicht zu alter Pracht und Größe zurückgefunden hat.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Im serbischen Programm der diesjährigen Buchmesse in Leipzig präsentieren 40 AutorInnen rund 30 Titel. Werke namhafter serbischer SchriftstellerInnen wie Svetlana Velmar-Jankoviæ werden vorgestellt. Bora Æosiæ (Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2002) und David Albahari sowie junge NachwuchsautorInnen lesen am serbischen Messestand und in der Leipziger Innenstadt.

Serbien als Schwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse 2011

Svetlana Velmar-Jankovic
Lagum

ÜbersetzerInnen: Mirjana und Klaus Wittmann
"Lagum"
Edition Büchergilde, erschienen September 2003
Hardcover, 288 Seiten
ISBN-13: 3-936428-14x
16,90 Euro

Literatur Beitrag vom 18.03.2011 Jana Muschick 

   




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