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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 29.04.2011

Meir Shalev - Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger
Britta Leudolph

In seinem neuen Roman erzählt Meir Shalev die Geschichte seiner Großmutter Tonia und deren ominösen Staubsauger, "Sweeper" genannt, den ihr dereinst ihr wohlhabender Schwager Jeschajahu...



... aus dem fernen, dekadenten Amerika schickte, um seinen Bruder Aaron damit vor den Kopf zu stoßen.

Das Verhältnis der Brüder kann mit gutem Gewissen als zerrüttet bezeichnet werden, niemals würde Aaron Jeschajahu verzeihen, dass dieser in Amerika ein "business" gegründet und unter Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse zu Geld gekommen war, ein doppelter Verräter, weil er weder Sozialist noch Zionist geworden ist. Aber von vorn:

Tonia, eine kleine, rundliche Frau mit unbändigem Willen und einer gehörigen Portion Sturheit ausgestattet, ist im Zuge der dritten Alija in den 1920er Jahren in das britische Mandatsgebiet Palästina eingewandert. Ihr Mann Aaron, vierzehn Jahre älter als Tonia, war mit der zweiten Alija ins Land gekommen. Gemeinsam leben sie in Nahalal, ein kleiner Ort in der Jesreel-Ebene, ein Fleckchen Erde, das entweder sehr staubig oder sehr schlammig ist. Die Beziehung zwischen Aaron und Tonia ist schwierig und wird auch nicht dadurch begünstigt, dass Aaron in schwierigen Situationen zur Flucht neigt.

Doch der größte Feind Tonias ist ein anderer: Schmutz. Ihr ausgeprägter Putzfimmel ist eine Bürde für die ganze Familie: selbst ihre Töchter lässt sie erst zur Schule gehen, wenn der Boden blitzblank gewischt ist: "[...] Großmutter Tonia war erst zufrieden, wenn das Putzwasser, das mit dem Lappen aufgenommen und in den Eimer gewrungen wurde, völlig sauber und klar war. Und um sicherzustellen, dass es das war, prüfte sie "gut-gut" nach: Sie schöpfte mit der hohlen Hand Wasser aus dem Eimer und ließ es gegen das Licht wieder hineinrinnen. War das Wasser nicht richtig klar, mussten ihre Töchter den Boden erneut schrubben, das Wasser wieder und wieder wechseln, es wieder mit dem Lappen aufnehmen und diesen wieder auswringen." Aber das ist nicht alles: Das Haus der schrulligen Tonia darf nicht von Gästen betreten werden und einige Zimmer sind selbst für Familienmitglieder verschlossen, zu groß ist die Gefahr, dass Schmutz hineingetragen wird, eine Vorstellung, die Tonia einfach nicht ertragen kann. Zu allem Unglück ist ihr selbst der "Sweeper " keine Hilfe, denn er birgt ein schmutziges Geheimnis.

Zum Autor: Meir Shalev Meir Shalev wurde 1948 in Nahalal in der Jesreel-Ebene geboren. Er studierte Psychologie und arbeitete viele Jahre als Journalist, Radio- und Fernsehmoderator. Inzwischen ist er einer der bekanntesten und beliebtesten israelischen Romanciers. 2006 erhielt er für sein Gesamtwerk den Brenner Prize, die höchste literarische Auszeichnung in Israel. Meir Shalev schreibt regelmäßig Kolumnen für die Tageszeitung Yedioth Ahronoth. Neben seinen Romanen für Erwachsene schreibt er auch Kinderbücher. Er lebt mit seiner Familie in Jerusalem und in Nord-Israel. Meir Shalev ist der Cousin von Zeruya Shalev, Autorin von "Liebesleben", "Späte Familie", "Mamas liebster Junge". (Quelle: Verlagsinformation, AVIVA-Berlin)

AVIVA-Tipp: Meir Shalev erzählt nicht nur die Geschichte von Tonia und dem amerikanischen "Sweeper", sondern auch von den Mühen der frühen jüdischen Einwanderer nach Palästina, von ihren Hoffnungen und Ideologien. Mit viel Liebe und Humor beschreibt er die vielen Streitereien in seiner Familie, eine Familie in der viele Geschichten erzählt werden, die widersprüchlich sind und oft so abstrus, dass sie einfach wahr sein müssen. Meir Shalev ist ein begnadeter Geschichtenerzähler mit einem wunderbaren Gespür für Kleinigkeiten, die eine richtig gute Geschichte ausmachen.

Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauer
Meir Shalev

Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Diogenes Verlag, erschienen Februar 2011
Originaltitel: "Ha-davar haja kacha"
Hardcover Leinen, 280 Seiten
ISBN 978-3-257-06779-8
20,90 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Fontanelle von Meir Shalev


Literatur Beitrag vom 29.04.2011 Britta Leudolph 

   




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