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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.05.2011

Sahra Wagenknecht - Freiheit statt Sozialismus
Britta Leudolph

Die Politikerin entwickelt eine Vision von einer alternativen Wirtschaftsform, der des "kreativen Sozialismus". Er soll zu einer gerechteren Verteilung des Wohlstands, mehr Arbeit ...



... und Innovation f├╝hren.

Das Wort "Sozialismus" ist sp├Ątestens mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zum Schimpfwort geworden. Planwirtschaft gilt weithin als Hindernis f├╝r kreatives und innovatives Wirtschaften. Dabei wird in der ├Âffentlichen Debatte zumeist der real existierende Sozialismus mit dem Konzept des Sozialismus gleichgesetzt, jede ├äu├čerung, die auf eine sozialistische oder kommunistische Ordnung als Alternative zur derzeitigen Wirtschaftsform verweist, wird von konservativen Kreisen bald schon hysterisch nieder geschrien.

Sahra Wagenknecht scheut sich dennoch nicht, laut ├╝ber eine andere Variante des Wirtschaftens nachzudenken.
Bei der Betrachtung der derzeitigen Wirtschaftsordnung f├Ąllt auf, dass der Wohlstand in der Gesellschaft sehr ungleich verteilt ist: "1960 besa├čen 1,7 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik 70 Prozent des gesamten gewerblichen Produktivverm├Âgens. Ende der Sechziger waren es bereits 74 Prozent. Mindestens so viel sind es bis heute geblieben [...]".

Im Unterschied zur jungen Bundesrepublik wird heute ein betr├Ąchtlicher Teil des Bruttoinlandsproduktes vom Finanzsektor erwirtschaftet. Das hat jedoch nicht dazu gef├╝hrt, dass Banken Unternehmen mehr Kredite f├╝r Innovationen zur Verf├╝gung stellen, das Gegenteil ist der Fall. Immer h├Ąufiger entscheiden sich Privatbanken f├╝r kurzfristige Investitionen, oft auch f├╝r Kredite an andere Banken. Dies gilt insbesondere f├╝r die gro├čen Privatbanken und noch mehr f├╝r die 5 Investmentbanken J.P.Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Barclays Group und die Deutsche Bank, nicht aber f├╝r den Sektor der Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

In der Realwirtschaft haben sich in den letzten 40 Jahren erhebliche Ver├Ąnderungen ergeben: "Die 500 gro├čen Weltkonzerne kontrollieren mittlerweile etwa die H├Ąlfte der globalen Wirtschaftsleistung. Zwei Drittel des Welthandels werden von diesen Konzernen und zwischen ihnen abgewickelt." Gerade f├╝r diese gro├čen Konzerne werden schnelle Profite im Finanzsektor immer interessanter, die gute Quartalbilanz ist wichtiger, als langfristig zu investieren und echte Werte zu schaffen.

Diese Prozesse haben starke Auswirkungen auf die Gesellschaft: Die letzte durch Spekulationen hervorgerufene Wirtschaftskrise hat unz├Ąhlige Menschen arbeitslos gemacht, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hat f├╝r noch mehr Unsicherheit gesorgt. Auch die Verteilung der L├Âhne ist in den letzten 20 Jahren in eine enorme Schieflage geraten: W├Ąhrend FinanzjongleurInnen Millionenprofite einstrichen, mussten ArbeiterInnen und Angestellte erhebliche Lohneinbu├čen hinnehmen. Was ist das f├╝r eine Gesellschaft, die ZockerInnen belohnt und Menschen bestraft, die Werte schaffen? Oder um mit dem Kabarettisten Volker Pispers zu fragen: "Wenn morgen entweder alle Unternehmensberater, Investmentbanker und Aktienanalysten tot umfielen oder aber alle Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehrleute und Altenpfleger ÔÇô wen w├╝rden Sie mehr vermissen?"

Zur Autorin: Sahra Wagenknecht wurde 1969 in Jena geboren. Ab 1990 studierte sie an den Universit├Ąten Jena, Berlin sowie Groningen Philosophie und Neuere Deutsche Literatur. 2005 begann sie mit ihrer Arbeit an einer Dissertation mit dem Thema "The Limits of Choice. Saving Decisions and Basic Needs in Developed Countries" im Fach Volkswirtschaftslehre. Wagenknecht ist stellvertretene Parteivorsitzende der PDS. Weitere Infos und Kontakt: www.sahra-wagenknecht.de

AVIVA-Tipp: Sahra Wagenknecht stellt der derzeitigen Wirtschaftsform, die darauf beruht, an die "unsichtbare" regulative Hand zu glauben, die auf dem Markt alles regelt, das Konzept des "Kreativen Sozialismus" entgegen. Sie beruft sich dabei auf die Ideen, die in Europa kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Wirtschaftspolitik bestimmten: "Aus der Erfahrung des Missbrauchs von Wirtschaftsmacht zur Beseitigung der der Demokratie und zur Installierung der blutigen Nazi-Diktatur resultierte die breite Auffassung, dass wirtschaftliche Machtbastionen in Zukunft nicht mehr privaten Eigent├╝mern ├╝berlassen werden d├╝rfen." Sie pl├Ądiert unter anderem f├╝r MitarbeiterInnenbeteiligungen, fordert eine radikale Verm├Âgenssteuer und eine leistungsgerechte Bezahlung.
Die Autorin analysiert die heute kapitalistische Wirtschaftsform in ihren wichtigsten Sektoren, dabei argumentiert sie mitunter polemisch, der Kern ihrer Aussagen kann dabei jedoch kaum bezweifelt werden.

Sahra Wagenknecht
Freiheit statt Kapitalismus. Wie wir zu mehr Arbeit, Innovation und Gerechtigkeit kommen

Eichborn Verlag, erschienen im Mai 2011
Gebunden, 368 Seiten
ISBN 978-3-8218-6546-1
19,95 Euro

Literatur Beitrag vom 15.05.2011 Britta Leudolph 

   




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