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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.07.2011

Kim Edwards - See der Träume
Lisa Ihle

In ihrem neuen Roman erzählt die Bestsellerautorin die bewegende Geschichte zweier junger, starker Frauen, die sich nie begegnen konnten, deren Leben aber auf das Engste miteinander verknüpft sind.



Im Mittelpunkt des Romans steht die 29jährige Weltenbummlerin Lucy Jarett. Nach über zwei Jahren kehrt die studierte Hydrologin in ihren Heimatort, The Lake of Dreams, zurück, in der Hoffnung, ihre kriselnde Beziehung und schleppende Arbeitssuche zumindest für kurze Zeit hinter sich lassen zu können. Doch anstelle der ersehnten Entspannung macht sie durch einen Zufall den Fund von Briefen, geschrieben von Rose Jarrett, einer 1895 geborenen Frauenrechtskämpferin und ihr bis dahin unbekannten Verwandten.

Auch das Wiedersehen mit ihrer alten Jugendliebe verhindert das Aufkommen von Erholung, muss sie sich doch mit ihren wieder aufkeimenden Gefühlen und der damals von ihr abrupt beendeten Beziehung auseinandersetzen. Außerdem gibt es da auch noch ihren japanischen Freund, der sie bald das erste Mal zu Hause besuchen will, um nach über zwei Jahren Beziehung endlich ihre Familie kennen zu lernen.

Unterdessen findet Lucy immer neue Briefe – und diese verändern nach und nach ihre Welt: "Für sich genommen, wären meine Entdeckungen […] kaum der Rede wert gewesen, doch zusammen stellten sie eine Vergangenheit in Frage, die mir bisher wie in Stein gemeißelt erschienen war."

Es wird schnell deutlich, welche zwei Aspekte das Leben von Lucy beherrschen: ihre komplizierte Vergangenheit und das Wasser. Aufgewachsen am Lake of Dreams verbindet sie mit diesem Ort die schönsten Kindheitserinnerungen und gleichzeitig den schlimmsten Moment ihres Lebens: Den so plötzlichen wie mysteriösen Tod ihres Vaters in ebendiesem See. An diesem gibt sie sich die Schuld, die sie ihr Leben lang verfolgt.

Es sind diese Schuldgefühle, die sie immer weiter ziehen lassen, von einem Ort zum nächsten, von einer Beziehung zur anderen. Erst durch Roses Briefe, durch deren Geschichte und dem damit verbundenen Geheimnis ihrer Familie, schafft es Lucy, mit der Vergangenheit abzuschließen und so den Weg zu sich selbst zu finden.

Aus der Perspektive Lucys erlebt die Leserin dabei unmittelbar, wie sich durch das veränderte Wissen um die Vergangenheit auch die Gegenwart und vor allem Lucy selbst ändert. Ihre Gedanken und Gefühle werden dabei genauso erfahrbar wie ihre Freude über jeden neuen Hinweis, der die Geschichte von Rose ein Stück weiter erhellt.

"Der See der Träume" steht Kim Edwards Debütroman "Die Tochter des Fotografen" in nichts nach. Obwohl eine gänzlich andere Geschichte, ist sie ebenso fesselnd, spannend und rührend erzählt. Indem die Autorin die Suche Lucys nach sich selbst, deren eigener Vergangenheit und sogar einen Krimiplot miteinander verwebt, schildert sie eine eindrucksvolle und facettenreiche Geschichte. Es ist zugleich die Geschichte zweier Frauen, die mit den unterschiedlichen Problemen ihrer Zeit zu kämpfen haben. Denn neben der Familiengeschichte Lucys erfährt man zusammen mit ihr auch noch einiges über die Frauenbewegungen Anfang des 19. Jahrhunderts in Amerika, in denen Rose involviert war, über die wichtigsten Vertreterinnen dieser Bewegungen – und über die Kämpfe, die sie für die Gleichberechtigung der Frauen ausfochten. Angesichts dieser schon großen Themenvielfalt wirkt die unumgängliche Liebesgeschichte, die der Roman außerdem erzählt, fast ein wenig fehl am Platz. Die Stärke des Romans vermag dies aber nicht zu überschatten.

AVIVA-Tipp: "Der See der Träume" ist nicht nur ein eindringlicher Roman über Trauer, Schmerz, Schuld und den langen Weg der Selbstfindung, sondern auch über die Frauen, die Anfang des 19. Jahrhunderts für Gleichberechtigung gekämpft haben und darüber, wie ihr Erbe noch heute nachwirkt.

Zur Autorin: Kim Edwards, 1958 geboren, lebt in Lexington, Kentucky. Ihre literarische Karriere begann mit dem Erzählband "Der Hibiskushimmel" (1997), in dem sie die Erfahrungen verarbeitete, die sie in Malaysia, Japan und Kambodscha sammelte. Weltweit bekannt wurde sie durch ihr Romandebüt "Die Tochter des Fotografen" (2006), welcher monatelang auf Platz 1 der New-York-Times-Bestellerliste stand. Zurzeit unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der University of Kentucky. Weitere Infos unter: www.kimedwardsbooks.com

Zur Übersetzerin: Gesine Schröder, geboren 1976, studierte Literaturwissenschaften, sie lebt als freie Übersetzerin in Berlin. Sie übertrug u.a. Daphne Kalotay, Curtis Sittenfeld und Nina de Gramont ins Deutsche. Für ihre Arbeit erhielt sie Aufenthalts- und Werkstattstipendien des Deutschen Übersetzerfonds.

Kim Edwards
See der Träume

Aufbau Verlag, erschienen 23. Juli 2011
Gebunden, 457 Seiten
ISBN: 978-3-352-00809-2
19, 95 Euro

Literatur Beitrag vom 28.07.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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