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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.08.2011

Neues aus Island
Britta Leudolph

Island, der kleine Inselstaat hoch im Norden hat viel mehr zu bieten als die bekannten Geysire und Vulkane. AVIVA stellt drei Bücher vor, die Lust darauf machen, Island und seine BewohnerInnen...



... näher kennen zu lernen.
Island, der Inselstaat auf der größten Vulkaninsel der Welt, gelegen knapp südlich des nördlichen Polarkreises, schafft es hier und da immer wieder mit spektakulären Nachrichten in die europäische Presse, etwa mit der Wahl von Vigdís Finnbogadóttir zur ersten Frau an der Spitze eines demokratischen Staates im Jahre 1980, dem Zusammenbruch des Isländischen Bankensystems 2008 und der darauf folgenden Verstaatlichung aller großen Banken oder des Ausbruchs des Vulkans Eyjafjallajökull, der im April 2010 den Flugverkehr Europas stilllegte. AVIVA stellt drei Bücher vor, die sich mit Island und seinen Menschen beschäftigen und so manche Überraschung bereithalten. Island ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Vom 12. bis 16. Oktober 2011 präsentiert sich das Land unter dem Motto "Sagenhaftes Island".

Lonely Planet: Island



Jahrhunderte lang war das Eiland von jeglicher Zivilisation abgeschnitten, die Bevölkerung bitterarm. Dies zeigt sich zum Beispiel noch in der traditionellen isländischen Küche, die tatsächlich alles verwendete, wie etwa svid, gesengter, gekochter halber Schafskopf mit Auge oder hakarl, Grönlandhai, der so schwer verdaulich ist, dass er zunächst drei Monate lang in Erde eingebuddelt vergammeln muss.

Die isländische Gesellschaft unterscheidet sich stark von der deutschen. In einer Bevölkerung von ca. 318. 000 Menschen kennt fast jede/r jede/n und alle sind um ein paar Ecken miteinander verwandt. Das Land bietet die geringste Bevölkerungsdichte Europas, dabei aber eine der höchsten Geburtenraten. IsländerInnen gelten als eigenwillige IndividualistInnen mit einem hohen kreativen Potential. Die meisten IsländerInnen unter 30 Jahren spielen ein Instrument oder singen in einer Band. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es gemessen an der EinwohnerInnenzahl viele Gigs gibt.

"Lonely Planet: Island" ist ein kompakter Reiseführer, der wohl für fast jeden Geschmack Vorschläge bereit hält. Das Buch bietet kleine Einführungen in die isländische Geschichte, die Kultur und natürlich umfangreiche Tipps für Ausflüge in die überwältigende Natur: Fjorde, Gletscher, Vulkane und Thermalquellen sind nur einige Beispiele für die ungeheure Vielfalt. Neben 70 Karten und Plänen bietet "Lonely Planet: Island" mehr als 500 Tipps für Hotels und Restaurants. In oft witzigem Schreibstil werden alle Regionen Islands ausführlich vorgestellt und Vorschläge für vielfältige Freizeitaktivitäten unterbreitet.

Lonely Planet: Island. Deutsche Ausgabe
Fran Parnell, Brandon Presser

Lonely Planet Deutschland, 2. Auflage, erschienen September 2010
Broschiert, 404 Seiten
ISBN 978-3-8297-2206-3
Preis: 19,95 Euro
www.lonelyplanet.de

Alva Gehrmann: Alles ganz Isi. Isländische Lebenskunst für Anfänger und Fortgeschrittene.



In Island ticken die Uhren etwas anders als in Deutschland. Das Wetter ist sehr wechselhaft und ändert sich mitunter im 5-Minuten-Takt, was sich auch auf die EinwohnerInnen der Insel niederschlägt. Verabredungen werden kurzfristig getroffen, die Menschen probieren gern Neues aus und schrecken vor ungewöhnlichen Ideen nur selten zurück.

Alva Gehrmann führt die Leserin mit einem Augenzwinkern in die isländische Lebensart ein. Sie schwärmt von der KünstlerInnenszene, die überaus kreativ und dabei äußerst spontan zur Tat schreitet. Ein Beispiel dafür ist das Musikfestival "Aldrei fór ég sudor" (übersetzt:"Ich fuhr nie nach Süden", mit Süden ist Reykjavík gemeint). Es findet seit 2004 jedes Jahr zu Ostern in Ísafjödur statt: "Wenn deutsche VeranstalterInnen sich das Konzept und die Organisation des Adrei-Festivals ansehen würden, sie würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen." Die Anreise ist aufgrund der nicht vorhersehbaren Witterungsverhältnisse kompliziert, mitunter unmöglich. Im Ort gibt es nur ein Hotel, deshalb wird bei FreundInnen oder Verwandten übernachtet, sollte dies nicht ausreichen, ist die Polizei bereit, die BesucherInnen in den Gefängniszellen übernachten zu lassen, frei nach dem isländischen Lebensmotto "Petta reddast" – Das wird schon irgendwie klappen. "An welchem Tag und zu welcher Uhrzeit die angekündigten Bands spielen, erfährt man erst vor Ort – das Line-up wird wie alles andere recht spontan entschieden – weil es zum Prinzip gehört und weil auch am ersten Festivaltag noch nicht klar ist, welche Bands es überhaupt in die Festfjorde schaffen."

In Island werden europaweit gemessen an der EinwohnerInnenzahl die meisten Kinder geboren. Kinder sind immer willkommen und sie wachsen immer häufiger in Patchworkfamilien auf. "In Island sind sie Familienkonstellationen traditionell ungewöhnlich. Schon in der Großelterngeneration wuchsen einige damit auf, dass der Vater sechs Kinder mit einer anderen Frau hatte oder die Witwe eines Seemanns eine neue Familie gründete. Deshalb muss man sich auf eine lange Antwort gefasst machen, wenn man einen Isländer fragt, wie viele Geschwister und Angehörige er hat."

"Alles ganz Isi" ist eine unterhaltsame Einführung in die isländische Lebensart und Kultur, die Lust macht, die kleine Insel und ihre BewohnerInnen näher kennen zu lernen. Alva Gehrmann erzählt, wie die IsländerInnen ihr oft ungewöhnliches und abwechslungsreiches Berufsleben meistern, wie sie mit Krisen umgehen, welchen Kleidungsstil sie bevorzugen und nicht zuletzt, welche Traditionen sie pflegen.

Zur Autorin: Alva Gehrmann, geboren 1973, studierte Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre und absolvierte die Berliner JournalistInnen-Schule. Sie bereist Nordeuropa, verfasst gesellschaftspolitische Geschichten und Reportagen. Sie lebt in Berlin und Island.

Alles ganz Isi. Isländische Lebenskunst für Anfänger und Fortgeschrittene.
Alva Gehrmann

Deutscher Taschenbuch Verlag, erschienen Juni 2011
Taschenbuch, 256 Seiten
ISBN 978-3-423-24874-7
Preis: 14,90 Euro
www.dtv.de

Páll Valsson: Frau Präsident. Eine isländische Biografie



Als Vigdís Finnbogadóttir 1930 geboren wird, ist Island bereits ein unabhängiges Land, jedoch noch in einer Personalunion mit Dänemark. Island schaut in dieser Zeit das erste Mal seit Jahrhunderten der Entbehrungen einer rosigeren Zukunft entgegen.

Vigdís und ihr jüngerer Bruder wachsen in einem Mehr-Generationen-Haushalt auf, in dem viel diskutiert und debattiert wird. Besonders ihre Mutter ist eine für die damalige Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau: "Sigrídur gehörte nicht zu denen, die Stunden in der Küche zubrachten und ihre Gatten verwöhnten […]. Sie verfolgte genauestens das Weltgeschehen, abonnierte ausländische Zeitungen und liebte Gespräche und den freien Meinungsaustausch." Die Unabhängigkeit und Flexibilität, die Sigrídur ihrer Tochter vorlebt, soll diese ein Leben lang prägen. Die Mutter macht in jungen Jahren eine Krankenschwesterausbildung und eine Zusatzausbildung zur Pflege psychisch Kranker in Kopenhagen und lernt mehr über Chirurgie und Geburtshilfe in Wien. Von 1924 bis 1960 ist sie Vorsitzende der Isländischen Krankenschwestervereinigung, nimmt an internationalen Kongressen teil und engagiert sich im Rahmen ihrer Möglichkeit für Gesundheit und den Weltfrieden.

Die junge Vigdís ist eine disziplinierte Schülerin mit einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein. Sie begeistert sich früh für die Malerei, insbesondere für den Impressionismus, "[…] später öffneten sich ihre Augen auch für die Entwicklungen in Literatur und Theater. Avantgarde-Bewegungen wie Surrealismus, Dadaismus und nicht zuletzt das absurde Theater beschäftigten sie sehr." Sie beginnt ein Studium in Grenoble, unterbricht jedoch ihre Studien, um zu heiraten und eine Familie zu gründen. Doch ihr Traum von einem eigenen Kind erfüllt sich nicht, die Ehe scheitert. Nachdem sie nach mehreren beruflichen Stationen ihr Glück als Theaterintendantin findet, beschließt Vigdís ihren Traum von einem Kind zu verwirklichen. Sie entscheidet sich für eine Adoption, was ein ungewöhnliches Unterfangen ist, für eine geschiedene Frau "mittleren Alters" in den 1960er Jahren. Doch auch dieses Hindernis überwindet sie nach anfänglichen Rückschlägen: Sie wird die erste Alleinerziehende Islands, der eine Adoption gewährt wird. Dass sie 1980 die weltweit erste Staatspräsidentin einer Demokratie wird, kann sie damals noch nicht ahnen.

Páll Valsson schildert den Lebensweg von Vigdís Finnbogadóttir mit viel Empathie. Neben der außergewöhnlichen Präsidentin werden auch ihre Familienmitglieder vorgestellt und ganz nebenbei erhält die Leserin einen Überblick über den Wandel, den Island vom Ende des 19.Jahrhundert bis heute erlebte.

Zum Autor: Páll Valsson, geboren 1960, ist freischaffender Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Für seine erste Biografie "Jónas Hallgrímsson" wurde er 1999 mit dem Isländischen Literaturpreis ausgezeichnet, seine Biografie über Vigdís Finnbogadóttir hielt sich wochenlang auf den BestsellerInnenlisten Skandinaviens.

Frau Präsident. Eine isländische Biografie
Páll Valsson

Aus dem Isländischen von Angela Schamberger
Originaltitel: Vigdis
Orlanda Verlag, erschienen Mai 2011
Broschiert, 240 Seiten
ISBN 978-3-936937-82-4
Preis: 19,90 Euro
www.orlanda.de

Literatur Beitrag vom 23.08.2011 Britta Leudolph 

   




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