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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.08.2008

Hörbuch von Adriana Stern - Hannah und die Anderen
Andrea Petzenhammer

Verpackt in eine spannende Erzählung sensibilisiert Adriana Stern ihre HörerInnen zum Thema Missbrauch und Gewalt von Kindern in der Familie und der möglichen Folge "DIS". Empfehlenswert!



Ein gewisses Ausmaß an Gewalt ist für viele Menschen nicht vorstellbar, vor allem innerhalb des Familien-, Freundes oder Bekanntenkreises. Die Autorin Adriana Stern hat sich intensiv mit einer der möglichen Folgen körperlicher und sexueller Gewalt auseinandergesetzt: "Dissoziative Identitätsstörung" (DIS). Nach dem 2001 erschienen Buch "Hannah und die Anderen" wurde nun das gleichnamige Hörbuch veröffentlicht.

"Was gut ist, ist böse und was böse ist, ist gut"

Hannah weiß oft nicht, wie sie an Orte gelangt ist und was sie dort wollte. Sie kann sich noch daran erinnern, dass sie von zu Hause weggelaufen ist - aber wie sie in die Telefonzelle kam, was sie dort vorhatte und vor allem, weshalb sie nicht mehr bei ihren Eltern bleiben wollte, ist ihr ein Rätsel. Doch etwas, das sie nicht erklären kann, jagt ihr Angst ein. Deshalb macht sie sich auf Suche - zuerst nach einem Mädchenhaus und dann nach den Antworten auf die vielen ungeklärten Fragen, die ihr Leben beherrschen.

Keine Erinnerung an die Ursache der Blutergüsse

Auf ihrer Reise lernt Hannah viele Menschen kennen, die versuchen ihr zu helfen. Janne hilft ihr - nachdem sie auf der Flucht zufällig in deren Frauenbuchladen gelandet ist - ins Mädchenhaus zu kommen. Dort lernt sie ihre Betreuerin Noah kennen, die sich bereits um viele Mädchen mit Gewalterfahrungen engagiert gekümmert hat und auch Hannahs spezielle Krankheit kennt. Langsam beginnt Hannah, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei bekommt sie Hilfe - aber eine, auf die sie anfangs lieber verzichtet hätte: In Hannahs Körper leben viele Persönlichkeiten, die die unterschiedlichen Erlebnisse, Gefahren und Freuden in ihrem Leben bewahren.

Schwer traumatisiert und als Mitwisserin in Lebensgefahr

In einem Tagebuch lernen sich die Persönlichkeiten schließlich kennen, denn hier können sie sich alle nacheinander äußern und voneinander erfahren. Doch kaum haben sich Hannah, John, Miriam, Clara und die vielen anderen an die neue Umgebung im Mädchenhaus gewöhnt, muss ihre Betreuerin Noah für eine Weile verreisen. Da die anderen Betreuerinnen mit Hannahs Krankheit nicht umgehen können, schaffen sich die PeinigerInnen erneut gewaltsam Zugang zu den traumatisierten Kindern in Hannah. Die ersehnte Freiheit gerät erneut in große Gefahr...

Missbrauch und Gewalt auch in gutbürgerlichen Familien

Die Autorin beschreibt, wie es geschehen kann, dass selbst schwere Gewalt- und Sexualverbrechen unentdeckt bleiben. Sie zeigt den Kampf eines Mädchens, das auf der Suche nach sich selbst eine beängstigende Entdeckung macht: Sie ist nicht, was und wer sie erwartet zu sein. Mit Hannah lernen die HörerInnen das Krankheitsbild "Dissoziative Identitätsstörung" kennen. Nach und nach werden die Symptome beschrieben - die LehrerInnen und das Jugendamt hätten entdecken können - und Hintergründe sowie Entstehungsprozesse von "DIS" erklärt.

Zur Autorin: Adriana Channah Stern wurde 1960 als viertes von fünf Kindern einer jüdischen Mutter am Niederrhein geboren. Sie ließ sich zunächst als Sozialpädagogin ausbilden und arbeitete nach der Geburt ihres Kindes als Körperorientierte Gestalttherapeutin und später als Zirkuspädagogin. Die Schwerpunkte ihres Schreibens sind: Anspruchsvolle und phantasievolle Romane, die in der Realität und der Phantasie von Kindern ab 8 Jahren spielen, realistische Jugendromane zu Tabuthemen in dieser Gesellschaft (Antisemitismus und Rassismus, sexuelle Gewalt, Drogen, Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, Umgang mit Behinderung, Kinderrechte und Menschenrechtsverletzungen an Kindern), die den Charakter von Krimis haben und jüdisches Leben in Deutschland heute beschreiben.
Ihr ist auch eine kritische Auseinandersetzung mit psychiatrischer Diagnostik wichtig. So entstand der Jugendroman "Hannah und die Anderen". Und weil ihr homosexuelle Jugendliche am Herzen liegen und ihre Fragen Antworten brauchen, hat sie den Jugendroman "Pias Labyrinth" geschrieben.
"Hannah und die Anderen" war ihr erster Jugendroman. Danach erschien "Pias Labyrinth", ein lesbischer Entwicklungsroman, und das Handbuch "Mit Vielfalt umgehen - Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung"
Weitere Informationen und Kontakt unter: www.adriana-stern.de.

Zur Sprecherin: Anja Bilabel wuchs in Berlin auf und begann nach dem Abitur ihre Schauspielausbildung an der Fritz-Kirchhoff Schule in Berlin. Nach dem Abschluss des Schauspielstudiums wurde sie am Thalia Theater in Halle engagiert, in 2000 wechselte sie dann an das Stadttheater in Zittau. 2001 bis 2007 folgte ein Engagement am Wolfgang Borchert Theater in Münster. Seit 2007/08 ist sie dort als Gastschauspielerin tätig und widmet sich ihrer Arbeit als Sprecherin und Autorin. Bereits seit 1994 spricht Anja Bilabel für das DeutschlandRadio Berlin, den Deutschlandfunk Köln, den mdr und seit 2007 auch für den WDR.

AVIVA-Tipp Die Autorin Adriana Stern thematisiert mit einem beeindruckenden Gefühl für die Balance zwischen nötigen Erklärungen und unnötiger Gewaltdarstellung die Krankheit "DIS". Auch die fachfremden HörerInnen können sich gut in die Geschichte Hannahs einfühlen, die ihre vielen Mit-Persönlichkeiten kennen- und akzeptieren lernt. Der Sprecherin Anja Bilabel gelingt eine äußerst individuell intonierte Darstellung der verschiedenen Persönlichkeiten, die nach und nach das Ausmaß und die Folgen körperlicher und sexueller Gewalt gegen Kinder darstellen. Absolut empfehlenswert!

Leseprobe: www.argument.de
Hörspielprobe: www.hoerbuchnetz.de

Hilfe gegen Gewalt (Berlin)
www.wildwasser.de

Adriana Stern
Hannah und die Anderen

Verlag: RADIOROPA Hörbuch
1 MP3-CD, Laufzeit: 10:03 h
Sprache: Deutsch, erschienen im Mai 2008
ISBN: 9783836802017
Euro 9,80
Ab 14 Jahren

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Das Buch zum Hörspiel: "Hannah und die Anderen" von Adriana Stern (2001).

Der packende lesbische Entwicklungsroman von Adriana Stern "Pias Labyrinth" erzählt vom Außenseiterdasein eines jungen Mädchens bis zur Selbstfindung und einem friedlichen Coming-Out. (2004).

Literatur Beitrag vom 05.08.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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