Willa Cather – Mein ärgster Feind - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End AVIVA_gegen_AFD
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.10.2008

Willa Cather – Mein ärgster Feind
Silvy Pommerenke

Die 15-jährige Nellie hat die Liebe noch nicht kennengelernt, aber sie stellt sie sich als etwas romantisches und schönes vor. Dieses Ideal wird zusätzlich dadurch genährt, dass...



...ihr die Legende von Myra Driscolls erzählt wird, die aus Liebe Oswald Henshawe heiratete und dafür auf ihr gewinnbringendes Erbe verzichtete. Als Nellie das erste Mal leibhaftig auf Myra trifft, zerplatzt ihr Traumbild von der lebenslangen und bedingungslosen Liebe.

Parthia, Illinois, irgendwann gegen Ende der 1890er Jahre: Myra Driscolls kommt das erste Mal, seitdem sie von zu Hause durchgebrannt ist, in ihr Heimatstädtchen. Es ist die Beerdigung ihres Großonkels, bei dem sie aufwuchs und der sie enterbte, weil sie nicht standesgemäß heiraten wollte. Die junge Nellie Casey ist schwer beeindruckt von der Mittvierzigerin und ein halbes Jahr später besucht sie Myra und ihren Mann mit ihrer Tante Lydia in New York. Es ist die Zeit, zu der die Schauspielerin Sarah Bernhardt Shakespeares Hamlet gibt und der Tenorsänger Jean de Reszke in der Metropolitan Oper singt. Aber Nellies Begeisterung zu der älteren Frau findet schnell ein Ende, da sie unangenehme Eifersuchtsszenen zwischen den Eheleuten mitbekommt, die gar nicht zu der romantischen Legende von den beiden Liebenden passen wollen. Als sie zehn Jahre später erneut auf das Paar Henshawe trifft, ist sie tief erschüttert, dass von der Liebe offensichtlich nur noch Hass übrig geblieben ist ...

Willa Cather erhielt 1923 für ihren Roman "One of Ours" (auf Deutsch 1928 unter dem Titel "Einer von uns" erschienen) den Pulitzer Preis, mit dem seit 1917 hervorragende journalistische Leistungen in den USA ausgezeichnet werden. Als ihr Roman "Mein ärgster Feind" 1926 erschien, sorgte er für großes Aufsehen, da sie mit ihrer unumwundenen - gleichzeitig reduzierten – Sprache und dem schonungslosen Blick auf die klassische Ehe die Beziehung zwischen zwei vermeintlich Liebenden bloßstellte. Für die Figur der Myra Driscolls ist die Liebe eine bittere Erkenntnis: "Die Menschen können zugleich Liebende und Feinde sein." Wie gut, das dies nicht für jede Liebesbeziehung gilt!

Weiterlesen: "Meine Antonia" von Willa Cather

Zur Autorin Willa Cather: Als Achtjährige übersiedelte Willa Cather (1876–1947) mit ihren Eltern von Virginia nach Nebraska, wo sie mit der unermesslichen Prärie, aber auch mit den dortigen Einwanderern aus der Alten Welt Bekanntschaft schloss. Diese Erfahrungen eines Neben- und Miteinander verschiedener Ethnien, Religionen und Kulturen prägten sie tief. Obwohl sie als Lehrerin, Redakteurin und später als erfolgreiche Schriftstellerin vor allem in New York lebte, spielen ihre Werke meist in der heroischen Weite der Prärie des amerikanischen Westens und Südwestens, der sie so ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Willa Cather erhielt den Pulitzer-Preis und gilt als eine der großen amerikanischen Erzählerinnen. Mit "Antonia" schuf sie eine der bedeutendsten Frauengestalten der modernen Literatur. (Quelle: Verlagsinformationen)

AVIVA-Tipp: Der 1926 unter dem Titel "My Mortal Enemy" erschienene Roman ist mit Sicherheit nicht das herausragendste Werk Cathers, aber es vermittelt ein bestimmtes Lebensgefühl des Amerikas zur Zeit des Fin de siècle. Die Aufbruchstimmung ist von Pessimismus geprägt, gängige gesellschaftliche Muster von Familie, Ehe und Beziehungen werden hinterfragt und die amerikanische Gesellschaft ist voll von europäischen EinwandererInnen. Somit bietet dieses hundertseitige Büchlein zwar keine rhetorischen Extravaganzen, liest sich aber zumindest als ein Stück Zeitgeschichte.

Willa Cather
Mein ärgster Feind

Originaltitel: My Mortal Enemy
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Kremer
Mit einem Nachwort von Antje Rávic Strubel
Knaus Verlag, erschienen September 2008
Gebunden, 112 Seiten
ISBN: 978-3813503111
14,95 Euro

Literatur Beitrag vom 20.10.2008 Silvy Pommerenke 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken