Kathy Kacer - Ediths Versteck – Die Geschichte des jüdischen Mädchens Edith Schwalb - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End AVIVA_gegen_AFD
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.11.2008

Kathy Kacer - Ediths Versteck – Die Geschichte des jüdischen Mädchens Edith Schwalb
Alexandra Kasjan

Die Autorin erzählt von dem Überlebenskampf eines Kindes, das getrennt von den Eltern ihre jüdische Identität verbergen muss, um nicht in die Fänge der Nationalsozialisten zu geraten.



Wien 1938: Chaim Schwalb, ein bekannter Fußballspieler und seine Ehefrau Magdalena, fliehen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Österreich nach Belgien. Ihre Tochter Edith ist gerade einmal sechs Jahre alt, ihre ältere Schwester Therese drei Jahre älter. Kurz nach dem Eintreffen in Brüssel kommt Ediths kleiner Bruder Gaston 1940 zur Welt. Ediths sehnlichster Wunsch, mit ihren Eltern und Geschwistern ein ganz normales Leben führen zu können, geht nicht in Erfüllung, denn auch in Belgien ist die Familie aufgrund der nationalsozialistischen deutschen Besatzung nicht mehr sicher. Edith bekommt als Kind die bittere Realität zu spüren und sie quälen nachts immer wieder Albträume. Nur Sophie, ihre Lieblingspuppe, kann sie in den schwersten Momenten trösten.

Aus Belgien flüchtet Familie Schwalb schließlich 1943 nach Südfrankreich. Hier, in der "freien Zone", so hoffen Chaim und Magdalena, können sie und ihre Kinder Unterschlupf finden. Doch der Schein trügt, denn die Regierung der Stadt Vichy kollaboriert mit dem Deutschen Reich, so dass auch der Süden Frankreichs für Juden nicht mehr sicher ist. Genauso wie in Belgien wird auch in Frankreich Chaim Schwalb von den Deutschen verhaftet. Konnte seine Frau ihn in Belgien noch freikaufen, ist es in Frankreich nicht mehr möglich, zudem wird das übriggebliebene Geld immer knapper.

Die Mutter entscheidet sich schweren Herzens dafür, ihre beiden Kinder Edith und Gaston in einer heimlich geführten Schule für jüdische Kinder in dem kleinen Ort Moissac unterzubringen, während sie und ihre ältere Tochter Therese als Haushälterinnen in anderen Familien unterkommen. Edith fühlt sich schnell heimisch in der Schule, wo die Kinder wohlbehütet sind und sie freundet sich mit einem gleichaltrigen Mädchen an. Die Freundschaft gibt den Mädchen Kraft, diese Zeit einigermaßen gut zu überstehen, während der kleine Gaston immer stärker unter der Trennung von seiner Familie leidet.

Große Hilfe bieten die BürgerInnen von Moissac, denn sie wissen zwar von der Existenz der jüdischen Kinder in ihrem Ort, verschweigen es jedoch und riskieren damit ihr eigenes Leben. Immer, wenn Gefahr droht, wird die Schulleitung vom Bürgermeister gewarnt, so dass die jüdischen Kinder als PfadfinderInnengruppe getarnt, den Nazis entkommen. Doch auch in Moissac wird es immer gefährlicher, da französische Behörden Listen mit jüdischen Namen preisgeben. So müssen alle Kinder woanders untergebracht werden und eine neue Identität annehmen. Edith Schwalb wird zu Edith Servant und lebt getarnt als katholisches Waisenkind in einem Internat, wo die Zustände deutlich schlechter als in der vorherigen Schule sind. 1944 rückt nun auch die Front immer näher und Edith muss erneut umziehen. Eine Bauernfamilie gewährt ihr Unterschlupf, bis zur Erlösung durch die Landung der Alliierten an der Küste der Normandie. Der Krieg ist für Frankreich vorbei und Edith kehrt zurück nach Moissac, wo sie endlich ihre Familienangehörigen wiedersieht. Mit einer Ausnahme: Ihr Vater kommt in Auschwitz einen Tag nach der Befreiung ums Leben.

Zur Autorin: Die Kinderpsychologin und Kinderautorin Kathy Kacer lebt in Toronto. Ihre Bücher, so auch "Ediths Versteck", erhielten bereits mehrere Auszeichnungen. In deutscher Sprache wurde zudem ihr Werk "Die Kinder aus Theresienstadt" veröffentlicht.

Edith Schwalb wurde 1932 in Wien geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschied sie sich, in Moissac zu bleiben. Dort kümmerte sie sich bis 1949 als Betreuerin um andere Kinder und arbeitete später in Paris in einem jüdischen Waisenhaus, wo sie ihren zukünftigen Ehemann Jacques Gelbard kennenlernte. 1955 wanderten beide nach Kanada aus, wo sie auch heute noch leben. Edith Schwalb ist Mutter von vier Söhnen und hat neun Enkelkinder.

Weiterlesen: "Malka Mai" von Mirjam Pressler und "Schuhhaus Pallas. Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte" von Amelie Fried.

AVIVA-Tipp: Kathy Kacer versteht es, in einer klaren Sprache die schrecklichen Erlebnisse des jüdischen Mädchens Edith Schwalb, aber auch das tragische Schicksal weiterer jüdischer Kinder in ihrem Umfeld während des Holocausts realitätsnah und ergreifend zu vermitteln. Ein berührendes Buch wider das Vergessen, das sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene zum Lesen eignet.

Ediths Versteck: Die Geschichte des jüdischen Mädchens Edith Schwalb
Verlag: Bloomsbury, 1. Auflage (erschienen Oktober 2008)
Gebunden, 206 Seiten
ISBN 978-3-8270-5340-4
Preis: 12,90 Euro

Literatur Beitrag vom 28.11.2008 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken