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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.12.2002

Sor Juanas zweiter Traum - Alicia Gaspar de Alba
Ines Bauer

Juana Inés de la Cruz liebt die Wissenschaft und die Vizekönigin von Neuspanien "In meinen Träumen fließen deine Worte über meinen Leib ..."



Beides wird von der Kirche und den Männern nicht gern gesehen. Es ist die Zeit der "gemäßigten" Inquisition in Spanien. "Ein Weib hat dem Manne und seinen Söhnen zu dienen und darf keine Gelehrte sein. Wer hat je von einem gelehrten Mädchen gehört? Willst du die Aufmerksamkeit der Inquisition auf dich ziehen?" Juanas Onkel nennt sie abfällig "marisaba" (mari = Mädchen und saba = Gelehrter), denn in ganz Neu Mexiko ist sie als Wunderkind bekannt. Dadurch werden auch die Vizekönige la Marquese auf Juana Inés de la Cruz aufmerksam.

Sie wird mit 17 Jahren an den vizeköniglichen Hof in Neuspanien gerufen. Dort arbeitet Juana Inés zunächst als Gesellschafterin von la Marquesa, avanciert aber schnell zur Sekretärin, Favoritin und engsten Vertrauten des Vizekönigpaares. Das Erste, was sie von Ihrem Geld erwirbt, ist die Büchse der Pandora, in der sie all ihre privaten und intimsten Gedanken und Gedichte aufschrieb und einschloss. Nachts liest Juana Inés sich durch die gesamte Bibliothek. Sie studiert Latein, Rhetorik, Physik, Arithmetik, Geometrie, Architektur, Geschichte, Jurisprudenz, Musik, Astronomie und Theologie, und verliebt sich in la Marquesa, die ihre Liebe nicht erwidert.

Sie beschäftigt sich intensiv mit der griechischen Mythologie. Die "Definition Aristophanes" beschreibt drei Geschlechter: den Mann, bestehend aus zwei männlichen Körpern, die Frau, aus zwei weiblichen Körpern, den Androgynen, der zugleich in einem männlichen und einem weiblichen Körper lebt. In dieser Geschlechterdefinition, welche auf dem Index der Inquisition steht, findet sie ihre Gefühle bestätigt, welche sie selbst als Sünde empfindet, denn "... Frauen, die zur Hälfte von Kugelfrauen sind, machen sich nichts aus Männern, sondern fühlen sich zu weiblichen Menschen hingezogen ..." .

Heiraten und einem Manne dienen, ohne ihre Bücher zu sein, kommt für Juana Inés nicht in Frage. So bleibt ihr zu der damaligen Zeit als Frau nur ein Weg. "... Das Kloster ist nur eine Straße entfernt, doch fühle ich mich, als ob ich eine Reise ans andere Ende der Welt antreten werde, eine Reise, von der ich niemals zurückkehren werde..."

Auch im Kloster, als Sor Juana lebend, bleibt sie Günstling der Vizekönige und steht unter deren Schutz. Doch sie müssen Mexiko verlassen, la Marquesa stirbt, Juana Inés ist untröstlich.

Einige Zeit später verliebt sie sich erneut in eine Vizekönigin, in la Condesa. In all den Jahren ist sie einigen ihrer Mitschwestern und Kirchenoberen ein Dorn im Auge. "... Sagt mir, Padre Antonio, Ihr, der Ihr von dieser Tochter einer kreolischen Hure zurückgestoßen wurdet, ist nicht jedes Wort, das sie schreibt, ein Schlag ins Gesicht der Patriarchen unseres Glaubens? Diese Stücke! Diese Liebesgedichte, die nicht an Unseren Retter und Erlöser gerichtet sind, sondern an Vizeköniginnen ... dass der Erzbischof von Mexiko sich von einer seiner Nonnen darüber belehren lassen muss, wie die Bibel auszulegen ist? Seid ihr so blind, wirklich zu glauben, diese Frau könnte widerrufen?"

Ein lesenswertes Buch, hinreißend geschrieben, so dass frau es gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Juana Inés de la Cruz stellt noch heute eine der bekanntesten Dichterinnen Spaniens dar.

Sor Juanas zweiter Traum ist Alicia Gaspar de Albas erster Roman. Die Autorin arbeitet als Professorin für "Chicana/Chicano Studies" an der Universität von Kalifornien.

    Von Sor Juana Inés de la Cruz sind in deutscher Sprache beim Verlag Neue Kritik erschienen:
  • Der Traum
  • Die Antwort an Schwester Philothea
  • "Es höre mich dein Auge" Lyrik, Theater, Prosa





  • Alicia Gaspar de Alba
    Sor Juanas zweiter Traum
    Roman, 672 Seiten
    Krug & Schadenberg
    ISBN 3-930041-32-4

    Preis: 24,90 EURO200939247575"

Literatur Beitrag vom 18.12.2002 Ines Bauer 

   




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