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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.07.2009

Louise Fitzhugh - Harriet - Spionage aller Art
Tatjana Zilg

Der Fischer-Verlag legt in der Reihe "Die Bücher mit dem blauen Band" den amerikanischen Kinderbuch-Klassiker neu auf. Eine elfjährige New Yorkerin geht in der Nachbarschaft auf Spionage-Pirsch, ...



... berichtet in einer Art geheimem Tagebuch schwarzhumorig über ihre Beobachtungen und gerät dadurch ins Aus ihrer Klassengemeinschaft.

Eine Heldin mit allerhand Ecken und Kanten stellte die Autorin, die 1928 in Memphis geboren wurde und 1974 starb, in den Mittelpunkt ihres Romans. Harriet erscheint zunächst wie eine Einzelgängerin, die am liebsten ihren eigenen Plänen nachgeht. Mit ihren Eltern lebt sie in einem Haushalt der gehobenen Mittelschicht in New York. Beide haben nicht viel Zeit für ihre Tochter. Der Vater möchte nach einem anstrengenden Arbeitstag seine Ruhe haben, für die Mutter sind ihre gesellschaftlichen Verpflichtungen das Wichtigste.

Das bedrückt Harriet nicht besonders, denn sie hat ein Kindermädchen mit einer starken Persönlichkeit, an der sie sich reiben kann und die sie zugleich bewundert. Die Ratschläge von Ol´ Golly nehmen einigen - in Kinderaugen tragischen - Erlebnissen schnell den Wind aus den Segeln. Seit einiger Zeit beansprucht Harriet ihre hauseigene Mary Poppins allerdings nicht mehr so stark, denn sie hat sich vorgenommen, als Spionin einige auffällige Gestalten in der Nachbarschaft genauestes unter die Lupe zu nehmen. Ihre Ergebnisse schreibt sie in geheimgehaltene Notizbücher und schreckt dabei nicht vor Vergleichen und Rückschlüssen zurück, die so manch eine(r) als beleidigend auffassen könnte.

Eines Tages passiert es: Eines der Notizhefte gerät durch ein Missgeschick in die Hände ihrer KlassenkameradInnen, über die auch etliche Bemerkungen enthalten sind. Von diesem Zeitpunkt an wird sie geschnitten, auch von ihren besten FreundInnen Sporti und Jenny. Empathisch beschreibt die Autorin die inneren Konflikte und Reaktionen von Harriet auf die neue Situation. Dabei scheut sie sich nicht, ihre kleine Heldin arrogant, hochnäsig und wütend agieren zu lassen, wodurch eine bemerkenswerte Charakterstudie entsteht und erfahrbar wird, wie schwer es manchmal sein kann, ein Gleichgewicht zwischen den eigenen Bedürfnissen und den sozialen Anforderungen zu finden. Zu allen Unglück hat zudem Ol´ Golly vor einiger Zeit gekündigt und Harriet muss diese Zeit nur mit Unterstützung der Eltern bewältigen.

AVIVA-Tipp: Ein Kinderroman, der viel Eigenwilligkeit beweist und sich in so manchen Punkten aus dem üblichen Genre-Rahmen hinaus bewegt. Die Personen werden durchweg in einer Mischung aus Comic-Stil, Großstadtmärchen und amüsanter Satire beschrieben. Die Handlung wartet nicht mit außergewöhnlichen Abenteuern auf, sondern entdeckt sie im Alltäglichen und in der wagemutigen Freizeitgestaltung seiner kleinen Heldin. Ihr Konflikt mit der Klassengemeinschaft inklusive der beiden besten FreundInnen wird allerdings am Ende eher unzureichend aufgelöst, so dass die Geschehnisse etwas an Glaubhaftigkeit und somit an Identifikationsmöglichkeiten verlieren.

Zur Autorin: Louise Fitzhugh wurde in Memphis/Tennessee geboren und arbeitete als Autorin und Illustratorin. In den USA erhielten ihre Bücher und Illustrationen verschiedene Auszeichnungen. In Deutschland gelangten ihre beiden Bücher über "Harriet" auf die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis. (Quelle: Verlagsinfo)

Louise Fitzhugh
Harriet - Spionage aller Art

Aus dem Amerikanischen von Inge M. Artl
Empfohlen ab 10 Jahren
Fischer Verlag, Schatzinsel, Reihe "Die Bücher mit dem blauen Band", erschienen Frühjahr 2009
288 Seiten
Ausstattung: Illustrationen, Lesebändchen (in blau), Leineneinband, zweifarbige Prägung und Schmuckschuber
ISBN 978-3-596-85368-7


Literatur Beitrag vom 20.07.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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