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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.05.2010

Iona Rozeal Brown
Tatjana Zilg

Die amerikanische Künstlerin verbindet japanische Holzschnittkunst mit der subkulturellen Kraft des afroamerikanischen Hip Hops. Die Charaktere ihrer großflächigen Gemälde weisen Referenzen an ...



... die Fantasy-Popkultur, die Literatur, die japanische Mythologie und den Geschlechterkampf auf.

Anlässlich der Ausstellung "Iona Rozeal Brown - all falls down" im Museum of Contemporary Art Cleveland (MOCA) wurde ein fast einhundertseitiger Bildband herausgegeben, bereichert durch ein Essay von Megan Lynkins Reich über die künstlerische Entwicklung der Künstlerin und einem Interview von Isolde Brielmaier. Die Serie "You can´t turn a hustler into a husband (or lessons on how to get something for nothing)", die im Zeitraum 2007 - present entstand, wurde vom MOCA beauftragt, welches einen Bezug zu den japanischen Ukiyo-e Drucken anregte, die im Besitz des Allen Memorial Art Museum am Oberlin College sind.

Iona Rozeal Brown erlangte zuvor unter der Signatur a³ erste Bekanntheit, welche als Kurzform auf die Verbindung von afroamerikanischen und asiatischen Kulturen hinweist.
Die ersten Anstöße für ihre einzigartigen Bilder erhielt sie während ihrer Kindheit, als sie ihre Faszination für das japanische Kabuki Theater entdeckte. Nach einem Graduate Degree an der Yale University im Jahr 2002 begann sie mit Ende 20 als Profi-Künstlerin zu arbeiten. Die grundlegende Idee für ihre Serien bekam sie durch einen Artikel über die japanische Ganguro-Subkultur, eine Trendbewegung Mitte der 1990er Jahre, in der sich asiatische Teenager mit überdimensionalen Frisuren, dunkel geschminkter Haut und exzessivem Make-Up stylten, um amerikanische Hip Hop Stars wie Lil´ Kim nachzuahmen.

In der Anfangszeit als a³ arbeitete die Künstlerin noch strenger orientiert an den Vorgaben, die sich aus den Bezügen auf die japanische Historie und Gegenwartskultur ergaben. Mehr und mehr entwickelte sie einen freieren, offenen Umgang und brachte Kulturen, ästhetische Prinzipien und ihre eigenen Ideen in ein spannungsgeladenes Wechselspiel. Angeregt durch die Auseinandersetzung mit den Ukiyo-Drucken ließ sie ihre charaktervolle Figuren in lebendiger Gestik und Mimik in Erscheinung treten.

Durch ausführliche Texte, im Bildband jeweils neben den Bildern stehend, kann mehr über den mythologischen Hintergrund erfahren werden. Ausgehend von japanischen Mythen gibt Brown den einzelnen Figuren umfangreiche Bedeutungen und Eigenschaften. Visuell zeigen die Bilder Frauen von oftmals beeindruckender Körperlichkeit, mit viel erdigen Brauntönen umgesetzt, teils mit dämonenhafter Wirkung, teils verspielt, unschuldig, scheu, an anderer Stelle wild, offensiv, sich selbst befreiend. So kommt beim Durchblättern und Schmökern schnell das Gefühl auf, sich mitten in einer Graphic Novel zu befinden. Da die Künstlerin sich immer mehr zum episch Narrativen hinentwickelt, plant sie tatsächlich, ihre Charaktere in einer kontinuierlichen Bildergeschichte für eine Graphic Novel erneut zum Leben zu erwecken, wie sie im Interview mit Isolde Brielmaier erzählt.

Inhaltlich stehen die Charaktere im deutlichen Bezug zur Gegenwart. Die Künstlerin spürt mit ihnen der Suche von jungen Frauen nach ihrer Authentizität und einem Leben in Selbstbestimmung nach als auch den dabei zu überwindenden Hindernissen. Dabei reflektiert sie kritisch die Rolle, die Frauen oftmals in der Hip Hop-Szene zugewiesen bekommen und die sie an die Geishas im historischen Japan erinnert, wenn sie nur als dekoratives Beiwerk einer männlich dominierten Welt dienen. Als starke Begleiterin für die jungen Frauen auf dem Weg zur Eigenständigkeit hat Brown ihren zentralen Charakter Yoshi kreiert.

Darüber hinaus werden in dem Bildband die Ergebnisse aus Kunst-Workshops mit High School-StudentInnen aus Cleveland dokumentiert, die ein Teil des Ausstellungsprojektes waren.

Die Künstlerin wurde bereits vielfach mit Preisen ausgezeichnet, darunter dem Joyce Award for Visual Arts 2009

AVIVA-Tipp: Möglicherweise haben die meisten Kunstinteressierten hierzulande noch nichts von Iona Rozeal Brown gehört. Wer ausdrucksstarke Kunst liebt, die Humor mit rebellischen Botschaften vereint und das Auge mit gekonnten Kompositionen, plakativen Farbgebungen und provokativen Motiven verwöhnt, sollte zu dem attraktiven Bildband im gelungenen Layout und mit den vielen Zusatzinfos greifen. In dem ungewöhnlichen Konglomerat aus schwarzem Hip Hop und traditioneller japanischer Kunst gibt es viel zu entdecken, ohne dass man je das Gefühl hat, ähnliche Bilder schon woanders gesehen zu haben.

Iona Rozeal Brown
Text von Megan Lykins Reich, Interview von Isolde Brielmaier mit der Künstlerin, Gestaltung von Tom Poole
Hatje Cantz Verlag, erschienen April 2010
Englisch, Gebunden, 96 Seiten, 43 farbige Abb.
24,70 x 30,60 cm
ISBN 978-3-7757-2601-6
Preis: 29,80 Euro

Mehr Infos finden Sie unter:
www.hatjecantz.de und www.ionarozealbrown.com




Literatur Beitrag vom 19.05.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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