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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.06.2010

Dagmar Röhrlich - Tiefsee. Von schwarzen Rauchern und blinkenden Fischen
Tatjana Zilg

Das prall gefüllte Buch lädt ein in die abenteuerlichen Tiefen der Weltozeane und ist genau der passende Stimmungsmacher für eine wasserreiche Urlaubszeit. Die Wissenschaftsjournalistin …



... Dagmar Röhrlich erzählt plastisch und spannend von den unzähligen Forschungsexpeditionen, die dazu beitrugen, dass die Tiefsee heutzutage kein mysteriöses Gebiet mehr ist. Viele Erkenntnisse liegen nunmehr über ihre bizarren BewohnerInnen und deren Überlebensstrategien unter harten Bedingungen vor.

Die Tiefsee galt lange Zeit als der größte und am wenigsten bekannte Lebensraum der Erde. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein wurde vermutet, dass in dem schwarzen, kalten und lichtlosem Raum, wo mörderische Druckfelder herrschen, kein Leben existieren kann. Nur sehr allmählich konnte diese Theorie durch die Zufallsfunde während der globalen telegrafischen Verkabelung und anschließenden mühsamen Schiffsexpeditionen widerlegt werden. Es zeigte sich, dass sich trotz Nahrungsknappheit eine vielfältige Welt von Lebewesen in den unteren Gefilden der Meere angesiedelt hat. Zum Teil steigen diese Nacht für Nacht an die Meeresoberfläche hinauf, um dort zu fressen und kurz vor Tagesanbruch erneut in die Sicherheit der schwarzen Tiefe hinabzusinken, denn in den ersten 200 Metern des Meeres gibt es wendige und schnelle Raubfische, die es auf die kleinen Leckerbissen abgesehen haben.

Die Umgebung in den tieferen Ebenen ist abwechslungsreicher, als frau spontan annehmen würde. An mancher Stelle sorgen heiße vulkanische Quellen für einen angenehmen Lebensort, an anderen bestimmen eiskalte Salzseen den Meeresgrund. Die Autorin lockt ihre LeserInnen mit einer Sprache, die zugleich präzise und poetisch ist, in diese unbekannten Welten. So schreibt sie von einer Bevölkerung, die aus "finsteren Horrormäuler, geflügelten Kraken, leuchtenden Bakterien" besteht und stellt "bizarre Fabeltiere mit Riesenzähnen und Mägen, dehnbar wie ein Luftballon, oder mit Leuchtangeln, mit denen sie auf dem Boden hocken und Beute anlocken" vor. Um diese Vielfalt nicht nur mit Worten erfassen zu müssen, hat sie sich den Illustrator Jan Feindt mit ins Boot geholt. Seine Zeichnungen bezaubern durch eine filigrane Präzision und lassen kleine und große Meerestierchen in die Augen springen.

Dagmar Röhrlich setzt in ihrem Text, der die Fortschritte in der wissenschaftlichen Erkundung der Tiefsee anschaulich und detailreich beschreibt, einen Schwerpunkt auf die Nachverfolgung der Challenger-Expedition (21. Dezember 1872 bis 24. Mai 1876). Diese brachte endgültig ausreichend Beweise gegen die bisherige Meinung, dass unterhalb von 500 Metern ein leb- und trostloser Raum beginnt, zu Tage.
Knappe 100 Jahre später tauchten der weltberühmte Jaques Picard und sein Kollege Don Walsh zum ersten Mal mit Hilfe der Bathyskaph-Kapsel "Trieste" direkt hinab bis auf den Boden des Mariannengrabens. Sie konnten mit ihren Forschungsergebnissen auf beeindruckende Weise beweisen, dass die Welt da unten noch weitaus mehr Leben birgt als von ihren Vorgängern erfasst wurde.
Noch viele weitere Forschungsgeister gab es, die Dagmar Röhrlich in ihr Buch mit einflicht, so dass sich Wissenschaftsgeschichte und Meeresbiologie zu einem unterhaltsamen und lehrreichen Lesegenuss vereinen. Es gelingt ihr, Freude an der Wissenschaft zu wecken und Bildung auf leichte Art zu vermitteln, ohne an Tiefgang zu verlieren, womit sie ganz im Trend der Zeit liegt.

AVIVA-Tipp: Der erste Band der Reihe "marewissen" lässt es zum Vergnügen werden, die Tiefsee in der eigenen Vorstellungskraft zu erkunden und sie so von der heimischen Couch aus ohne Strapazen und Gefahr in ihrer ganzen faszinierenden Bandbreite zu erleben. Später, während des Badens im Meer beim nächsten Urlaub, führt dies dann möglicherweise zu einem amüsanten Nervenprickeln, wenn die Schwimmerin daran denkt, was sich alles in den dunkel-schillernden Weiten unter ihr verstecken könnte.

Zur Autorin: Dagmar Röhrlich, geboren 1956 in Aachen, studierte Geologie und arbeitet als freie Wissenschaftsjournalistin. Für ihre Arbeiten im Rundfunk und in den Printmedien hat sie etliche renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den "Georg-von-Holtzbrinck-Preis" für Wissenschaftsjournalismus (1999).

Zum Illustrator: Jan Feindt, geboren 1975 in Lüneburg, studierte Illustration unter Yirmi Pinkus in Tel Aviv. Er lebt und arbeitet seit 2002 als freiberuflicher Illustrator in Berlin. Seine Arbeiten erschienen unter anderem im amerikanischen Rolling Stone. und in der New York Times.

Dagmar Röhrlich
wissen Band 1: Tiefsee
Von schwarzen Rauchern und blinkenden Fischen

Halbleinenband, 252 Seiten, mit zahlreichen farbigen Illustrationen von Jan Feindt
mare, erschienen März 2010
ISBN 978-3-86648-122-0
26,00 Euro

Mehr Infos im Netz unter: www.mare.de


Literatur Beitrag vom 30.06.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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