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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 21.12.2011

Jule Blum und Elke Heinicke - Dreivariantencouch
Tatjana Zilg

Astrid, freie Journalistin, Dorothea, Psychologin, und Kerstin, Informatikerin, starten durch zu einer Fern-Dreiecksbeziehung, die Romantik, Konflikt und Experimentierfreude in sich vereint.



Hat die ungew├Âhnliche Konstellation auf Dauer eine Chance?

Zu Beginn ist Kerstin noch der beziehungsscheue Typ. Auf der Flucht vor einer verflossenen Geliebten fliegt sie nach Irland, wo sie in einer Pension in der gr├╝nen Provinz der quirligen Astrid begegnet und sich Hals ├╝ber Kopf in sie verliebt. Zur├╝ck in Deutschland m├╝ndet dies reibungslos in eine Fernbeziehung, was beiden zun├Ąchst deswegen gut gef├Ąllt, weil sie so N├Ąhe und Distanz optimal ausbalancieren k├Ânnen.

Doch als bei Kerstin die Gef├╝hle tiefer werden, ├╝berrascht sie eine SMS von Astrid die sie in knappen Worten ├╝ber den Beginn einer neuen Aff├Ąre informiert. Irritiert r├Ątselt Kerstin ├╝ber deren Sinn und ob damit etwa das Ende der Beziehung gemeint sei. Aber Astrid wischt diese Bedenken wenig sp├Ąter schwungvoll vom Tisch und l├Ądt zu ihrem Geburtstag ihre neue Freundin Dorothea, ebenfalls in einer anderen Stadt lebend, und Kerstin gemeinsam nach Oldenburg ein. W├Ąhrend der Zugfahrt gr├╝belt Kerstin noch mit gemischten Gef├╝hlen ├╝ber die Zukunft einer Beziehung unter den neuen Bedingungen, von Dorothea als offene Beziehung definiert, aber vor Ort wandelt sich dies schnell. Die vermeintliche Konkurrentin ist ihr nicht nur ├╝beraus sympathisch, sondern weckt auch Lust und Neugier auf mehr. Erstaunlich schnell entwickelt sich eine Dreierbeziehung, in der Streitpunkte ab und an aufflackern, jedoch immer ad├Ąquat ├╝berwunden werden k├Ânnen. Etwas hitziger wird es, als offenbar wird, dass ausgerechnet die Initiatorin Astrid sich als die Eifers├╝chtigste entpuppt und Gespr├Ąchsversuchen dazu ausweicht.

Liebesturbulenzen und Ost-West-Zeitgeschichte

Dennoch wachsen die drei Frauen im Herzen immer mehr zusammen und sie erleben miteinander turbulente Jahre vor den wechselnden Kulissen der malerisch sch├Ânen und kulturreichen St├Ądte Heidelberg, Oldenburg und Leipzig. Auch Ost-West-Geschichte flie├čt mit ein, dadurch verst├Ąrkt, dass in die Gegenwartshandlung R├╝ckblicke in die Kindheit und Jugend von Dorothea und Kerstin eingeschoben werden.

AVIVA-Tipp: "Dreivariantencouch" ist eine leichtf├╝├čig erz├Ąhlte Geschichte, in der f├╝r drei charakterstarke Frauen der Traum nach einer spannenden, erf├╝llten und nicht einengenden Beziehung wahr wird. Sowohl der Blick nach innen in die widerspr├╝chlichen Gef├╝hlswelten der drei Freundinnen als auch der Blick nach au├čen in die sinnliche und erlebnisreiche Gestaltung der Alltagsrealit├Ąt gelingt den beiden Autorinnen hervorragend und l├Ądt zur Identifikation mit den drei Hauptakteurinnen ein.

Zu den Autorinnen: Jule Blum ist Germanistin, westsozialisiert, Elke Heinicke Slawistin und Anglistin, ostsozialisiert.

Jule Blum und Elke Heinicke
Dreivariantencouch

Klappenbroschur, Fadenheftung, 319 Seiten
konkursbuch Verlag, erschienen Februar 2011
ISBN 978-3-88769-764-8
9,90 Euro

Weiterlesen auf AVIVA-berlin:

Mehr als eine Liebe. Polyamour├Âse Beziehungen



Literatur Beitrag vom 21.12.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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