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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 01.07.2002

Memoiren aus dem Bordell von Nell Kimball
Katja Lankow

"Ein Puff ist ebenso schwer zu leiten wie ein Stahlwerk"
Über das Treiben in Bordells gibt es seit jeher Gerüchte, Spekulationen und wilde Phantasien.



Doch wie es wirklich abläuft, wissen nur die Prostituierten oder die Freier. Nell Kimball schildert in ihren Memoiren ihr Leben als Hure und Geschäftsführerin eines eigenen, angesehenen Hauses.

Sie wächst in der Mitte der USA auf, wo die Bibel den Mittelpunkt des alltäglichen Lebens darstellt. Mit 14 verliert sie ihre Unschuld durch ihren ersten Geliebten, mit dem sie ein Jahr später nach St. Louis durchbrennt. Dort von ihm sitzengelassen, steht sie nun der großen Frage gegenüber, wie sie ihr weiteres Überleben sichern kann. Diese Frage führt sie zu einem renommierten Etablissement, in dem auch schon ihre Tante Letty gearbeitet hat.

Nachdem sie einige Jahre erfolgreich als Hure tätig ist, beschließt sie, nach New Orleans zu gehen, um dort ihr eigenes Haus zu eröffnen. Dieses führt sie zwar mit Strenge aber dennoch fair gegenüber den dort arbeitenden Mädchen, denn ihrer Ansicht nach kann ein Edelbordell nur so erfolgreich werden. So überträgt sie die Effizienzkriterien der Industriegesellschaft pragmatisch und marketingorientiert ins horizontale Gewerbe. Ihre Kunden kommen meist aus den gehobenen Schichten der Gesellschaft und ihr Haus gewinnt zunehmend an gutem Ruf.

In ihren Aufzeichnungen kommt der Stolz zum Ausdruck, den sie angesichts ihres Erfolges verspürt. Sie ist sich aber auch bewusst, dass das Leben einer Geschäftsfrau kaum Platz für ein erfülltes Privatleben bietet.

Die Veröffentlichungsgeschichte dieser Memoiren ist fast genauso interessant, wie das Leben von Nell Kimball selbst. In ihrer Entstehungszeit Anfang der Dreißiger Jahre wurde es zwar als hochwertiges Werk von den Verlegern anerkannt, aber seine offene und direkte Sprache verhinderte die Veröffentlichung. Erst 1967 wurden die Lebenserinnerungen Nell Kimballs wiederentdeckt und diesmal auch veröffentlicht.

Es wäre auch schade gewesen, wenn der Öffentlichkeit ein derart hervorragendes Werk vorenthalten worden wäre. Denn Nell Kimballs Art zu erzählen, ist ein Hochgenuss. Und ihre Schilderungen geben einen unverschnörkelten Einblick in das Leben und Schaffen einer Hure. Sie räumt auf mit alten Klischees und man gewinnt einen völlig neuen Blick für diese eigenständige Welt.

Auch die Stimme von Marlen Diekhoff trägt im Audio-Book einen großen Anteil dazu bei. Mit ihren Interpretationen lässt sie die Worte als Bilder im Kopf entstehen.

Und durch ihre ruhige und authentische Art zu sprechen, bekommt man den Eindruck, dass die von Leben geprägte Nell Kimball persönlich zu den Hörern spricht.

Marlen Diekhoff ist seit zwanzig Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg engagiert und spielte dort Rollen wie der Blanche in "Endstation Sehnsucht" oder der Olga in "Drei Schwestern".


Herausgeber: Hans Magnus Enzensberger
Gelesen von Marlen Diekhoff
Bearbeitung und Regie: Hans Drawe
LIDO. Hörbuchverlag von Eichborn
2 CDs, ca. 150 Minuten
ISBN: 3-8218-5187-2
Preis: 25 Euro
Inhalt: Memoiren einer Hure und Geschäftsfrau.

Literatur Beitrag vom 01.07.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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