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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.04.2004

Tahar Ben Jelloun - Die Schule der Armen
Tatjana Zilg

Ein Dorfschullehrer schildert die Alltäglichkeit der Kinderarbeit in sklavenähnlichen Verhältnissen in einem von Armut zermürbten Dorf. Eine poetische Geschichte über ein erschütterndes Thema



Was ist das Schlimmste auf der Welt?
Der Dorfschullehrer in einem entlegenen afrikanischen Dorf stellt seinen SchülerInnen diese Frage. Er möchte, dass sie intensiv nachdenken. Sie überlegen: Der Tod? Krankheit? Hunger? Ein Sandsturm? Skorpione, Vipern, Schakale? Krieg? Hass? Angst? Viele Antworten .... Der engagierte Lehrer zeigt ihnen, dass all diese schlimmen Dinge Ursachen haben, dass sie überwindbar sind, wenn entsprechende Mittel zur Verfügung stehen. Wurzel all der Komplikationen, die Sklaverei, Krieg, Rassismus bewirken, sind Gleichgültigkeit und Unwissenheit.

Wenig Hilfe erhält das Dorf von den Verantwortlichen. Hilfsgüter aus den reichen Industrienationen bleiben in der Großstadt, wo sie von skrupellosen eigennützigen Menschen zurückgehalten werden. In der Not arbeiten die Kinder des Dorfes in der Schuhfabrik eines Sportproduktenherstellers für einen Minimaltagessatz, anstatt in die Schule zu gehen.

Der junge Dorfschullehrer reagiert zunächst mit Hilflosigkeit. Die Erwachsenen des Dorfes vertrösten ihn auf später. Irgendwann werden die Kinder schon wieder in die Schule kommen. Jetzt ist es wichtiger, dass sie ein wenig Geld verdienen. Vorteil und Macht hat der Schuhfabrikbesitzer. Zu minimalen Produktionskosten bekommt er handgenähte Schuhe, die er in den Industrienationen als Markenware teuer verkaufen kann.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit 250 Millionen Kinder unter 14 Jahren arbeiten, 120 Millionen von ihnen den ganzen Tag. Hinzu kommen die Kinder, die im Haushalt arbeiten. Viele Mädchen arbeiten zu Hause, gehen nicht zur Schule. Die Arbeitsbedingungen sind meist sehr schlecht, die Kinder werden durch die Arbeit krank, sind Analphabeten. Einem Grossteil der Kinder wird der regelmäßige Schulbesuch vorenthalten. Ohne Schulbildung haben sie jedoch keine Chance, der Armut zu entkommen.
Armutsbekämpfung, Wirtschaftswachstum und Demokratisierung sind nur aufgrund von Schulbildung für alle realisierbar: Ohne Bildung gibt es keine Entwicklung.
Gewissenslose Geschäftemacher nutzen Armut aus, um mit sehr billiger Arbeitskraft Geld zu verdienen.

Tahar Ben Jelloun schildert in verständlicher und sensibler Sprache die Geschichte eines Dorfschullehrers, der in sein Heimatdorf zurückkehrt, um dort die Kinder zu unterrichten. Als sie nach kurzer Zeit dem Unterricht fernbleiben, macht er sich auf die Suche und entdeckt die Schuhfabrik. Ohne Unterstützung durch die erwachsenen DorfbewohnerInnen fühlt er sich zunehmend hilflos gegen das Leid der Kinder. Aber als er das Dorf verlassen will, halten ihn die Kinder auf. Geduldig setzt er sich für die Belange der Kinder ein, die nach und nach wieder in die Schule kommen.

Der Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und die Förderung von Bildungsprojekten für Kinder sind zentrale Anliegen des Kinderhilfswerks terre des hommes. Unter anderem wird mit dem Erlös aus dem Verkauf des Buches eine Abendschule für Hausmädchen in Malis Hauptstadt Bamako gefördert.

Die Wirkung des Buches wird unterstützt durch die intensiven farbigen Aquarelle und Collagen des 1969 geborenen Multimediakünstlers Charley Case, der an zahlreichen Kunstprojekten weltweit mitwirkt.

Zum Autor: Tahar Ben Jelloun wurde 1944 in Fes, Marokko, geboren. Er studierte Philosophie in Rabat und Psychologie in Paris. Er gilt als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur aus dem Maghreb, sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Sein erstes Kinderbuch "Papa, was ist ein Fremder" war ein internationaler Bestseller, für den der Autor mit dem europäischen Preis der Künstler für den Frieden und dem Global Tolerance Award der UNO ausgezeichnet wurde.
Der tiefgründige Dialog mit seiner zehnjährigen Tochter über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gibt Antworten und Gedankenanstöße auf die unzähligen Fragen, die das aufmerksame und sensible Mädchen ihren Vater stellt und die nicht nur für Kinder viel Neues enthalten.



Tahar Ben Jelloun
Die Schule der Armen

rotfuchs im Rowohlt Taschenbuch Verlag, April 2004
(Ab 10 J.)
ISBN 3 499 21259-5
Euro 7,90
96 Seiten, kartoniert90008115&artiId=2461491"



Tahar Ben Jelloun
Papa, was ist ein Fremder?

Rowohlt Taschenbuch Verlag, Mai 2000
(Ab 10 J.)
ISBN 3 499 22750-9
Euro 6,50
112 Seiten, kartoniert90008115&artiId=2461491"

Literatur Beitrag vom 05.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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