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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.05.2004

Das Ende der Stille
Sharon Adler

Antonia entdeckt ein verstecktes, ramponiertes Klavier im Keller ihrer Großmutter. Die Suche nach seinem Besitzer führt sie zu einem totgeschwiegenen Stück Familiengeschichte. Und zu ihrem Talent



Behutsam schließt Antonia den Deckel und verhüllt das Klavier wieder mit einer Decke. Seit sie es aufgespürt hat, verbringt sie jede freie Minute mit ihm. Heimlich. Denn ihre Entdeckung muss sie für sich behalten. Niemand in ihrer Familie hört Musik, keiner spricht darüber. Doch wer hat auf diesem alten Klavier gespielt? Wem gehörte es? Warum steht es im Keller versteckt? Und wer ist auf den vergilbten Fotos abgebildet?
Antonia sucht nach Antworten. Und stößt dabei auf etwas, worüber ihre Familie seit vielen Jahren schweigt.

Leseprobe:

Antonias Hände erstarrten, ihr Nacken verhärtete sich und ihrem Rücken wuchs ein Panzer, der feindlichen Blicken und Worten standhalten sollte.
Es blieb still.
Dann ächzte die Tür noch einmal, schabte auf dem Kellerboden entlang, der Lichtschwall wurde breiter, und Frau Köttges Stimme sprach leise: "Toni? Bist du es?"
Vorsichtig zog Antonia ihre Hände zurück, Verbotenes hatten sie getan, wie konntest du nur, sie straffte den Rücken und spannte die Muskeln, als müsste sie sich bereithalten für eine Flucht. Dann griff sie langsam zum Schalter der Lampe und drückte darauf. Nun war es dunkel um sie herum, nicht zu sehen das Mädchen, das auf dem verbotenen Klavier gespielt hatte. Langsam erhob sie sich, legte wie in Zeitlupe die Klavierschule auf den Stuhl, klappte den Deckel zu, hob den Schonbezug hoch und deckte ihn über das Verbotene, eine Tarnkappe für das Klavier, schon stand es unsichtbar da, wie ein großes braunes Tier, das im Verborgenen schlafen muss.
"Ich ...", sagte ihre Stimme, die plötzlich brüchig und spröde war wie Glas, "ich habe ..."
Und schon fiel sie auf den Kellerboden und zerbarst in tausend Stücke, ihre Stimme, nur die des Klaviers hing noch zwischen den Wänden, glatt und klar und unverbraucht. Die Stimme des Verbotenen, dachte sie, lauschte kurz den hüpfenden Gestalten nach, die sich wieder in ihrem Kopf tummelten und ihren Namen riefen. Langsam trat sie auf die Haushälterin zu und wurde wieder das Mädchen, das man Toni nannte, das lächelte und schüchtern war.

AVIVA-Tipp: Die Geschichte von Antonia berührt. Sie zeigt, wie wichtig es ist, unbeirrbar den eigenen Weg zu gehen, auch wenn er manchmal einsam ist.

Die Autorin:
Ulrike Kuckero studierte Literaturwissenschaften, Englisch und Pädagogik. Sie schreibt schon seit ihrer Studienzeit. Heute arbeitet sie als Grundschullehrerin.



Das Ende der Stille
Ulrike Kuckero

13,90 Euro
ISBN/EAN 3-522-17645-6
Thienemann Verlag, erschienen Januar 2004
Ab 13 Jahren200296194675"

Literatur Beitrag vom 10.05.2004 Sharon Adler 

   




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