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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.05.2003

Sie lieben und sie hassen sich...
Kirsten Eisenberg

Wenn das einzige Gesprächsthema der Fettgehalt des Croissants ist: Wie Sie Freundschaftskrisen verstehen und verarbeiten können, zeigt Christine Weiner in "Blöde Kuh".



Was tun, wenn die beste Freundin einem plötzlich fremd geworden ist und frühere Rituale nicht mehr möglich sind? Darf man eine verlorene beste Freundin einfach durch eine neue ersetzen? Wie kann man die tiefen Wunden, die eine zerbrochene Frauenfreundschaft bei uns hinterlässt, wieder heilen lassen? Auf diese und viele weitere Fragen antwortet die in Mannheim lebende Erzieherin, Betriebswirtin und Journalistin mit flott-flapsiger Schreibe ("Ich, das Mädchen mit der dicken Wampe...") ihren Leserinnen.

Einleitend beschreibt Weiner in drei Fallbeispielen zunächst positive und negative Erlebnisse mit eigenen (ehemaligen) besten Freundinnen. Frau findet sich in den Schilderungen an der einen oder anderen Stelle garantiert wieder und erinnert sich daran, wie schmerzlich und enttäuschend ein Freundinnen-Konflikt sein kann.
Schon auf den ersten Seiten wird einem aber auch der Wert einer Beste-Freundinnen-Freundschaft wieder ins Gedächtnis gerufen und lässt den Wunsch aufkommen, diese zu schützen und zu pflegen.
Nach einem allgemeineren Teil über Bedeutung und Strukturen von Frauenfreundschaften geht die Autorin im weiteren Verlauf auf konkrete Problemfelder ein. Frau muss also nicht das gesamte Buch studieren, sondern kann sofort das entsprechende Kapitel aufschlagen.

Kinder, Neid, Lügen oder Burn-Out - neben zahlreichen Konfliktauslösern ist Störenfried Nr.1 der Frauenfreundschaft leider der Mann! Weiner macht Mut und zeigt, dass letzterer austauschbar, die Freundschaft aber mit ein bisschen Eigeninitiative überlebensfähig ist.

"Freundschaften erwachen, erblühen, sind ausgelutscht wie Kaugummis, verschwinden, verabschieden sich, platzen, pausieren..." - der Text wird durch kleine poetische Elemente, aber auch durch Erfahrungsberichte von Frauen im Alter von 11 bis 43 abwechslungsreich.
Hinzu kommen sofort umsetzbare Verhaltens-Tipps und Übungen (allein oder zu zweit) in übersichtlichen Text-Kästen, etwa ein 24-Stunden-Intensiv-Freundinnentag. Christine Weiner schreibt selbstkritisch, ehrlich und glaubwürdig, denn sie schlussfolgert aus ihren eigenen Erfahrungen mit den drei besten Freundinnen Renate, Cornelia und Pe.

Sie haben ein dummes Gefühl, irgendetwas scheint in der Luft zu liegen?Die Autorin rät, diesem weiblichen Instinkt nachzugehen und nicht als Hirngespinst abzutun.
Anhand von Fragen, die dazu gedacht sind, dass die Leserin sie an sich selbst stellt, lernt frau, sich erst mal selbst zu analysieren. Denn dort liegt oft schon die Wurzel des Problems, und Christine Weiner hilft, negative Gefühle wie Neid in konstruktive Aktionen umzuwandeln.
Dabei macht sie klar, dass Ehrlichkeit und Offenes Reden, ohne sich dabei im Ton zu vergreifen (also Feedback statt Fies-back) das A und O in einer funktionierenden Freundschaft sind.
Trotzdem lernt frau auch, dass in manchen Fällen, wie großem Vertrauensbruch, der Mut aufgebracht werden muss, einen Schlußstrich unter eine Freundschaft zu ziehen.

Das Buch birgt einige interessante Erkenntnisse. Ob Neid auf gute Schulnoten oder den interessanteren Job - Verhaltensmuster aus der Kindheit zwischen Freundinnen bleiben bis ins Erwachsenenalter die gleichen!
Der Leserin wird auch klar, dass Freundschaften dem Wandel der Zeit und einer immer kosmopolitischer werdenden Welt unterworfen sind, in denen Erfolg und Konkurrenz als Konfliktpotentiale an Gewicht gewinnen.

Leider stört der stellenweise zu persönlich werdende Schreibstil der Autorin. So berichtet sie ausführlich über ihre hormonellen Probleme, außerdem nervt der offen gezeigte Stolz auf die Freundschaft zur Sängerin Pe Werner.
Einige Hinweise wirken auf die Leserin mit Sprüchen à la "Denken ist manchmal gar nicht nötig, denn das Leben weiß es in der Regel besser", leicht altklug.
Vielleicht hätte Weiner auch noch auf platonische Mann-Frau-Freundschaften eingehen können, wo doch viele Frauen statt auf die beste Freundin auf den besten Kumpel zählen.

Sieht man von diesen kleinen Schwachstellen jedoch ab, handelt es sich um einen heiteren, mutmachenden und vor allem anwendbaren Mix aus Erfahrungsbericht und Praxisratgeber. Ein Geburtstagsgeschenk für die beste Freundin?



Christine Weiner
Blöde Kuh!
Kreuz Verlag, 2003
ISBN: 3-7831-2231-7
14,90 EURO

Literatur Beitrag vom 13.05.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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