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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 24.06.2003

Von ABC Kundenanalyse bis Zweitnutzen
Sharon Adler

Das Universal-Wörterbuch Werbisch-Deutsch, herausgegeben von Scholz & Friends, arbeitet nach Methode 635.



Me/tho/de 635 w Kreativitätstechnik, die erst dann zum Ausdruck kommt, wenn man die anderen 634 schon durch hat.

Im April/Mai 2003 führte das kompakte Nachschlagewerk aller Slogans die Top-Seller-Liste des Branchendienstes "Kress Report" an.

Erschien die erste Auflage noch im dem bekannten gelben Design eines bekannten Wörterbuchverlages, so wurde nach nur 17 Wochen wegen großer Nachfrage bereits die zweite Auflage produziert - mit neuem Cover: Bei der Neuauflage wurde die Bitte des gelben Sprachprofis berücksichtigt, doch lieber auf die Gestaltung eines anderen Wörterbuchverlages zurückzugreifen. Der wiederum hat sich darüber gefreut und so stehen diesmal die PONS-Wörterbücher Pate für das Standardwerk.

Die Erstausgabe des "Scholz & Friends Universalwörterbuch Werbisch" erschien bereits 1989. Diese linguistische Pioniertat rückte erstmals die bis dahin außerhalb der Werbewelten weitgehend unbekannte Sprache in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit.

Inzwischen hat sich einiges getan im Land der WerberInnen: Hätten Begriffe wie "split screen" die SprachwissenschaftlerInnen von 1989 wahrscheinlich noch an einen kaputten Fernseher denken lassen, gehören sie heute zur umgangssprachlichen Grundausstattung jedes Praktikanten und jeder Praktikantin. Jetzt gibt es "Internetbanner" und den "Tausenderkontaktpreis", "Cocooning", "Smart Shopper" und "3D", den "Spill Over Effekt" und und und...

Ein Beispiel:
Sy/ner/gie w die Tatsache, dass ein Spot besser wirkt, wenn man in einer Anzeige noch mal nachlesen kann, was er eigentlich aussagen sollte. Wir bauen stark auf die ~effekte integrierter Kommunikation: alle Werbemittel weisen darauf hin, dass das Produkt ab sofort erhältlich ist. -Ef/fekt m wenn man im Fernsehen, im Radio und in der Zeitung ständig dieselbe dümmlich gemachte Kampagne um die Ohren gehauen bekommt, bis aus dem Effekt ein Infarkt wird (Synergie, Synergie...)

Mehr oder weniger intelligent werden Stichworte und Redewendungen aus der Werbebranche ins ´Deutsche´ übersetzt, damit auch die Bild-ZeitungsleserInnen das Werbeblabla verstehen können. Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, entpuppte sich anlässlich seiner öffentlichen Buchvorstellung als "heavy user" von "Werbisch-Deutsch". Die neue Ausgabe greift jetzt zusätzlich das Phänomen "Bild" mit einem Stichwort auf.

Fazit: Ein Mon-Chérie-Angebot im bewährten Corporate Design verkauft eine Message, die es nicht gibt. Ein nicht ganz ernstgemeintes Buch für Newcomer in der trendy Werbeszene, die unbedingt mitreden wollen. Manchmal witzig, weil selbstironisch, oft hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit.

Ein prima Geschenk für alle, die in Werbien leben oder noch dahin wollen.


Werbisch-Deutsch
Hrsg. Scholz & Friends

Redline Wirtschaft bei Ueberreuter, 2003
184 Seiten Paperback
ISBN 3-8323-0984-5
15,90 Euro

Literatur Beitrag vom 24.06.2003 Sharon Adler 

   




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