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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.03.2005

Weit ist der Weg nach Westen - Auf der Fluchtroute von Marion Gräfin Dönhoff
Tina Kosleck

Tatjana Gräfin Dönhoff begibt sich auf eine Zeitreise und folgt der Fluchtroute, die ihre Großtante Marion im Jahr 1945 aus Ostpreußen angetreten ist.



Im Jahr 1945 floh Marion Gräfin Dönhoff vor der Roten Armee aus ihrer Heimat Ostpreußen in Richtung Westen. In acht Wochen legte sie 1.600 Kilometer auf dem Rücken ihres Pferdes Alarich zurück, bevor sie in Westfalen ankam. Fast ein halbes Jahrhundert später begibt ihre Großnichte Tatjana sich auf Spurensuche, folgt der Route, die ihre Großtante damals eingeschlagen hat.

Aus dem damaligen Quittanien in Ostpreußen ist Kwitajni geworden. Das halbe Jahrhundert hat Spuren hinterlassen. Kriegsende, kalter Krieg, Wendezeit und EU-Beitritt - all diese Zeiten streift Tatjana Gräfin Dönhoff auf ihrer Zeitreise.
Alle bekommen durch die Geschichten, die Menschen über sie zu erzählen haben, eine Erfahrbarkeit. Es sind Menschen, die damals gelebt haben, die heute leben. Sie alle haben eine Geschichte zu erzählen und dafür leiht Tatjana Gräfin Dönhoff ihnen ihre Stimme. So gelingt es der Autorin, ihren LeserInnen einen Einblick in den Alltag ihrer nahen und doch so fernen polnischen NachbarInnen zu ermöglichen.

Es sind Landschaftsbeschreibungen, Erinnerungen ihrer Großtante und Porträts, mit denen die Autorin ihren Weg beschreitet. Warmherzig macht Tatjana Gräfin Dönhoff ihre LeserInnen mit den Menschen, die sie getroffen hat, bekannt - und den LeserInnen gefällt´s.

Die Menschen, Landschaften und Gebäude, die Tatjana Gräfin Dönhoff, ihren LeserInnen vorstellt, werden von wunderbaren, eindrücklichen Momentaufnahmen des Fotografen Jo Röttger begleitet und ergänzt. Durch die Verbindung von Bildern und Text werden eben diese Menschen, Landschaften, Gebäude zum Leben erweckt. Besonders die Portraits sind gelungen: Menschen, die nur selten direkt in die Kamera blicken, sondern in ihrem Alltag, ihrer Arbeit - manchmal in der Bewegung - von seiner Kamera eingefangen wurden.

In ihrem Vorwort schreibt Tatjana Gräfin Dönhoff, dass sie sich auf ihrer Reise verliebt hat, dass sie sich "im Land ihrer Väter emotional zu Hause fühlt". Dass sie dieses Gefühl in ihrem Buch vermitteln kann, ist ihr großer Verdienst und bringt Lust am Lesen.

Marion Gräfin Dönhoff wurde nach Kriegsende als Publizistin und Herausgeberin der ZEIT bekannt. Sie schrieb ein Buch über ihre Flucht "Namen, die keiner mehr nennt". Alice Schwarzer verfasste eine Biographie über Marion Gräfin Dönhoff "Marion Dönhoff. Ein widerständiges Leben".

AVIVA-Tipp: Nicht nur für Ostpreußen-Kenner und -LiebhaberInnen eine äußerst interessante, dabei aber auch unterhaltsame Lektüre.

Zur Autorin: Tatjana Gräfin Dönhoff, geboren 1959, studierte Politologie, Journalistik und Geschichte und arbeitet seit den achtziger Jahren als Journalistin und Autorin, u.a. für die Magazine Stern, Max, Marie Claire, Playboy und The European.

Zum Fotografen: Jo Röttger, geboren 1954, studierte Fotografie in Dortmund. Seit 1981 arbeitet er mit dem ZEIT-Magazin zusammen. 1984 wurde er Mitglied der Fotografengruppe "Visum" und arbeitete für verschiedene internationale Magazine. Heute lebt er in Hamburg, ist hauptsächlich für Corporate Communication tätig und realisiert eigene fotografische Projekte.



Weit ist der Weg nach Westen
Auf der Fluchtroute von Marion Gräfin Dönhoff
Tatjana Gräfin Dönhoff

Fotos Jo Röttger
Nicolai-Verlag, erschienen Oktober 2004
ISBN 3-89479-215-9
248 Seiten, gebunden
29,90 Euro200665039275"

Literatur Beitrag vom 09.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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