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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 13.04.2005

Mira reicht´s - Ein Kinderbuch von Alexa Hennig von Lange
Ruth Niehaus

Der Vater hört bewußtseinserweiternde Musik, die Mutter trocknet sich heimlich die Hände am Geschirrtuch ab: Alltag einer Patchwork-Familie, erzählt aus der Sicht einer 11-jährigen.



Mira wünscht sich sehnlichst ein Pony, auch, um Moritz aus ihrer Klasse zu beeindrucken, den sie heimlich anhimmelt. Tatenlos muß sie mitansehen, wie sich Desiree ohne Gewese auf dessen Schoß setzt. Liegt´s daran, daß Desiree schon ganz gut entwickelt ist, wie Miras Mama meint? Desiree steht in ihrer Freizeit gern vorm Einkaufszentrum herum und scheint zu wissen, wo der Hase lang läuft. Mira spürt deutlich, daß sie so richtig nicht dazu gehört - zu den Mädchen nicht, mit ihren komischen Geheimcodes, zu den Jungen erst recht nicht. Und mit Astrid (Arschtritt) Battermann, will sie sich nicht zusammentun, weil die nicht ohne Grund zu ihrem charmanten Spitznamen gekommen ist. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Schule kann grausam sein.

Die Schwierigkeiten spitzen sich zu, als die Klasse sich in einen Reisebus Richtung Landschulheim setzt - ein Riesenspaß für Moritz, Desiree und wie sie alle heißen, für Astrid eine Gelegenheit, ungerührt Leberwurstbrote zu essen, obwohl es sicher besser wäre, mit Diskobürsten und Deoflaschen zu hantieren. Für Mira ist schon die Fahrt eine wahre Pein: sie muß neben Astrid sitzen, die fortwährend "Ich fress´ einen Besen" sagt und wird unfreiwillig Zeugin lustiger Flirtszenen auf der Rückbank des Busses.

Mira hat genug Schwierigkeiten, möchte man meinen.
Leider ist das Leben aber auch außerhalb der Schule nicht viel entspannter.

Von außen betrachtet scheint alles o.k. zu sein. Miras Mama und Jan lieben sich und versichern sich gegenseitig dauernd, was für ein Glück es sei, einander gefunden zu haben. Mit Alfred, dem kleinen Brüderchen, kommt Mira gut klar und Jan hat sie ebenso in ihr Herz geschlossen wie ihren richtigen Papa Leo, den sie jeden Samstag besucht. Der hatte die Familie verlassen, als sie etwa drei Jahre alt war. Seitdem gilt er als unreif. Leo betreibt einen Hot-Dog-Stand und ist auf eine nervige Art unkonventionell. Distanziert beobachtet Mira das lockere Treiben in Papas muffiger WG und obwohl sie immer froh ist, dort nicht übernachten zu müssen, macht es sie traurig, wenn Mama und Jan in Selbstgerechtigkeit vereint auf den armen Chaoten herabblicken.

Papa Leo ist aber keinen Deut besser und läßt keine Gelegenheit aus, Miras Mama als überängstliche Spießerin zu verurteilen. Wie Miras Bericht zeigt, liegt der Vater da nicht so falsch. Er macht es sich aber, genau wie die Mama, zu einfach. Beide leben ganz bequem mit dem zementierten Bild des anderen - Mira, der einsamen Wanderin zwischen den Welten, helfen sie damit nicht weiter, denn sie träumt davon, Jan und ihr Vater würden wenigstens "mal zwei Sätze miteinander reden".

Die erste Tag im Landschulheim ist der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt, Mira reicht´s, sie fühlt sich miserabel im Kreis ihrer MitschülerInnen und will nur noch nach Hause. Ihre Mama ist telefonisch nicht erreichbar, wohl aber Leo, der sie kommentarlos abholt und die Chance nutzt, mit seiner Tochter mal "einfach so rumzufahren". Der Ausflug wird zum Alptraum für die kleine große Mira, die ungeahnte Mutproben bestehen muß. Am Ende gelingt es ihr, beide Welten, in denen sie aufwächst, für eine kleine Weile zusammen zu bringen.

AVIVA-Tipp: Alexa Hennig von Lange beweist lakonischen Witz und Sinn für (tragi-)komische Situationen, ohne ihre Figuren ins Lächerliche zu ziehen.



Alexa Hennig von Lange
Mira reicht´s

rororo Rotfuchs, erschienen im November 2004
141 Seiten, illustriert, Pappeinband
ISBN 3-499-21297-8
12,90 Euro200484168975"

Literatur Beitrag vom 13.04.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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