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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 15.03.2004

Familienleben - ein biographischer Roman von Viola Roggenkamp
Sabine Grunwald

Das Buch erzählt die Geschichte einer jüdisch-deutschen Familie, die überlebt hat und deren Kinder an der Vergangenheit mittragen



Hamburg 1967. Die 13jährige Fania lebt mit ihrer älteren Schwester Vera, der jüdischen Mutter Alma, Großmutter Hedwig und Vater Paul in einer heruntergekommenen Villa im vornehmen Hamburger Stadtteil Harvesthude. Sie hat Schwierigkeiten mit der korrekten deutschen Rechtschreibung, ihrer Muttersprache, und der Orientierung in der deutschen Vaterstadt. Ihre jüdische Mutter und Großmutter haben mit Hilfe des Vaters die Nazizeit überlebt. Andere Überlebende sind Omas Freundinnen, das "Theresienstädter Kränzchen" wie sich die alten Damen lakonisch bezeichnen, die in einem jüdischen Altersheim leben und sich regelmäßig zum Kartenspielen treffen.

Jeden Montagmorgen verläßt Paul Schiefer schweren Herzens seine Familie um auf Tour zu gehen. Er erledigt mehr oder minder gut seine Vertretergeschäfte für Brillengestelle und wird am Ende der Woche enthusiastisch von seiner Familie begrüßt. Eigentlich wäre seine Frau besser für den Job geeignet...

"Meine Mutter würde gern an seiner Stelle losziehen, hinaus zur Kundschaft. Sie hat das Gefühl, ihre Geschäftsabschlüsse wären besser als seine, und er hat auch das Gefühl. Dennoch verändern sie nichts."

Alma widmet sich der Aufgabe, unter der Woche die Familie liebevoll-streng zu regieren.
Eine Familie, in der gelacht, geweint, gestritten und geliebt wird - eine Trutzburg gegenüber der Außenwelt. Die Geschwister stehen zwischen dem Wunsch nach Liebe, Geborgenheit und der Sehnsucht sich abzunabeln und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Während die ersten Studentenrevolten gegen den Besuch des Schahs von Persien stattfinden und in Israel der Sechs-Tage-Krieg ausbricht, gelingt es der Ich-Erzählerin, aus der Enge des familiären Geflechts einen Weg nach Außen zu finden.

Die Autorin zeichnet ein sensibles Zeitportrait einer jüdisch-deutschen Familie der Nachkriegsjahre in Deutschland. Mit ihrem Roman steht sie in der jüdischen Tradition des Memorierens und des Weitererzählens, um an die Vergangenheit zu erinnern. So ist ein sensibel, tiefgründiger und doch leichtfüßiger Roman entstanden, der mit viel Witz erzählt ist.

Viola Roggenkamp 1948 in Hamburg geboren, stammt aus einer jüdisch-deutschen Familie. Sie reiste und lebte mehrere Jahre in Ländern Asiens und in Israel und ist eine der renommiertesten Publizistinnen der Gegenwart (u.a. Die Zeit).
Ihr letzter Roman Tu mir eine Liebe. Meine Mamme. Jüdische Frauen und Männer in Deutschland sprechen über ihre Mutter (2002) wurde diskutiert und hochgelobt.

AVIVA-Tipp: Ein Roman, der süchtig macht und Trauriges mit Heiterem auf geniale Weise verbindet.



Viola Roggenkamp
Familienleben

Arche Verlag 2004
23,00 Euro
ISBN 3-7160-2325-6
436 Seiten, gebunden200261743975"

Literatur Beitrag vom 15.03.2004 Sabine Grunwald 

   




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