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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.01.2004

Ich trage einen goldenen Stern. Ein Frauenleben in Deutschland
Sabine Grunwald

Annette Kuhn, Geschichtsprofessorin und Frauenforscherin, schildert in ihrer Biographie den schmerzvollen Weg einer Ich-Findung. Als Feministin, Jüdin und Wissenschaftlerin



Die emeritierte Geschichtsprofessorin Annette Kuhn beschreibt eindrücklich in ihrem Buch "Ich trage einen goldenen Stern" den schwierigen Weg ihrer Identitätssuche, als Deutsche, Jüdin und als feministische Wissenschaftlerin.

Die Autorin wächst in einem verständnisvollen und strengen Elternhaus auf. Ihre Mutter, eine geborene Lewy, gehörte zur ersten Generation der Studentinnen, die in Deutschland die Hochschule besuchen durften. Ihre Dissertation hat sie zugunsten der Kindererziehung nie realisiert. Nach Hitlers Machtergreifung emigriert die Mutter mit den beiden Kindern nach England. Nachdem der Vater eine Stelle als Geschichtsprofessor in den USA gefunden hat, ist die Familie wieder vereint. Annette verlebt glückliche Jahre im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten", entschließt sich aber dennoch für eine Rückkehr nach Deutschland.
Ihre Eltern konvertierten in den 50er Jahren zum Katholizismus, die jüdische Identität wurde verleugnet.

Die ehrgeizige Geschichtsstudentin ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, die patriarchale und nationalsozialistisch geprägte Mentalität ihrer Universitätslehrer zu durchschauen. Ihre Mutter zerbricht an dem Unvermögen, sich ihrer jüdischen Identität zu stellen. Bis zu ihrem Tode erfährt die Tochter nichts über ihre jüdischen Wurzeln.
Schrittweise und mit schmerzlichen Folgen im beruflichen und privaten Bereich setzt sich Annette Kuhn mit ihrer Vergangenheit und den politischen Strukturen ihrer Lebensumwelt auseinander. Daran zerbricht auch ihre Beziehung zu Anna.

Eine zentrale Frage für sie ist: Was heißt es, Historikerin an einer Universität nach Auschwitz zu sein? Sie beschreibt die Bedeutung der 68er Bewegung für sich und ihr Selbstverständnis als Professorin in einer von Männern dominierten Welt.
"Ein erstes Nachdenken über Frauengeschichte begann mit der 68er-Bewegung. Als ich...mein Seminar zur NS-Zeit eröffnete, wollten die Studierenden etwas über Frauen in der NS-Zeit wissen. ...Schnell bemerkte ich, das in den Standardwerken Frauen in der nationalsozialistischen Zeit überhaupt nicht erwähnt wurden....So unterschiedliche Forscher wie Joachim Fest und Ernst Bloch...vertraten die Auffassung, die deutschen Frauen hätten Hitler an die Macht gebracht".
Ihr Versuch, die Frauenforschung als ernstzunehmende Disziplin im Lehrplan zu verankern, stößt auf erbitterte Gegenwehr der Professorenclique.

Der offene und kritische Lebensbericht der Autorin ist ein wichtiges Stück Zeitgeschichte.

Annette Kuhn, 1934 geboren, war lange Jahre Professorin für Geschichte/Didaktik, und Frauengeschichte in Bonn. Sie ist Mitbegründerin und -herausgeberin der Zeitschriften "Geschichtsdidaktik" und "metis". Als wissenschaftliche Leiterin des POLITEIA-Projekts gründete sie 2000 den "Verein zur Förderung des geschlechterdemokratischen historischen Bewusstsein e.V". Sein Hauptziel ist der Aufbau eines Hauses für FrauenGeschichte.
Im Oktober 2004 soll das erkenntnistheoretische, geschichtswissenschaftliche und geschichtsdidaktische Konzept für das Haus der FrauenGeschichte im Rahmen eines Symposions der Öffentlichkeit vorgestellt und beispielhaft an einem "historischen Ausschnitt" dargestellt werden.

Weitere Informationen zum Projekt "Haus der FrauenGeschichte" im Netz unter:
www.hdfg.de/sources/projekt/projekt-fundamente.htm




Annette Kuhn
Ich trage einen goldenen Stern. Ein Frauenleben in Deutschland

Aufbau-Verlag
17.90 Euro
220 Seiten, gebunden mit 45 Abbildungen
ISBN 3 351 02556 490008115&artiId=2350225"


Literatur Beitrag vom 23.01.2004 Sabine Grunwald 

   




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