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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.04.2004

Juden. Bürger. Berliner. Der Begleitband
Denise Hoffmann

Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung gibt Einblicke in das Leben der jüdischen Familie Beer - Meyerbeer - Richter, sowie deren Bereicherung für das gesellschaftliche und kulturelle Leben Berlins



"Kann eine Familiengeschichte Stadtgeschichte sein, die eine gar zur anderen werden?"
Über 250 Jahre war die Geschichte der Familie Beer - Meyerbeer - Richter mit der Berlins verbunden. Ihre Vorfahren gehörten zu jenen Juden, die - 1670 aus Wien vertrieben - vom Großen Kurfürst in Brandenburg aus wirtschaftlichen Gründen angesiedelt wurden. Der Zugang war auf vermögende Juden und Jüdinnen beschränkt.
Seit dem späten 17. Jahrhundert hatte die Familie Beer - Meyerbeer - Richter am geistigen sowie am wirtschaftlichen Leben Berlins eine gewichtigen Anteil.

Im ersten Teil des Begleitbandes zur Ausstellung "Juden. Bürger. Berliner" werden die einzelnen Familienmitglieder von Liepmann Meyer Wulff (1745 - 1812) bis Hans Richter (1876 - 1955) in biographischen Essays vorgestellt.
Die Verbindung der Familie Beer - Meyerbeer - Richter zur deutschen Kulturgeschichte wird hergestellt und die Thematik der Akkulturation beleuchtet.

Die Familienhistorie beginnt mit Liepmann Meyer Wulff, der als reichster Jude Berlins galt und Traditionalist innerhalb der jüdischen Gemeinde war.

Seine Tochter Amalie und deren Mann Jacob Herz Beer setzten ihren Reichtum für kulturelle und wohltätige Zwecke ein. Amalie führte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen erfolgreichen musikalischen Salon.
Das Ehepaar Beer zog - quasi Emanzipation und Akkulturation in der nicht-jüdischen Gesellschaft herausstellend - in eine zuvor nicht von Juden bewohnte Gegend am Tiergarten. In ihrem Haus befand sich auch die erste Berliner Reformsynagoge, in der an evangelische Messen angelehnte Gottesdienste abgehalten wurde.
Die Familie Beer war modernen Strömungen ihrer nicht-jüdischen Umgebung gegenüber aufgeschlossen, verleugnete ihr Judentum jedoch nicht.

Der älteste Sohn Giacomo Meyerbeer (eigentlich Jakob Meyer Beer) wurde Opernkomponist, und auch Wilhelm Beer sowie Michael Beer brachten es als Astronom bzw. Theaterschriftsteller zu bemerkenswerten Leistungen.Giacomo Meyerbeers Tochter Cornelie fühlte sich bereits früh im jüdischen Glauben fremd und trat mit 16 zum Christentum über. Sie hinterlässt einen umfangreiches Briefkonvolut mit berühmten zeitgenössischen Persönlichkeiten und war in Berlin als "Salondame" selbst einflussreiche Person. Ebenso ihr Mann Gustav Richter, der ein gefragter Portrait- und Orientmaler war.

Auch die vier Söhne Cornelie und Gustav Richters waren beruflich erfolgreich: Der Älteste, Gustav, wurde Maler. Raoul wurde Professor der Philosophie an der Leipziger Universität und widmete sich Nietzsches Werk. Reinhold wurde Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium, bis er 1936 - aufgrund der jüdischen Herkunft seiner Mutter - entlassen wurde. Hans Richter war Anwalt und Notar in Wannsee, bis auch er als "Mischling ersten Grades" seine Arbeitsmöglichkeiten verlor. Nach Kriegsende wurde er als Verfolgter der nationalsozialistischen Gesetzgebung anerkannt.

Der zweite Teil enthält ein Bestandsverzeichnis des Nachlasses der "Hans-und-Luise-Richter-Stiftung". Katalogisiert sind Photographien, Tagebücher, kunstgewerbliche Gegenstände, Möbel, Gemälde, Bücher, Skulpturen, Dokumente und persönliche Gegenstände.

Aviva-Tipp:
Informativer Band über eine berühmte Familie. Auch die Stadtgeschichte Berlins wird aufschlussreich dargestellt. Das Bestandsverzeichnis ist, wenn man die Ausstellung nicht besucht hat, eher dröge. Vielleicht hätten etwas mehr Fotos den zweiten Teil interessanter gemacht.

Mehr zur Austellung hier.



Juden Bürger Berliner
Das Gedächtnis der Familie Beer - Meyerbeer - Richter

Henschel Verlag, März 2004
19,90 Euro/ i. Buchhandel 24,90 Euro
ISBN 3-89487-476-7
Einband: Geb. 272 S. Illustrationen: 90 tls. farb. Abb.200279442075"


Literatur Beitrag vom 27.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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