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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.05.2004

Françoise Cactus - Neurosen zum Valentinstag
Tatjana Zilg

Eine Französin in Berlin: Die bessere Hälfte der Trash-Pop-Band Stereo Total ersann zwölf geniale Kurzgeschichten voller Spitzfindigkeit, schwarzem Humor und brillanten Ideen



Feminine Frauen mit all ihren Stärken und Schwächen sind die ProtagonistInnen von Françoise Cactus. Sie erlaubt ihnen, sich im Schicksal treiben zu lassen, Opfer und Täterin zugleich zu sein. Dafür nimmt die Wahlberlinerin die außergewöhnlichsten Perspektiven ein. In "Ich bin nicht da - eine wahre Gespenstergeschichte" blickt sie aus den Augen eines Geistes auf die Männerwelt.

Für "Mademoiselle Bovary" verwendet sie eine berühmte Vorlage:
Das Erstlingswerk des bekannten Autoren Gustav Flaubert aus dem frühen 19. Jahrhundert. Der Roman "Madame Bovary" brachte ihm einen Prozess wegen Verstoßes gegen die guten Sitten ein, wurde aber dadurch ein Skandalerfolg.
Eine junge Dorfarzt-Gattin ist unzufrieden in ihrer Ehe mit einem lieben, aber biederen Mann. Sie flüchtet sich in Kitsch-Romane und Frauenzeitschriften, die ihre Sehnsucht nach einem Leben in Leidenschaft und Luxus verstärken. Mittels zweier Liebesverhältnisse versucht sie sich Abwechslung in ihr vorbestimmtes Leben zu holen. Doch sie scheitert letztlich an der Trivialität und Enge ihrer realen Verhältnisse: Von Schulden erdrückt begeht sie Selbstmord.
Sensibel und makaber zugleich erzählt Françoise Cactus die Geschichte aus dem Blickwinkel der kleinen Tochter von Madame Bovaray:

"Meine Mutter hat einfach zu viele Romane gelesen! Jenen Heldinnen wollte sie gleichen, romantische Liebe erleben, Glück und Freiheit. In einer Zeit, in der die Frauen unter ihren Spitzenhauben oder Sonnenschirmen stumm blieben, verspürte sie den Drang, laut aufzuschreien, verspürte sie eine unendliche Sehnsucht nach Abenteuer. Dafür war sie sogar bereit zu sterben. Die Welt, in der sie lebte, war doch ohnehin eine tote Welt, von Fledermäusen und Priestern bevölkert. Noch mehr als heute drehte sich damals alles nur um Pflicht und Tugend."

Cactus´ Heldinnen in der Jetzt-Zeit haben sich losgelöst von derartigen Erwartungen und Einschränkungen. Sie erfüllen sich ihre Sehnsucht nach Abenteuer. Doch schon bald finden sie sich wieder konfrontiert mit Zwängen aus dem Inneren: Das Kindermädchen Germaine, gerade erst nach Paris gezogen, beginnt eine Affäre mit ihrem Dienstherren. Gemobbt von dessen zwölfjähriger Tochter steigert sie sich nach der ersten Arbeitswoche in Aberglauben, bis sie fristlos gekündigt wird. Der Brasilientrip zweier Freundinnen wird gleich nach der Ankunft am Flughafen zum Alptraum. Eine junge Frau nimmt sich schnellen Sex und nistet sich bei einer scheinbaren Wohltäterin ein, die für einen Seitensprung mit ihrem Geliebten entsetzliche Rache verübt.

Zur Autorin:
Françoise Cactus schrieb schon als Teenager und das sehr erfolgreich. Mit zwölf Jahren belegte sie bei einem Vorlesewettbewerb in Burgund den ersten Platz. Als zwei Jahre später ihr Romanerstling "Photo-Souvenir" erschien, kreierten begeisterte KritikerInnen den Genre-Begriff "Lolita-Literatur". Nach einem Studium in Kunstgeschichte, Literatur und Linguistik zog die Französin nach Berlin, wo sie sich schnell in der lokalen Kunst- und Musikszene einlebte. Es folgten Zusammenarbeiten u.a. mit dem Filmemacher Oskar Roehler und sie verfasste die frei erfundene "Autobigophonie". Zugleich positionierte sie sich als Musikerin: Nachdem sie sechs Jahre bei der femininen Punkcombo "Lolitas" als Schlagzeugerin und Sängerin mitgewirkt hatte, gründete sie die Trash-Pop-Band "Stereo Total". Weitere literarische Werke folgten ebenfalls: "Abenteuer einer Provinzblume", "Zitterparties" und "Mitzi".

Aviva-Tipp: Nicht nur für Liebhaberinnen schwarzen Humors! Das ideale Buch für Kurzweile auf der Liegewiese im Park, beim Sonnen auf dem Balkon und am Urlaubsstrand. Oder in einer einsamen Nacht mit Schokolade und Rotwein.

Lesen Sie auch das Interview mit Françoise Cactus.

Mehr zu Françoise Cactus und "Stereo Total" im Netz:
www.stereototal.de



Françoise Cactus
Neurosen zum Valentinstag

Rowohlt Berlin Verlag, erschienen März 2004
ISBN 3-87134-499-0
Euro 14,90200250131775"


Literatur Beitrag vom 28.05.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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