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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.07.2004

Ein Streich bringt die 14jährige Erika für acht Jahre hinter Gitter
Sabine Grunwald

Der erschütternde Erfahrungsbericht von Erika Riemann schildert die grausamen Folgen einer harmlosen Tat. Ihre verlorene Jugend und die traumatischen Folgen werden spannend und mitleidlos erzählt



Die lebenslustige 14jährige Erika träumte von einer Karriere auf der Bühne.
Tatsächlich arbeitete sie nach Kriegsende als Lehrmädchen in einem Frisiersalon in Mühlhausen. Als sie sich weigert, den verlausten Kopf der Majorin zu waschen, erfährt sie ihre erste Konfrontation mit den sowjetischen Machthabern. Diese Tat wird ebenso wenig vergessen wie ein dummer Streich. Übermütig verziert sie ein Bild Stalins mit einer roten Lippenstiftschleife. Zwei uniformierte Männer bringen sie in die russische Kommandantur. Von dort wird sie nach Ludwigslust verschleppt.

Zuerst scheint es, dass ihre Tat keine großen Folgen nach sich ziehen wird. Sie landet in einer Villa und kann sich ihr Brot in einer umherziehenden Truppe als Artistin verdienen.
Am 2. Januar 1946, auf dem Weg ins Theater, verhaftet man sie erneut. Während endloser Verhöre wird ihr Geburtsjahr auf 1928 festgelegt, sie wird gezwungen, eine Aussage zu unterschreiben. Das Urteil: zehn Jahre Sibirien.

Ihre Odyssee durch ostdeutsche Gefängnisse und Lager mit Stationen in Torgau, Bautzen, Sachsenhausen und Hoheneck dauert acht Jahre. Einen großen Teil ihrer Jugend verbringt sie unter unwürdigen Bedingungen hinter Mauern und muss Demütigungen, Prügel, Hunger und Depressionen aushalten. Sie überlebt Krankheiten, eine Blinddarmoperation ohne Narkose und einen Selbstmordversuch.

Nach ihrer Entlassung versucht sie, traumatisiert von der Vergangenheit, ihre Erlebnisse zu vergessen. Zwei Ehen gehen in die Brüche und ein Selbstmordversuch schließt sich an.
Erst eine Therapie und die anschließende schriftliche Aufarbeitung der Vergangenheit machen es ihr möglich die traumatischen Ereignisse zu verarbeiten.

Zur Autorin:
Erika Riemann, 1930 geboren, hat nach der Haftzeit als Kellnerin, Gymnastiklehrerin und Krankenschwester gearbeitet. Sie war drei mal verheiratet und hat drei Kinder zur Welt gebracht. Heute lebt sie in Hamburg und arbeitet ehrenamtlich mit Organisationen zusammen, die sich mit der Dokumentation ähnlicher Fälle befassen.




Erika Riemann
Die Schleife an Stalins Bart

Ein Mädchenstreich, acht Jahre Haft und die Zeit danach
Serie Piper, München, April 2004
ISBN 3-492-24093-3
8,90 Euro200269709275"


Literatur Beitrag vom 28.07.2004 Sabine Grunwald 

   




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