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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.08.2004

Japanerinnen kennen keinen Schmerz!
Kirsten Böttcher

Sujata Massey lässt ihre Heldin Rei Shimura die dunkle Seite des Comic entdecken. Sie mischt sich unter die Tokioer Manga-Szene und findet sich zwischen Yakuza und fanatischen Manga-Fans wieder



Die Antiquitätenhändlerin Rei Shimura wird - nach den Erfolgen von "Die Tote im Badehaus" (1999, ausgezeichnet mit dem Agatha- Award), "Zuflucht im Teehaus" (2000) und "Bittere Mandelblüten" (2002) - nun in ihren vierten Mordfall verwickelt: "Tödliche Manga".

Autorin Sujata Massey, Tochter einer Deutschen und eines Inders, die ihre Kindheit in den USA und ein paar Jahre in Japan verbrachte, erschuf eine originelle Protagonistin, die, ihr selbst ähnlich, zwischen verschiedenen Kulturen steht. Rei Shimura, ihre Heldin, ist halb japanisch und halb amerikanisch und lebte erst in San Francisco, bevor sie nach Tokio zog, um dort als Antiquitätenhändlerin zu arbeiten und nebenbei für eine in englisch erscheinenden Zeitschrift für in Tokio lebende Ausländer, der Gaijin Times, Kolumnen über Möbel, Märkte und Handelsgebräuche in Tokio zu schreiben.

Die Autorin eröffnet ihren vierten Rei-Shimura-Roman mit einer quasi symbolischen Szene für die kulturelle Differenz, die das Leben ihrer Protagonistin prägt: Rei muss sich im Unterschied zu vielen haarlosen Japanerinnen einer "großen" Bikinizonen-Epilation unterziehen. Und: wahre Japanerinnen schreien dabei nicht vor Schmerzen auf! Somit muss sich Rei auf den ersten fünf Seiten ihrer halbamerikanischen Herkunft schmerzhaft bewusst werden...wir fühlen da physisch mit ihr!

Mangafiguren? "Großäugige Androiden mit Wespentaille und Schießeisen", urteilt Rei Shimura zunächst, bevor sie sich in die Recherche stürzt...

Zum Plot: Die besagte Zeitschrift, die Gaijin Times, plagt der Verlust von LeserInnen. Der Inhaber brüstet sich mit einer populistischen Idee, nämlich seine Zeitschrift mit Manga-Zeichnungen und -Themen aufzupeppen und schickt Rei Shimura los, um über die Geschichte und die künstlerische Bedeutung von Mangas zu recherchieren. Ihr neuer Freund Takeo versucht, ihr zu helfen. Sie stößt auf künstlerisch wertvollere Amateurcomics, dojinshis, bei denen Fans die Figuren aus den Originalcomics kopieren oder leicht verändern und neue Geschichten zu der Figur kreieren. Als es Rei gelingt, sich mit dem Autoren-Zirkel der Showa-Story in Verbindung zu setzen, fällt ihr bald die erste Leiche vor die Füße und der geradezu mythisch verehrte Zeichner der Comicreihe scheint vom Erdboden verschluckt.

Die Aufklärung des Manga-Mords läuft in konventionellen Krimi-Bahnen ab und erscheint fast weniger spannend als die Beschreibungen der Tokioer Restaurants, der verschiedenen Gerichte, der Nachtclubs, der Wohnviertel Tokios oder der Manga-Welt. Da die Heldin Shimura noch nichts von Mangas weiß, führt die Autorin langsam Begriffe und Konventionen ein, so dass die bisher von Mangas unbescholtenen LeserInnen leicht folgen können.

Insofern ist "Tödliche Manga" eine unterhaltsame Urlaubslektüre, die einer Neugier auf das weit entfernte Tokio entgegenkommt, allerdings hat man Plot und Figuren auch spätestens nach dem nächsten Schnorchelgang wieder vergessen.


Sujata Massey
Tödliche Manga

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Sonja Hauser
Piper Verlag, München, Juli 2004
384 Seiten
8,90 Euro
ISBN 3492270476
200272762575"


Literatur Beitrag vom 23.08.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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