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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.11.2004

Die Macht des Wodka
Julia Richter

In ihrem beim wjs Verlag erschienen Buch spürt die Publizistin Sonia Margolina der verhängnisvollen Rolle nach, die das "Wässerchen" in der russischen Geschichte gespielt hat.



"Der Wodka hat zur Aufrechterhaltung des russischen Absolutismus und der Leibeigenschaft beigetragen, und auch die kolonialen Eroberungen des ausgehenden 18. Und 19. Jahrhunderts wurden aus dem Säuferetat mitfinanziert. Für die russische Autokratie war der Wodka in erster Linie ein Machtinstrument. "Das betrunkene Volk ist einfacher zu regieren", behauptete Katharina II., und sie wußte wovon sie sprach, belief sich doch der Säufer-Etat während ihrer langen Herrschaft gelegentlich auf mehr als das Magische Drittel der Staatseinnahmen."

Sonia Margolina kommt in ihrem Buch zu einem erschütternden Urteil über die Bedeutung des Wodka für den Verlauf der russischen Geschichte. Mit Hilfe dieses alkoholischen Getränks begeht das Volk historisch und geopolitisch Selbstmord, so die Autorin. Sie belegt, dass die Abhängigkeit der Russen vom Wodka bereits Jahrhunderte zurück reicht und vom Staat teilweise gewaltsam betrieben wurde.

Um seine Kriege gegen die benachbarten Teilfürstentümer zu finanzieren, belegte der im 16. Jahrhundert regierende Zar Iwan IV die "Kabaken" genannten Trinkhäuser mit einer Sondersteuer. "Trinken für den Zaren" war das Ziel, nicht selten wurden die Männer mit Prügeln in die Kabaken gezwungen. Berichte von Reisenden im 16. Jahrhundert zeigen die verheerenden Auswirkungen dieses vom Staat verordneten Alkoholismus.

Alle späteren Herrscher profitierten von dieser Steuer, die einen erheblichen Teil der Staatseinnahmen ausmachte. Die Folgen waren katastrophal: Sonia Margolina beschreibt, dass sich die Trunksucht durch alle Schichten zog, sogar die Kirche war davon betroffen. Auch das Debakel des Russisch-Japanischen-Krieges sei auf den Wodka zurückzuführen.

Die Autorin führt den Leser durch sechs Jahrhunderte russischer Geschichte bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Sie geht explizit auf die Rolle der Juden ein, da sie häufig Betreiber von Schänken waren. Dem Schriftsteller Dostojewski reichte dies als Beweis dafür, dass die "jüdischen Blutsauger" verantwortlich seien für die gravierenden Probleme des russischen Volkes.

AVIVA-Tipp: Wer die Geschichte eines Landes, das die Weltpolitik im 20. Jahrhundert entscheidend mit geprägt und beeinflußt hat, besser verstehen möchte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.


Zur Autorin:
Die gebürtige Russin studierte Biologie und Ökologie an der Moskauer Universität, wo sie 1981 promovierte. Seit 1986 lebt sie als freie Publizistin in Berlin. Im Oktober 1991 erhielt sie in Klagenfurth den Preis des Landes Kärnten für internationale Publizistik und veröffentlichte 1992 im Siedler Verlag ihr erstes deutschsprachiges Buch "Das Ende der Lügen". 1994 erschien bei Rowohlt der Essay "Russland: Die nichtzivile Gesellschaft".


Sonia Margolina
Wodka. Trinken und Macht in Russland.

WJS Verlag, erschienen September 2004
184 Seiten, gebunden
16 Euro
ISBN 3-937989-03-X
200592658075"


Literatur Beitrag vom 12.11.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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