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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.11.2004

Oase des Friedens
Julia Richter

Berichtet wird über eine einmalige Institution in Israel: Ein jüdisch-palästinensisches Friedensdorf, dessen EinwohnerInnen seit über 20 Jahren beweisen, dass Toleranz im Nahen Osten möglich ist



"Dort, wo keine Liebe ist, sollt ihr Liebe säen. Jede Saat trägt eines Tages Früchte. Ihr werdet sie vielleicht nicht selbst ernten, aber andere werden kommen, um sie zu pflücken. Das ist das wahre Ziel von Neve Shalom / Wahat al-Salam (Oase des Friedens): Bewahrt euch die Hoffnung und sät viel Liebe. Der Tag der Ernte kommt zu seiner Zeit."

Mit dieser Maxime machte sich 1969 der französische Priester Bruno Hussar daran, seinen Traum von einem Ort in Israel zu verwirklichen, in dem ChristInnen, Jüdinnen und Juden und Musliminnen und Moslems friedlich miteinander leben. Der Pater brauchte sehr viel Geduld, bis sein Plan Realität wurde. Die ersten BewohnerInnen des Dorfes, die sich Ende der siebziger Jahre dauerhaft dort niederließen, änderten jedoch die von Bruno Hussar vorgesehene Struktur der "Oase des Friedens", in dem sie festlegten, dass Juden und PalästinenserInnen paritätisch in dem Ort leben sollten, als Beweis dafür, dass trotz der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Völkern ein friedliches Miteinander möglich ist.

Abwechselnd erzählen die Jüdin Evi Guggenheim Shbeta und der Palästinenser Eyas Shbeta, die seit über zwanzig Jahren mit ihren gemeinsamen Töchtern dort leben, die Geschichte des Dorfes und ihrer Völker. Sie berichten über die Schwierigkeiten, die Gemeinschaft der "Oase des Friedens" zusammenzuhalten, angesichts der politischen Konflikte in ihrem Land, und über den langen Weg, den sie selbst zurücklegen mußten, bis sie ihre Vorbehalte und ihre Ignoranz gegenüber dem benachbarten Volk ablegten.

Die ausgewogene Erzählweise der AutorInnen und ihre schonungslose Offenheit sich selbst gegenüber sensibilisiert die LeserInnen für die jüdische und die palästinensische Sichtweise auf den Konflikt, den das Paar zum Teil sowohl innerhalb der Gemeinde als auch innerhalb der Ehe austragen muß.

Ihr Bericht, der bereits in der Kindheit beginnt, verschafft das nötige Hintergrundwissen, um die Ängste und die Aggressionen, die Wut und die Verzweiflung der beiden Völker besser verstehen zu können. Das Buch zeigt, dass zu einem Leben in Toleranz mehr gehört als Idealismus und Hoffnung. Ohne die Bereitschaft, sich ernsthaft mit dem anderen auseinanderzusetzen und dessen kulturelle Identität zu akzeptieren, ist ein friedliches, gleichberechtigtes Miteinander nicht möglich.

Aviva-Tipp: Selten wurde in einem Buch so bewegend die Geschichte des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert erzählt. Ein Bericht, der einen nicht losläßt, auch wenn man das Buch schon lange ausgelesen hat.

Zu den AutorInnen:
Die Sozialpädagogin und Psychotherapeutin Evi Guggenheim stammt aus einer traditionsbewußten jüdischen Familie und wuchs in Zürich auf. Mit 19 Jahren ging sie zum Studium nach Israel. Dort lernte sie Eyas Shbeta kennen, den sie 1988 heiratete. Seine Familie wurde während des ersten israelisch-arabischen Krieges 1948/49 vom jüdischen Staat vertrieben und enteignet. Seit Anfang der achtziger Jahre leben sie in Neve Shalom/Wahat al-Salam, dessen Friedensschule Eyas Shbeta mitaufgebaut hat.


Evi Guggenheim Shbeta / Eyas Shbeta
Oase des Friedens. Wie eine Jüdin und ein Palästinenser in Israel ihre Liebe leben.

Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge.
Heyne Verlag, erschienen im September 2004
320 Seiten mit Bildern
20,00 Euro
ISBN 3-453-12008-6200491038975"


Literatur Beitrag vom 16.11.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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