Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End AVIVA_gegen_AFD
Aviva-Berlin > Literatur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   J├╝disches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 04.02.2005

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis von Amos Oz
Silke Buttgereit

Er wurde als israelisches Nationalepos bezeichnet, stand europaweit auf Bestsellerlisten und ist von allem einer der besten Romane des vergangenen Jahres



Jerusalem Anfang der 49er Jahre. Ein Erz├Ąhler erinnert zu Beginn des 21. Jahrhunderts seine Kinderjahre in der Zeit vor und nach der Staatsgr├╝ndung Israels. Er erz├Ąhlt das Leben seiner Eltern, tr├Ągt Bruchst├╝cke aus Erz├Ąhlungen von Verwandten, eigene Erinnerungen und historische Ereignisse zusammen und formt daraus das Leben seiner Gro├čeltern und Urgro├čeltern.
Kindheit, das ist die Zeit, in der Wahrnehmung und Verst├Ąndnis denkbar weit auseinander klaffen und in dieser Kluft ist weiter Raum f├╝r Fantasien, ├ängste und Gl├╝cksgef├╝hle. Erz├Ąhlerisch ist Amos Oz in "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" das gro├če Kunstst├╝ck gelungen, kindliche Wahrnehmung glaubhaft zu schildern, ohne einen Hehl daraus zu machen, dass es sich um rekonstruierte Erinnerung eines 60j├Ąhrigen handelt.

So entsteht die von vielen erz├Ąhlerischen Abschweifungen, R├╝ckblenden und Vorausnahmen durchwirkte Biographie einer tief in Europa verwurzelten Familie, die vom Zionismus ebenso gepr├Ągt wie von der europ├Ąischen Kultur. Sinnliche Kindheitseindr├╝cke von Ger├╝chen, Licht und Dunkelheit, von Himbeerlimonade und dem ersten Paar Lederschuhe werden durchdrungen von dem existenziellen Ringen um einen israelischen Staat, von Krieg und Armut, den zionistischen Heldenparolen seiner aschkenasischen Familie und dem langsamen Verschwinden seiner Mutter in schweren Depressionen, die mit dem Selbstmord der Mutter des damals 12j├Ąhrigen enden. Amos verl├Ąsst kurz darauf Jerusalem und lebt die n├Ąchsten Jahrzehnte in dem Kibbuz Hulda.

"Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" ist in den Monaten nach Erscheinen im vergangenen Herbst von der Kritik begeistert gelobt worden und stand zwischenzeitlich auf vielen Bestsellerlisten. W├Ąhrend Amos Oz┬┤ Lesereise im November fehlte in kaum einem gro├čen Feuilleton ein Interview mit dem israelischen Autor.
F├╝r europ├Ąische LeserIinnen ist der Roman sicherlich ein Schl├╝ssel f├╝r das Verst├Ąndnis der europ├Ąischen Fundamente Israels und des israelischen Volkes.
Horst K├Âhler ist k├╝rzlich nach seiner Rede vor der Knesset f├╝r die staatsm├Ąnnische Klugheit der Aussage, die Verantwortung f├╝r die Shoa sei Teil der deutschen Identit├Ąt, zu Recht gelobt worden. Amos Oz dagegen zeigt hier erz├Ąhlend in vielen M├Ąandern und fetzenhaften Erinnerungen, wie komplex die Verflechtungen zwischen der j├╝dischen Bev├Âlkerung Pal├Ąstinas und dem Europa des 19. und 20. Jahrhunderts damals waren. Und es vielleicht noch sind. Die ersten Einwanderergenerationen waren zutiefst von der Hassliebe zu Europa gepr├Ągt, die wiederum ein wichtiger Teil ihrer israelischen Identit├Ąt ist. Hassliebe oder besser: Eine Liebe, der von Europa schon lange vor der Shoa mit Hass und Antisemitismus begegnet wurde.

AVIVA-Tipp: Der Roman ist ein r├╝hrendes und ber├╝hrendes Buch. Darf man das sagen, ohne es in den Ruch von Kitsch und Melodramatik zu bringen? Jedenfalls ist der Roman frei von nostalgischem Kitsch, er schreibt schlicht die Geschichte einer Familie in die bekannten geschichtlichen Ereignisse um die israelische Staatsgr├╝ndung ein. Und er ist zu komisch, zu ironisch, um tragisch zu sein. Es ist einer der besten Romane des vergangenen Jahres.


Amos Oz
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Aus dem Hebr├Ąischen von Ruth Achlama
Originaltitel: Ssipur al ahava we-choschech
Suhrkamp Verlag, erschienen August 2004
ISBN 3-518-41616-2
Gebunden. 850 Seiten
26,80 Euro90008115&artiId=2834364&nav=5081"


Literatur Beitrag vom 04.02.2005 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken