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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.12.2002

Wladimir Kaminer und Helmut Höge: Helden des Alltags
Meike Bölts

Abstruse Geschichten über das seltsame Wesen Mensch: Der exotische Alltag, dekoriert mit Bildern, für die wir uns schämen würden, wären sie Teil unserer privaten Sammlung



Wer kennt ihn nicht? Wladimir Kaminer, den Russen vom Prenzlauer Berg. Autor, Radiomoderator, DJ, Familienvater und Spezialist des Alltags. 1990 kam er in die damalige DDR, lernte deutsch, besetzte ein Haus und wirkte bei Off-Theaterbühnen mit. Weihnachten 1998 sah er dann seinen ersten Text gedruckt vor sich liegen - in der taz, angeheuert von Helmut Höge. Die beiden haben sich offensichtlich nicht mehr aus den Augen verloren, denn nun haben sie gemeinsam ein Buch gemacht: Helden des Alltags. Die Texte stammen von Kaminer, die Bilder hat Höge gesammelt.

Frei nach dem Lenin´schen Motto "Nicht der reaktionäre Professor, der einfache Mensch ist unser Held." lesen wir von Menschen, die einkaufen, die Geschichten schreiben, die schlafen oder die kämpfen. Oder auch von Menschen beim Angeln, beim Essen und unter Tannenbäumen, von nackten Menschen und toleranten Menschen. Vor allem lesen wir jedoch von Menschen wie du und ich. Dass diese Menschen normal sind, lässt sich nicht wirklich behaupten.

Kaminer pflegt die Kunst der Beiläufigkeit. Er hält fest, was ihm über den Weg läuft, mit einem so trockenen Schmunzeln, dass sich beim Lesen die Mundwinkel unwillkürlich nach oben ziehen. Dabei entwickelt er äußerst interessante Theorien über menschliche Verhaltensweisen: Besonders hervorzuheben ist dabei die These, wie Frauen Männer davon abhalten, sich auf evolutionär ausgeprägte Weise aus dem Staub zu machen. Oder auch folgende Lebensweisheit: "Ein altes Sprichwort sagt: Die bittere Wahrheit ist besser als eine süße Lüge. Ich meine aber, eine richtig süße Lüge ist nicht weniger wertvoll als die Wahrheit, sie kann einem sogar zu Glück verhelfen. Ohne Lügen kämen auch viele Beziehungen kaum zu Stande."

Illustriert werden all die Skurrilitäten mit Bildern der 50er, 60er, 70er und zum Teil noch aus den 80ern. Allesamt von Helmut Höge bei Trödlern und auf Flohmärkten erstanden. Sie sind eine Art kollektives Mosaik unserer Vergangenheit. Wer kennt sie nicht, die Bilder, auf denen die Mutter irgendetwas machen muss, damit der Vater seine neue Kamera austesten konnte oder Bilder nach dem Motto: "Tut mal so, als ob ihr mich gar nicht bemerkt." Ein grandioses Archiv muss Höge da haben, aus dem er hoffentlich nicht zum letzten Mal geschöpft hat.

Der letzte Satz in Helden des Alltags klingt beinahe befreit: "Ich bin froh, dass wir alle Fragen zum Thema Alltag gelöst haben. Nun können wir uns anderen Dingen zuwenden." Wir sind gespannt.



Wladimir Kaminer und Helmut Höge
Helden des Alltags

Goldmann, 2002
ISBN: 3-442-54183-2
Preis: 14,90 EUR200932991975"

Literatur Beitrag vom 25.12.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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