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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.03.2005

"Weinen Sie nicht, die gehen nur baden". ZeugInnen des Auschwitz-Prozesses berichten
Tina Kosleck

"Jeder, der an dieser gigantischen Mordmaschinerie hantierte, war des Mordes schuldig", so der Generalstaatsanwalt des Auschwitz-Prozesses Fritz Bauer. Doch verurteilt wurden nur einige wenige.



Am 20. Dezember 1963, fast 19 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, wird in Frankfurt der so genannte Auschwitz-Prozess er├Âffnet.

In dem Feature "Weinen Sie nicht, die gehen nur baden" von Jochanan Shelliem werden einige wenige der ZeugInnenaussagen des Prozesses mit Hintergrundberichten ├╝ber sein Zustandekommen und mit Bewertungen des Prozesses durch ZeitzeugInnen durchmischt.

Obwohl sich der Prozess lediglich gegen einige Angeklagte - gegen Mulka u.a. - richten konnte, gegen die im Rahmen des Strafgesetzbuches ein Prozess wie gegen jeden normalen Angeklagten gef├╝hrt wurde, wies der Generalstaatsanwalt Fritz Bauer ihm eine andere Aufgabe zu: Nicht so sehr die S├╝hne der T├ĄterInnen sollte im Vordergrund stehen, viel mehr ging es ihm darum, politische Aufkl├Ąrung zu leisten, die ├ľffentlichkeit ├╝ber den Gesamtzusammenhang dieses Massenmordes zu informieren. Denn dies tat Not - besonders vor dem Hintergrund des "Gnadenfiebers" der Adenauer-├ära.

Derzeit werden die 430 Stunden Tonmaterial des Auschwitz-Prozesse gesichtet, entstehen soll eine DVD, "ein Periskop, das den, der hineinzuh├Âren vermag, ver├Ąndern wird".

Dem H├Ârbuch gelingt dies so nicht, jedoch ist das auch nicht sein Anspruch. Hier geht es vielmehr um den Prozess und seine Hintergr├╝nde als um die Aussagen der Opfer und T├ĄterInnen, auch wenn der Untertitel "Zeugen des Auschwitz-Prozesses berichten" anderes vermuten l├Ąsst. Dennoch sind diese Aussagen selbstverst├Ąndlich der eindringlichere Teil des Features. Es ist erstaunlich, wie n├╝chtern die meisten der ZeugInnen die Selektion, die Ankunft im Lager, die Trennung von den Familien, die Bereicherung am Hab und Gut der H├Ąftlinge beschreiben. Auschwitz war eine Mordmaschine - und war die Gaskammer dann nach zwei Stunden endlich voll, so wurden noch Kinder ├╝ber die K├Âpfe der dem Tode Geweihten hinweg in die Gaskammer geworfen.

Die akustische Qualit├Ąt der ├╝ber 40 Jahre alten Tondokumente ist erstaunlich gut und klar, selten einmal klingt eine Aussage dumpf. Leider verlieren diese Tondokumente durch die Zerst├╝ckelung der Aussagen an Eindringlichkeit. So werden die H├ÂrerInnen aus den Erinnerungen der ZeugInnen herausgerissen, um von den SprecherInnen einen Teil ├╝ber das Zustandekommen des Prozesses zu erfahren, sollen sich dann aber gleich wieder hineinfinden, als der ZeugInnenbericht fortgesetzt wird. W├Ąren die einzelnen Teile besser voneinander abgesetzt, w├Ąre es leichter, sowohl den ZeugInnenberichten als auch den Hintergrundberichten des Prozesses zu folgen.

├ťber die ergangenen Urteile erf├Ąhrt man in dem Feature leider ebenso wenig wie ├╝ber die Reaktionen der Bev├Âlkerung - nicht nur in Deutschland - auf den Prozess und auf die durch ihn bekannt gewordenen grausamen Details.

AVIVA-Tipp: Besonders vor dem Hintergrund des Aussterbens der Generation von ZeitzeugInnen sind Dokumente wie dieses von unglaublicher Bedeutung f├╝r alle nachfolgenden Generationen.

Zum Produzenten
Jochanan Shelliem
, geboren am 15. Januar 1953 in Haifa, arbeitet seit 1978 als H├Ârfunk-Journalist der ARD und lebt heute in Frankfurt und Offenbach am Main.

Zu den SprecherInnen
Donata H├Âffer
, geboren 1949 in Berlin, ist Schauspielerin, Sprecherin und tourt auch regelm├Ą├čig als S├Ąngerin mit eigenem Klassik- und Folkloreprogramm.
Matthias Haase, geboren 1957, wirkte bereits als Sprecher in ca. 300 H├Ârspielproduktionen mit, darunter Hauptrollen in "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco und "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien.

Gerd Wameling, geboren 1948 in Paderborn, wirkt als Sprecher in zahlreichen H├Ârspielproduktionen und als Schauspieler in zahlreichen Filmen und Fernsehserien mit. 1993 erhielt er den Grimme-Preis f├╝r seine Rolle des Dr. Fried in "Wolffs Revier".


"Weinen Sie nicht, die gehen nur baden!"
Zeugen des Auschwitz-Prozesses berichten
Jochanan Shelliem
Mit Gerd Wameling, Matthias Haase, Donata H├Âffer, u.a.
1 CD mit Booklet
45 min. 9 Tracks
Der Audio Verlag, Januar 2005
ISBN 3-89813-409-1
Euro 14,95200723523288"


Literatur Beitrag vom 01.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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