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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.03.2005

David Grossman - Das Gedächtnis der Haut
Sarah Ross

Auch in David Grossmans Novellen werden die zwischenmenschlichen Beziehungen thematisiert. Doch in diesem Fall besticht der bedeutendsten Schriftsteller Israels durch die Macht der Imagination.



In der ersten Novelles "Raserei" erzählt der Wissenschaftler Schaul, auf einer anfänglich ziellos erscheinenden Autorfahrt, vom Drama seines Lebens: Seine Frau Elischva, mit der er bereits seit fünfundzwanzig Jahren mehr oder weniger glücklich verheiratet ist, hat seit 10 Jahren einen Geliebten. Sie ahnt nicht, dass ihr Ehemann jede Einzelheit ihres Doppellebens durchschaut.

Von Eifersucht geplagt, führt er sich, und der anfänglich unwilligen, dann faszinierten Fahrerin, die intimsten Details dieser außerehelichen Beziehung vor Augen.

Auf eine geradezu masochistische Art und Weise genießt er diese Imagination und die Erregung, die seine Vorstellungen über das geheime Liebesleben seiner Frau in ihm hervorruft - es macht ihn süchtig und kreativ. Im weiteren Verlauf der Autofahrt nimmt Schauls unkontrollierte Vorstellungskraft auch von seiner Schwägerin, die das Auto fährt, besitzt, und weckt ihre eigenen Erinnerungen und Sehnsüchte. Sie beginnt sich für ihr Leben und ihre Beziehungen zu rechtfertigen und sich gleichzeitig davon zu befreien. Während Schaul sich immer weiter in seine Erzählungen hineinsteigert, verblasst sein reales Leben hinter der vermeintlichen Untreue seiner Frau.

In der gleichnamigen, zweiten Novelle, "Das Gedächtnis der Haut", erzählt Rotem, eine Schriftstellerin, von der intensiven und erotischen Beziehung ihrer Mutter zu einem 15-jährigen Knaben. Rotems Mutter, die auf dem Sterbebett liegt, war Yoga-Lehrerin und der Junge ihr Patient. Zum letzten Mal wird sie die Höhen und Tiefen dieser geheimen und zugleich ungewöhnlichen Beziehung erleben, und noch einmal leidet die Tochter darunter, dass all das, was sie sich in jenen Jahren von ihrer Mutter ersehnt hatte, diesem fremden Jungen galt.
Auch in seiner zweiten Novelle kreiert Grossman ein tragisches Schicksal, bei dem die Frage offen bleibt, ob es sich um ein reales Leiden oder ein Trugbild einer obsessiven Phantasie.

AVIVA-Tipp: David Grossmans Novellen liegen an der Schwelle zwischen Realität und Imagination. Sie erzählen von der Liebe, der Eifersucht und den geheimen Sehnsüchten und Träumen eines Mannes und einer Frau. Die einzige Verbindung zwischen beiden liegt darin, dass ihre Phantasien Realität werden. Der Autor führt den Leser und die Leserin in die intimsten Winkel der menschlichen Seele. Dabei lässt er uns vollkommen vergessen, dass die Fiktion des Erzählens nicht die Wirklichkeit ist, oder doch?

Zum Autor: David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. Seine Bücher liegen in zahlreichen Übersetzungen vor und wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet.


David Grossman
Das Gedächtnis der Haut. Zwei Novellen

Aus dem Hebräischen von Vera Loos und Naomi Nir-Bleimling.
Carl Hanser Verlag, München und Wien 2004.
314 Seiten
ISBN 3-446-20529-2
21,50 Euro
200408626075"


Literatur Beitrag vom 11.03.2005 Sarah Ross 

   




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