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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 22.03.2005

Gynäkologie auf dem Prüfstand
Ruth Niehaus

Sylvia Schneider, Autorin zahlreicher Gesundheitsratgeber, wirft in "Goldgrube Gynäkologie" ein Licht auf profitable Verflechtungen zwischen Pharmaindustrie, Medien und GynäkologInnen.



Frauen kennen sich mit sich selbst nicht mehr aus, konstatiert Sylvia Schneider. In der Betrachtung ihres Körpers und der Wahrnehmung mehr oder weniger subtiler Veränderungen vermißt sie Selbstvertrauen und Wissen um vollkommen natürliche Vorgänge.

Für Frauen gilt offenbar nur bedingt, was mittlerweile selbst die Ratgeberspalte der Bäckerblume für das menschliche Sein annimmt: einen unlösbaren, wechselseitigen Zusammenhang zwischen körperlichem und seelischem Geschehen.
Ob der Menstruationszyklus kurz ist oder lang, die Blutungen intensiv oder spärlich, immer schwingt bereits in der Eigendiagnose ein "zu" mit, verbunden mit der Befürchtung, irgend etwas könnte nicht stimmen.
Nach Ansicht der Autorin seien viele Frauen davon überzeugt, dass "nur der Gynäkologe weiß, wie sich eine Frau fühlen muß und was an ihr normal bzw. unnormal ist". Erscheinungen rund um "Zyklen, Fruchtbarkeit, Sexualität" werden zu Krankheitsbildern.

Statt unterschiedliche Lebenssituationen, wechselnde körperliche und seelische Belastungen geltend zu machen, werde das Bild einer unvollkommenen, und störanfälligen weiblichen Biologie gezeichnet, moniert die Autorin.
Und so scheint es folgerichtig der Begriff "Mangel" zu sein, um den die Frauenheilkunde kreist.
Die ersehnten Kinder stellen sich nicht auf der Stelle ein, dafür aber die ersten grauen Haare mit Ende 20? Egal um welche Lebensphase oder Probleme es sich handelt, die Industrie kennt bestimmt ein passendes Hormon.
In neun Kapiteln, von Menstruationsleiden bis zu spezifischen Schwierigkeiten älterer Frauen, zeigt Schneider wie Angst und Verunsicherungen zum Vehikel des Profits werden. Da werden in Fachzeitschriften und anderen Medien Informationen über den Nutzen von Hormongaben z.B. in der Menopause verbreitet, obwohl diverse internationale Studien deren Schädlichkeit nachgewiesen haben und selbst das Bundesgesundheitsministerium zur Vorsicht rät.

Sylvia Schneider beschreibt diese Zusammenhänge präzise und sachlich, und informiert im Ansatz über Alternativen, die jeder Frau zugänglich sind. Das Quellen- und Literaturverzeichnis gibt einige Orientierungspunkte, läßt aber leider genaue Angaben und Nachweise der im Text zitierten Studien vermissen.

AVIVA-Tipp: Sylvia Schneider bietet Hintergrundwissen und Anregungen für alle, die sich einen Überblick über das Problemfeld Gynäkologie verschaffen wollen und denen an mehr Selbstbestimmung gelegen ist.

Zur Autorin:
Sylvia Schneider
war verantwortliche Redakteurin des Ressorts "Wissenschaft und Medizin" bei diversen Hamburger Medien. Sie lebt heute in Eckernförde und ist als Kinder- und Jugendsachbuchautorin tätig.
Außerdem ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift "Gesundheit für Frauen".


Schneider, Sylvia
Goldgrube Gynäkologie
Das große Geschäft mit der Angst der Frauen
.
Carl Ueberreuter Verlag, erschienen im Februar 2004
Gebunden, 160 Seiten
ISBN: 3-8000-7020-0
Preis: 16,95 Euro
200673455375"



Literatur Beitrag vom 22.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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