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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.05.2005

Es sind Juden in meinem Haus
Sarah Ross

Lara Vapnyars Debut umfasst 6 Erzählungen, die in Russland oder den USA spielen. Eine perfekte Mischung aus Gefühlskälte und Leidenschaft machen diese Geschichten zu einem absoluten Lesevergnügen.



Die Autorin Lara Vapnyar lässt ihre Erzählungen in einem konkreten historischen Zeitrahmen, abwechselnd in den USA oder Russland stattfinden. Ihre ProtagonistInnen wirken dabei teilweise losgelöst von der realen Welt, die lediglich als Hintergrund für die innere Entwicklung der Figuren zu dienen scheint. Themen wie Selbstbehauptung, Selbsterkenntnis und das Verstehen wollen stehen allen Texten im Mittelpunkt, die größtenteils aus der Perspektive der Kinder- beziehungsweise Jugendlehrerin erzählt werden.
Die titelgebende Erzählung dreht sich um Treue und Verrat, jedoch nicht aus Angst sondern aus Neid. In einer von Deutschen besetzten russischen Kleinstadt versteckt Galina ihre jüdische Freundin Raja und ihre Tochter im hinteren Zimmer ihrer Wohnung. Endlose Tage und Stunden verbringen die beiden Frauen mit ihren Kinder schweigend in dem Versteck, bis in Galina all diejenigen Dinge und Momente wachgerufen werden, die sie vor de Krieg mit eiersüchtiger Missgunst erfüllten: Stets ist Raja diejenige von beiden gewesen, der die auffordernden Blicke der Männer galten, die Liebhaber und die schöneren Dinge im Leben besaß. Lara Vapnyar erzählt hier von den sich wandelnden Gefühlen zweier Frauen, von denen die eine ihre Freundin denunzieren will und die andere aus Angst vor ihrer Vertrauten in eine ungewisse Zukunft flieht.
"Es sind Juden in meinem Haus" erzählt auch von einem kleinen Mädchen in einer Moskauer Vorschule, das erfährt, dass seine Spielgefährtin Jüdin ist und sich fragt, ob Jüdischsein normal oder schlimm ist. Ob es von seiner einäugigen Puppe eine Antwort bekommt? Währenddessen kämpf eine Einwandererfamilie in Brooklyn mit den Behörden und bei einem Spaziergang mit dem Großvater stellt der kleine Junge mit Erstaunen fest, dass dieser ein Mätresse hat - ein sehr nette noch hinzu.
In Moskau hingegen plagt sich eine junge verschüchterte Lehrerin mit dem Problem herum, wie sie ihren Schüler die "Liebeskunde" beibringen soll. Kleine Geschichten ihrer Tante Galja, umständlich gespickt mit einigen wenigen wissenschaftlichen Fakten, führen die Lehrerin schließlich zu der Erkenntnis, dass besonders die Liebe große Rätsel aufwirft, wodurch sich schließlich ihre Verkrampfung löst.

AVIVA-Tipp: Mit ihren sechs mitreißenden und makellosen Erzählungen, die jede für sich voller Präzision und Perfektion sind, zieht die russisch-jüdische Emigrantin Lara Vapnyar die LeserInnen tief in die Empfindungen der Figuren hinein. Durch eine ruhige und eher konventionelle Sprache erhält das kleine Büchlein eine Sanftheit und Schwerelosigkeit, die Zeit und Raum, in der die Handlungen spielen, durchdringen.

Zur Autorin: Lara Vapnyar emigrierte 1994 von Russland nach New York und veröffentlicht seit 2002 ihre Erzählungen in englischer Sprache. In Open City und im New Yorker sind ihre Werke erschienen. Derzeit promoviert sie am CUNY Graduate Center in Staten Island in Vergleichender Literaturwissenschaft. Die Autorin gilt als die große Entdeckung der jungen amerikanischen Literatur.


Lara Vapnyar
Es sind Juden in meinem Haus

Erzählungen
Berlin Verlag, erschienen Februar 2005
ISBN 3-8270-0551-5
170 Seiten, gebunden
18,00 Euro200748053975"


Literatur Beitrag vom 25.05.2005 Sarah Ross 

   




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