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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.06.2005

Pe Jacobi. Ängste besiegen - Panik überwinden
Tatjana Zilg

Die Zahl der von Angststörungen betroffenen Frauen ist weitaus höher als die der Männer. Im Ratgeber wird den Ursachen der Diskrepanz nachgegangen. Adäquate Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt



Weltweit leiden rund 400 Millionen Menschen an Angststörungen. Der Ratgeber richtet sich an die Betroffenen, deren Angehörige, FreundInnen und PartnerInnen sowie ÄrztInnen und TherapeutInnen.

Die Autorin ist als Sozialpädagogin nicht nur Fachfrau, sondern auch selbst betroffen. Vor fünf Jahren brach bei ihr eine akute Angststörung aus, durch die sie phasenweise die Wohnung kaum noch verlassen konnte. Sie schildert, wie sie lange Zeit nach außen hin versuchte, eine Maske aufrechtzuerhalten. Bekannte nahmen sie weiterhin als stark, selbstbewusst und mutig wahr. Mit Vermeidungsverhalten vertuschte sie ihre Angst, bis sie bei einer kompetenten Psychologin eine erfolgreiche Therapie machen konnte.

Ein wichtiger Fokus wird auf die Frage gelegt, warum Angst sich als häufigstes psychisches Leiden bei Frauen etablieren konnte. Internationalen Studien zufolge leiden sie zwei- bis dreimal häufiger als Männer unter der Krankheit. Zudem ist die Störung heftiger ausgeprägt und es gibt nach erfolgreich abgeschlossenen Behandlungen mehr Rückfälle. Es wird belegt, dass die weibliche Geschlechterrolle nach wie vor ängstliches Verhalten fördert. Noch immer wird von Männern mehr Risikofreude erwartet, von Frauen eher Anpassung und Sexappeal.

Angststörungen bei Frauen werden zum gesellschaftliches Phänomen: Bei der Suche nach dem eigenen Platz im Zuge der Auseinandersetzung mit modernen Ansprüchen und tradierten Rollen kann ein Identitätsproblem entstehen, durch das eine Balance zwischen den Polen des sicheren Hortes "Abhängigkeit" und dem vielversprechenden Abenteuer "Freiheit" verhindert wird. Pe Jacobi möchte mit der ausführlichen Analyse der soziologischen Hintergründe, dem Aufzeigen der Hilfemöglichkeit durch Psychotherapie und anhand von fünf Fallbeispielen Frauen ermutigen, die eigenen Grenzen und Möglichkeiten zu erforschen, den Schritt in die Freiheit zu wagen und die verborgenen Gefühle hinter der Angst anzuerkennen. Die durch die psychische Krankheit verschütteten Fähigkeiten und Kompetenzen sollen durch die angebotenen Selbsthilfetipps wieder zugänglich gemacht werden.

Wenn der natürliche Sinn der Angst als Warnsignal vor drohenden Gefahren verstanden wird, ist ein bewusster, selbstsicherer Umgang mit ihr möglich. In einer Therapie können bisher verdrängte Gefühle ans Licht geholt werden und die eigene Verletzlichkeit akzeptiert werden. Besonders die Verhaltenstherapie unterstützt die KlientInnen, mit den eigenen Fehlern und Schwächen besser zu leben. Die Autorin empfiehlt, eine Angststörung als Indikator für eine tiefergehende Krise zu nutzen und sich der Herausforderung einer Lösung der zugrundeliegenden Probleme zu stellen. Dies können z. B. unausgesprochene Partnerkonflikte oder eine verdrängte Unzufriedenheit im Beruf sein. Fatal ist, dass Frauen sich oft aufgrund der Angststörung in eine größere Abhängigkeit vom PartnerIn begeben, da dies als scheinbare Sicherheit wahrgenommen wird.

Zur Autorin: Pe Jacobi, geboren 1968, ist Diplom-Sozialpädagogin, Journalistin und Autorin für viele Fachzeitschriften, unter anderem "Psychologie heute". Sie lebt und arbeitet in Frankfurt/Main. Ihr besonderes Interesse gilt frauenspezifischen Themen, Sozialpolitik und Gesundheit.

AVIVA-Tipp: Ein sorgfältig recherchiertes Buch, das sich nicht in wissenschaftlichen Details verliert und alle Interessierten in die Thematik verständlich, strukturiert und gut lesbar einführt. Durch die Fallbeispiele werden Vergleichsmöglichkeiten geboten, wie die eigene Situation eingeordnet werden kann. Gleichzeitig macht der optimistische Grundtenor Mut, Wege aus der Angst zu finden und neue Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren.


Pe Jacobi
Ängste besiegen, Panik überwinden
Ein Buch für Frauen

222 Seiten
Rowohlt Verlag, VÖ 18.03.2005
ISBN 3-498-03340-9
16,90 Euro200784306275"



Literatur Beitrag vom 05.06.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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