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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 31.07.2005

Ich bin Ich und Ich ist schön. Alicia Giménez Bartlett
Karin Effing

Was ist eigentlich Schönheit? Und warum müssen gerade Frauen schön sein? Das ansprechende Buch gibt keine Antworten, ist aber garantierter Auslöser für heftige und interessante Debatten.



"Sosehr sich die Rolle der Frau in der modernen Welt auch gewandelt hat, in der Vorstellung der Menschen sind Frauen und Schönheit immer noch untrennbar verbunden. Als ich dieses Buch vorbereitete, sagte meine Verlegerin, von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau könne man erst sprechen, wenn wir die erste hässliche, dumme Präsidentin hätten." (aus dem Epilog)

Der ansprechende Band des Berenberg Verlages besticht durch seine ästhetische Aufmachung und die hervorragend ausgewählten Fotos von interessanten Frauen. Bette Davis lächelt einen mit ihren großen Augen an. Die wunderbare Golda Meir schmunzelt in ihre Hand, man kann sie sich gut mit einer ihrer riesigen Taschen unter dem Arm vorstellen. Katharine Hepburns unvergleichliches Gesicht kann man im Profil bewundern.

Alles großartige Frauen, die man gerne ansieht, die also schön sind.
Schön ist das, was einem ein schönes Gefühl vermittelt, oder? Das behaupte ich hier einfach mal. So wie man auch von schönem Wetter spricht oder einem schönen Erlebnis
Das heißt auch, schön ist, was ein/e BetrachterIn als schön empfindet und man gibt damit vielleicht schon eine Antwort, warum Frauen schön sein müssen, sie sind bis jetzt die gewesen, die betrachtet wurden vom männlichen Subjekt.
Die oben angeführten Frauen als Beispiele für Frauen, die als "hässlich" gelten, fand ich empörend, denn ich finde diese Frauen schön. Und damit ist vorgeführt, was das Buch bewirkt: eine klare Positionierung des/der LeserIn.

Die Autorin beleuchtet das Thema historisch und aus verschiedenen Perspektiven, ihre Thesen sind dabei etwas diffus und wenig überzeugend. Sie reißt verschiedene Aspekte an, ohne sie auszuführen. Oder behauptet plötzlich wieder etwas ganz anderes. Manchmal scheint ihr der Mut zu fehlen, deutliche Schlüsse zu ziehen. Das macht im Grunde aber auch nichts, denn frau kann das Buch als Ausgangspunkt für Reflektionen nehmen und sich ihre eigenen Gedanken zu dem Thema machen. Die kleinen Kapitel, mit Titeln wie "Die dicke Kleopatra", "Versteckt hinter Brillengläsern" oder auch "Talent zu Komik" sind anregend und bieten dafür eine ausgezeichnete Grundlage. Wenn frau das Buch einfach als unterhaltsamen Schmöker nimmt und keine tiefgründigen Untersuchungen des Gegenstandes Schönheit erwartet, ist es erfrischend und informativ.

Aus dem spanischen Titel und dem Vorwort wird deutlich, dass die ursprüngliche Idee war, einen "Essay über hässliche Frauen zu schreiben". Der deutsche Titel lässt diesen Aspekt ganz unter den Tisch fallen. Aber wahrscheinlich wäre ein Buch mit einem Titel, der deutlich macht, dass es um "hässliche Frauen" geht, nicht marktfähig gewesen. Schade eigentlich.
Die Autorin bezieht sich auf den spanischen Raum und ich hätte gern anhand einer Fußnote oder anderer Bemerkung erfahren, was hinter der vielversprechenden Serie "Yo soy Betty, la fea" (Ich bin Betty, die Hässliche) steckt.

Trotzdem ist es ein Buch, das man gerne in die Hand nimmt, um darin zu blättern. Denn die schönen, ganzseitigen Schwarzweißfotos stellen eine kleine Galerie interessanter weiblicher Persönlichkeiten dar. Der Text ist an vielen Stellen ärgerlich, enthält aber auch informative Anekdoten zu verschiedenen faszinierenden Frauen.

AVIVA-Tipp: Das geschmackvoll gestaltete Buch eignet sich wunderbar als Geschenk. Die beeindruckenden Fotos erfreuen das Auge der Betrachterin. Der Text bietet ausreichend Stoff, um sich eine eigene Meinung zu dem Thema zu bilden.

Zur Autorin:
Alicia Giménez Bartlett
, geboren 1951, lebt in Barcelona und zählt zu den erfolgreichsten spanischen Schriftstellerinnen. Berühmt wurde sie zuletzt als Autorin der Krimis um die schlagfertige "inspectora" Petra Delicado aus Barcelona, die auch als Fernsehrserie verfilmt wurden.
In deutscher Sprache gibt es "Boten der Finsternis", "Gefährliche Riten" und "Hundstage".
Für ihre Bücher erhielt sie mehrere Preise, darunter vor allem den "Premio Feminino Lumen".


Alicia Giménez Bartlett
Ich bin Ich und Ich ist schön

Das Leiden der Frauen an den falschen Bildern
Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg
160 Seiten mit Abbildungen. Halbleinen fadengeheftet
Berenberg Verlag, erschienen April 2005
ISBN 3-937834-04-4
21,50 Euro200739458675"



Literatur Beitrag vom 31.07.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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