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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 14.09.2005

Der Seidenfächer
Danielle Daum

Lisa Sees neuer Roman ist das zeitloses Portrait der Freundschaft zweier starker, temperamentvoller Frauen, die trotz Lügen, Betrug, Neid und Verrat doch beider Leben lang bestehen bleibt.



Lisa Sees Roman spielt im China des 19. Jahrhunderts, als Mädchen mit Beginn ihres 6. Lebensjahres die Füße gebunden wurden mit dem Ziel, diese in die Form von Lilienblüten zu bringen. Nach der zwei Jahre andauernden, unsäglich schmerzhaften Prozedur verbrachten die Mädchen und Frauen des Haushalts ihr Leben, von den Männern getrennt, größtenteils in einem einzigen Zimmer im Obergeschoss des Hauses. Die einzige Möglichkeit, diesem Gefängnis zu entkommen, war, verheiratet zu werden. Je schöner ihre "Lilienfüße" waren, desto besser standen die Chancen, einen Ehemann zu finden.

Kaum gebildet und isoliert von der Außenwelt war ihnen nicht erlaubt zu denken oder zu fühlen, geschweige denn, sich kreativ zu entfalten. Aus dieser Not heraus entstand "Nushu", was so viel bedeutet wie: die Schrift der Frauen. Nushu ist eine geheime Sprache, die die Frauen benutzten, um untereinander zu kommunizieren. Deren Existenz blieb den Männern für lange Zeit verborgen. Die Frauen schrieben oder stickten Wörter oder Gedichte auf Fächer und Taschentücher und drückten so ihre Ängste, Sorgen, Träume, Wünsche und Hoffnungen aus.

Im Alter von 80 Jahren ist Lily, die Ich-Erzählerin aus Lisa Sees Roman, Vorstand des wohlhabenden Dorfes Tongkou und kann es endlich wagen, ihre Geschichte zu erzählen. 1823 wurde sie in der Provinz Hunan als "zweite Tochter" einer armen Bauernfamilie geboren, doch da ihre Füße auffallend klein und schön waren, wurde ihr bereits in jungen Jahren die Möglichkeit zu einer guten Heirat prophezeit. Wahrsager und Heiratsvermittlerin ließen das kleine Mädchen nicht mehr aus den Augen und schlugen der Familie schließlich sogar einen "Latong-Bund" vor, eine beeidete, lebenslange Freundschaft mit einem gleichaltrigen Mädchen. Bei diesem Bund wählen die Mädchen einander aus, ganz im Gegensatz zu einer Heirat, die von den Familienoberhäuptern arrangiert wird, dennoch ist ein Latong-Bund mindestens genauso bedeutend. Seerose, ein Mädchen aus vornehmen Hause, bittet Lily durch eine auf einen Seidenfächer gestickte Nushu-Nachricht, ihre Latong-Schwester zu werden. Der Roman erzählt die Geschichte dieser lebenslangen Freundschaft zwischen Lily und Seerose für die der seidene Fächer selbst zum Tagebuch wird.

AVIVA-Tipp:
Nichts ist so fesselnd wie eine Geschichte, die informiert und verzaubert zugleich, denn warum sonst lesen wir, wenn nicht um für kurze Zeit in ein anderes Leben einzutauchen?
Lisa See gelingt es nicht nur, einen Charakter, sondern eine ganze Kultur zum Leben zu erwecken, die so vollkommen anders ist, als die unsere. Dieser Roman ist ein überzeugendes und fesselndes Portrait einer Frau, die von frühester Kindheit an sowohl psychisches als auch physisches Leid duldsam ertragen mußte und von der Freundschaft, die ihr geholfen hat, dieses Leid zu überstehen.

Zur Autorin: Lisa See, geboren in Paris, aufgewachsen in Los Angeles in Chinatown, entstammt einer chinesisch-amerikanischen Familie. Sie arbeitete dreizehn Jahre lang als Journalistin. Ihr erstes Buch "On Gold Mountain" war ein internationaler Bestseller und erhielt 1995 die Notable Book-Auszeichnung der New York Times. Als Kuratorin betreute sie mehrere große Ausstellungen, die sich mit interkulturellen Beziehungen zwischen Amerika und China beschäftigen. Im Jahr 2001 wurde sie von der Organisation Chinesisch-Amerikanischer Frauen als National Woman of the Year ausgezeichnet, im Herbst 2003 erhielt sie den Chinese American Museum´s History Makers Award. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Los Angeles.


Lisa See
Der Seidenfächer

Bertelsmann Verlag, August 2005
ISBN/EAN: 3-570-00875-4
381 Seiten, Hardcover m. Umschlag
19,90 Euro90008115&artiId=3555876&nav=5081"



Literatur Beitrag vom 14.09.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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