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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.09.2005

Böse Tochter - The bad daughter
Danielle Daum

Eine Tochter läßt ihre an Alzheimer erkrankte Mutter im Stich. Julie Hildens Debut ist eine Beichte, eine Selbstanalyse und ein bestechend ehrlicher Bericht über ein Tabu-Thema in einem.



Als Julie Hildens Mutter im Alter von 48 Jahren an Alzheimer erkrankt, tut ihre Tochter nicht das, was von ihr erwartet wird. Julie entzieht sich ihrer moralischen Verantwortung und versucht statt dessen, ihren eigenen Weg zu gehen. Sie entscheidet sich bewußt dafür, eine schlechte Tochter zu sein. Als Kind flüchtete sie sich vor den unberechenbaren Wutausbrüchen ihrer Mutter in die Welt der Bücher und als schließlich die Zusage für Harvard kam, nutzte sie diese für sie große Chance und ließ ihre Mutter damit im Stich. Julie schließt ihr Jurastudium ab und während ihre berufliche Karriere beginnt, geht das Leben ihrer Mutter allmählich zuende. Der Tod der Mutter stürzt die Tochter in Selbstzweifel, ruft Schuldgefühle hervor.

Leseprobe
"Julie, deine Mutter ist jetzt bei mir", verkündete mir meine Tante Betty am Telefon.
"Sie mußte da raus. Sie stand unter der Dusche und war nicht in der Lage, sie abzustellen. Stell dir vor, Julie, die Wanne lief über und sie sah völlig hilflos zu, sprang nur von einem Fuß auf den anderen. Der Nachbar hämmerte an die Tür, weil das Wasser bereits von der Decke in die Töpfe auf seinem Herd lief. Er drang in die Wohnung ein, stellte die Brause ab und rief dann die Polizei. Er dachte, sie sei verrückt geworden. Ich kann es ihm nicht verdenken. Die Polizei hat mir eine Nachricht auf den Anrufbeantworter gesprochen, und ich bin sofort hingefahren. Sie bleibt jetzt erst einmal bei mir, dann muß sie in ein Heim. Es ist jetzt an der Zeit, daß du deinen Teil übernimmst", ergänzte sie. "Warum kommst du nicht nach Tucson und hilfst mir bei ihrem Umzug ins Heim, und wir suchen dir für eine Weile eine Arbeitsstelle hier. Später können wir uns die Betreuung teilen." Ich sagte nichts. Ich war wie gelähmt.

"Böse Tochter" ist Julie Hildens Versuch, alle Spuren ihres früheren Lebens zu verwischen. Doch im Verlauf der Geschichte muss sie sich eingestehen, daß ihr dies nie gelingen wird, denn jede neue Beziehung wird unmerklich beeinflusst von dem Verrat, den sie an ihrer Mutter begangen hat. Ihr Tod stürzt die Tochter schließlich in Selbstzweifel und ruft Schuldgefühle hervor. Und zu allem Überfluss wird sie sich nun auch mit der Möglichkeit konfrontiert, daß sie das gleiche Schicksal wie ihre Mutter ereilen wird, da auch sie mit großer Wahrscheinlichkeit das für frühzeitige Alzheimererkrankungen verantwortliche Gen in sich trägt.

AVIVA-Tipp:
Es ist schwer zu entscheiden, was an Julie Hildens Roman mehr beeindruckt: Die ungewöhnliche und mutige Offenheit mit der sie schreibt oder ihr bemerkenswertes schriftstellerisches Talent. "Böse Tochter" ist in jedem Fall ein fesselnder Bericht und ein eindrucksvolles Debut. Ein Buch, das viele Fragen aufwirft und jede etwas angeht.

Zur Autorin: Julie Hilden arbeitete nach ihrem Harvard-Abschluß und Jurastudium in Yale in einer staatlichen Kanzlei und beim Gericht in Boston und New York. Heute lebt sie in Washington D. C. und ist Anwältin für Straf- und Verfassungsrecht.


Julie Hilden
Böse Tochter

Edition Ebersbach, erschienen Juli 2005
180 Seiten, Hardcover m. Umschlag
ISBN/EAN: 3938740000
18,- Euro90008115&artiId=4007444&nav=5081"



Literatur Beitrag vom 21.09.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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