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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 02.12.2005

Ich habe zu kurz gelebt. Die Geschichte der Nora Gräfin Kinsky
Sabine Grunwald

Ein junges adliges Mädchen muss bis nach Sibirien reisen, um zu sich selbst zu finden und ihre Unabhängigkeit und Stärke unter Beweis zu stellen. Aufgeschrieben von Monika Czernin



Nora, die wilde unabhängige Lieblingstochter des Grafen Zdenko (1844-1932) und Gina Gräfin Festetics von Tolna (1956-1934) wächst als viertjüngstes Mädchen von insgesamt neun Kindern, in Böhmen auf. Das wissbegierige Mädchen reitet wie der Teufel und hat Spaß am Lernen. Noch ganz im Stil und Tradition der k. u. k. Hocharistokratie erzogen, wird die 16jährige "in die Welt gehen" wie euphemistisch die Einführung in die Gesellschaft genannt wurde. Es galt, sich einen zukünftigen Heiratspartner zu sichern. Anfangs von dem Prunk begeistert, ist Nora bald gelangweilt von den gesellschaftlichen Verpflichtungen, den Bällen und Empfängen und schlägt alle in Frage kommenden Heiratskandidaten aus.

Sie bewundert ihre Tante Bertha von Suttner, die engagierte Friedenskämpferin und Nobelpreisträgerin und träumt von einem selbstbestimmten Leben. Doch dies sollte noch eine Weile auf sich warten lassen. Nora möchte sich an der Universität einschreiben und studieren. Sie schreibt einen Brief an den Dekan und legte Proben ihres Könnens bei. Aufsätze auf Deutsch, Ungarisch, Französisch, Italienisch und Tschechisch.

Um den Wissensdurst der jungen Frau zu stillen, bekommt sie als Ersatz für das verwehrte Studium einen Hauslehrer, der sie in Geschichte, Literatur und Sprachen unterrichtet.
Leopold Novák ist ein gebildeter und sprachbegabter junger Mann. Er verehrt alles Russische, die Kultur ebenso wie die Sprache und stößt bei seiner Schülerin auf eine Liebhaberin der der slawischen Welt.

Im Oktober 1912 verbringt Nora einige Monate bei ihrer Schwester in Rom. In vollen Zügen genießt sie ihre Unabhängigkeit und die Möglichkeit, alleine unterwegs zu sein. Nach ihrer Rückkehr im Juni 1913 sprechen alle vom Krieg. Nora macht eine Ausbildung bei dem Roten Kreuz und als im August 1914 der Krieg ausbricht, gründet sie ein Lazarett. 1919 macht sich Nora auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Sibirien, um in den Kriegsgefangenenlagern Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. Sie nimmt ihre Aufgabe äußerst ernst und schont ihre eigene Gesundheit nicht. Freiwillig verlängert sie ihren Aufenthalt, bis die Gefahren der Revolution sie zur Rückkehr zwingen.

Nora Kinsky stirbt, nur 35jährig, bei der Geburt ihres zweiten Kindes mit den Worten "Ich habe zu kurz gelebt".

Zur Autorin:
Monika Czernin
, 1963 in Klagenfurt geboren, studierte Pädagogik, Philosophie und Politikwissenschaften. Sie arbeitet als freie Autorin und Dokumentarfilmerin. Sie hat mehrere Sachbücher veröffentlicht, Duino, Rilke und die Duineser Elegien, Gebrauchsanweisung für Wien und Picassos Friseur. Sie lebt mit ihrer Tochter in der Nähe von München.

AVIVA-TIPP: Eine spannende und kenntnisreiche Biographie über eine freiheitsliebende und unabhängige Frau, die ihrer Bestimmung zum Trotz ihren Träumen folgte.


Monika Czernin
Ich habe zu kurz gelebt

Die Geschichte der Nora Gräfin Kinsky
Paul List Verlag, erschienen September 2005
ISBN: 3-471772766
Gebunden, 495 Seiten
19, 95 Euro90008115&artiId=3584681"


Literatur Beitrag vom 02.12.2005 Sabine Grunwald 

   




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