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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.12.2005

Das haarige Mädchen
Maren Westensee

Tognina Gonzales ist ein Fellmensch. Als sie 11 Jahre alt ist, wird sie an den Hof des Herzogs von Parma eingeladen. Ein berühmter Arzt will sie untersuchen. Die Reise wird ihr Leben verändern.



Tognina Gonzales hat viele Namen. Wildmensch, Affe, Hund oder Katze. Der Onkel macht sich gerne einen Spaß mit ihr und ruft sie "Tierchen". Andere nennen sie auch "Monstrum". Als solches gehört sie nach dem Glauben der Kirche zu den Boten Gottes, die allerlei Schlimmes ankündigen. Als Tognina mit Mutter und Onkel nach Parma umsiedelt, wird sie als Wunderwesen, als Fehler der Natur vom Hofprediger und Inquisitor Girolamo Muzio streng befragt. Tognina und ihre Familie kommen bei der Marchesa di Soragna unter, die verdächtigt wird, verbotene Bücher zu lesen. Das Mädchen soll als Spitzel dienen und ist dabei durch ihre Erscheinung selber in Gefahr. Die Menschen haben Angst vor der "Wundergeburt" und sind gleichzeitig neugierig. Wie ein Tier wird sie auf Festen präsentiert, muß den Wünschen der Schaulustigen entsprechen und darf doch nichts Falsches sagen.

Der Herzog Ottavio Farnese ist psychisch angeschlagen und wittert überall Verschwörungen, angestachelt durch seinen Hofprediger. Selbst seinen Leibarzt Lelio Gambara verdächtigt er, der die Therapieform "Rire medical" entwickelt. Dem Herzog verordnete er das durch die Inquisition verbotene Buch "Gargantua", das die Menschen zum Lachen bringt. Nun verbietet der Herzog Lelio, das Buch weiterhin zu lesen. Der Herzog fürchtet sich auch vor Tognina, dem Monstrum, in dem er die Strafe Gottes sieht. Lelio versucht ihn zu überzeugen, dass Tognina nicht gefährlich sei, dass sie selber Angst habe. Aber seine Reden sind nicht von großem Erfolg, denn Ottavio Farnese ist schwach und wankelmütig. Mal stimmt er dem Leibarzt zu, mal dem Hofprediger.

Die Marchesa dagegen ist dem Mädchen wohlgesonnen. Sie nennt es liebevoll "Fellmädchen" und ist fasziniert von der Behaarung Togninas. Die gefällt auch dem Leibarzt Lelio. Seitdem er das Mädchen mit Schnecken von einer Hautkrankheit kurierte, fühlt er sich zu ihr hingezogen, will das Fell berühren, es riechen. Tognina selbst nennt ihn bei sich "Schneckenmann". Auf einer Reise kommen die beiden sich näher, aber schon wenig später wird Lelio als Ketzer verhaftet. Tognina muß einen anderen heiraten.

Ein Gemälde aus dem Jahr 1594 zeigt ein haariges Mädchen, Antonietta Gonzales. Es ist das einzige gebliebene Zeugnis ihrer Existenz und wird Lavinia Fontana zugeschrieben. Heidi von Plato erfand die Geschichte des Haarmädchens im ausgehenden 16. Jahrhundert mit diesem Buch neu. Sie beschreibt überzeugend eine Gesellschaft, in der Gut und Böse klar getrennt wurden und das Leben von den Launen und der Willkür einzelner Personen abhängt.

AVIVA-Tipp: Unterhaltsam und spannend wird das Leben des haarigen Mädchens beschrieben, das von der Kirche als Botin Gottes instrumentalisiert wird. Ein historischer Roman über das Erwachsenwerden und die erste Liebe einer ungewöhnlichen Person.

Zur Autorin: Heidi von Plato studierte Psychologie, Germanistik und Philosophie. Sie arbeitete an verschiedenen Theatern als Dramaturgin und führte Regie. Sie schreibt Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke. 1996 wurde sie mit dem Hamburger Dramatikerpreis für "Der elektrische Reiter" ausgezeichnet. Heidi von Plato lebt in Berlin.


Das haarige Mädchen
Heidi von Plato

Parthas Verlag, erschienen August 2005
ISBN: 3866016204
Hardcover mit Schutzumschlag, 239 Seiten
24 Euro90008115&artiId=3515822&nav=5081"


Literatur Beitrag vom 15.12.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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