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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.12.2005

Milchmädchenrechnung. Von Henriette Kuhrt
Tatjana Zilg

10 Erzählungen spiegeln die Liebe zu Anfang der Suche nach dem großen Abenteuer in allen Facetten wieder. Manche Heldinnen erobern sich das Neuland frech und forsch, andere schüchtern und verzagt



Schon ein wenig desillusionierend sind die Geschichten über die Schülerinnen und Studentinnen, die ihre ersten Enttäuschungen bei der Partnersuche, bei der flüchtigen Begegnung mit innerer, heimlicher Sehnsucht oder bei der Affäre im fernen Spanien erfahren müssen. Nur die letzte Erzählung endet mit einem positiven Ausblick für das verliebte Mädchen. In "Oh Boy" wird aus der Bekanntschaft einer Nacht mit dem Studenten Malte für die 16jährige Tessa nach einigen Verwirrungen und Unsicherheiten schließlich doch der Beginn einer Beziehung mit einem Menschen, der sich wirklich für sie interessiert. Zuerst hatte Malte ja gezögert, eigentlich hat er bereits eine Freundin. Dann meldete er sich tagelang nicht, um plötzlich per Banküberweisung ein Kompliment zu machen. Als endlich die erste Verabredung ansteht, freut Tessa sich sehr. Dennoch bleibt Unsicherheit auf beiden Seiten. Und Tessa meint, verbergen zu müssen, dass ihre Mutter mit Krebs im Sterben liegt. Sie befürchtet falsches Mitleid und anschließende Abwendung. Das Gegenteil passiert: Malte spürt, das etwas nicht stimmt, und wartet vorsichtig, bis das Eis bricht.

Henriette Kuhrt fängt gekonnt die Stimmung ein, die entsteht, wenn die Realität mit den geheimen Wünschen und Erwartungen kollidiert. Da ist die Studentin Nika, die sich neben ihrer Freundin Carlie unattraktiv fühlt. Sie bewundert deren Temperament und Extrovertiertheit. Während Carlie eine Affäre nach der anderen hat, geht Nika leer aus, obwohl sie nach dem Auszug aus dem Elternhaus in die eigene Wohnung von unendlichen erotischen Abenteuern geträumt hat. Stattdessen ist sie seit drei Jahren ohne Sex. Eines Tages wacht sie neben dem Freund von Carlie auf, die sich seit einigen Monaten auf eine feste Beziehung eingelassen hat. Im Zwiespalt von schlechten Gewissen und Stolz auf die Eroberung erzählt Nika von ihrem bisherigen enttäuschenden Studentenleben und hofft auf die Kehrtwende.

Eine Affäre eines verheirateten Mittzwanzigers in Spanien, ein vergängliches Intermezzo einer geltungsbedürftigen jungen Frau mit einem Autor, die Furcht einer Schülerin, aus Freundschaft eine erste Liebe werden zu lassen und die Schwierigkeit, den ersten Freund den Eltern vorzustellen sind weitere Motive der Erzählungen. Sogar einen Minikrimi gibt es: In "Der andalusische Hund" geschieht in einer WG in Salamanca ein tragischer Unfall, der verhindert hätte werden können, wären die drei jungen Leute nicht extrem leichtsinnig gewesen. Nun müssen sie sich den Folgen stellen.

AVIVA-Tipp: Der Erzählstil ist sehr erfrischend, an richtiger Stelle werden die Charaktere zu Karikaturen übersteigert, so dass Distanz bestehen bleibt zu den Irrungen und Wirrungen der ProtagonistInnen, die ungeschickt und holprig ihre ersten Schritte bei einer der wichtigsten Sachen der Welt tun. Gleichzeitig wird jede Leserin zumindest eine Erzählung finden, wo sie sich ganz mit der jungen Heldin identifizieren kann, denn diese sind sehr unterschiedlich angelegt. Zudem handeln die Geschichten von Ereignissen, die ohne Verzierungen und Klischeebilder wie aus dem realen Leben gegriffen wirken.

Zur Autorin:
Henriette Kuhrt
wurde 1977 in Hamburg geboren und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Sie lebt und arbeitet dort als freie Journalistin für diverse Tageszeitungen und Illustrierte sowie als Autorin. Nebenbei schreibt sie auch an einem Roman.


Henriette Kuhrt
Milchmädchenrechnung

Erzählungen
Kiepenheuer Verlag, erschienen August 2005
Kartoniert, 207 Seiten
ISBN: 3378006676
16,00 Euro90008115&artiId=3588921"


Literatur Beitrag vom 23.12.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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