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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.01.2006

17 Frauen ziehen einen Mann aus
Tatjana Zilg

Ein Lesebuch zur schönsten Nebensache der Welt - der Mann als Gespiele für vergnügliche Stunden. 17 Autorinnen erzählen humorvolle, bizarre Geschichten über Erotik, Begierden und surreale Sehnsüchte



Einen Schwarzhaarigen, einen Rothaarigen und einen Blonden. - Je ein Exemplar der männlichen Spezies möchte die Heldin der Story "Hau ab" von Aimee Bender auf der etwas langweiligen Party einer ehemaligen Mitschülerin küssen. Mit zynischem und leicht arrogantem Blick schlendert die Ich-Erzählerin durch die uniformellen Partygäste, zum großen Teil Pärchen. Sie selbst ist natürlich Single und will nun beweisen, wie großartig das ist. Mehr oder weniger zielstrebig verfolgt sie ihren Plan, bis ein Blonder an der Reihe ist. Nur ist der kein Unbekannter, erst vor drei Monaten fand ihre Beziehung ein Ende.

"Ich stehe jetzt fast direkt hinter dem Blonden, der mit mir Schluss gemacht hat, weil er sich nicht geliebt fühlte, und er hat Recht, ich habe ihn nicht geliebt, aber er ist eh der Typ, der nicht lange bei einer bleiben kann, also hätten wir uns sowieso bald getrennt, und ich habe ihm nur einen guten Vorwand geliefert. Ich stehe jetzt bei ihm und sage, dass wir reden müssen und ob wir ins Badezimmer gehen könnten?"

Im Badezimmer plant die auf dieser Party leicht exotisch wirkende Protagonistin natürlich keine Aussprache über die Beziehung, sondern den Titel dieser progressiven Kurzgeschichtensammlung in die Tat umzusetzen, was ihr auch recht erfolgreich gelingt. Nach kurzem Zögern lässt ihr Ex sich auf einen intensiven Kuss ein, aus dem mehr werden könnte, wenn sie nicht von einem anderen weiblichen Partygast gestört worden wären. Die elegant gekleidete Männeraufreißerin aus Langeweile stolpert, mittlerweile etwas angetrunken, weiter durch das träge Nachtgeschehen bis sie für einen ungeplanten Höhepunkt sorgt, als sie aus den Mänteln der Gäste ein Kuschelnest im Schrank baut. Keine Frage, wer ihr aus diesem selbstinszenierten Desaster heraushilft.

Der Tenor der Introgeschichte wird auch in den restlichen sechzehn Stories beibehalten: Leicht schräg, Klischeebilder verdrehend, überspitzend und dekonstruierend unterhalten sie mit einem kurzweiliges Spektrum an erotischen Alltagssequenzen, ungewöhnlichen Ereignissen und mutigen Tabubrüchen. Die Autorinnen haben sich teils sehr originelle Ideen einfallen lassen: Da ist die Begegnung einer geheimnisvollen Frau im Botanischen Garten mit einem Mann, der gerade einen Schmetterling berührte und verwundert ist, dass dieser zu Staub zerfiel. Sie erklärt ihm, dass Schmetterlinge keiner menschlichen Berührung standhalten können. Bald findet er sich bei ihr zu Hause im Bett wieder, sie ist sehr begierig, worauf er erschöpft einschläft. Den Grund für ihr surreales Verhalten wird er am Ende der Tages erfahren.
Oder eine Witwe, die im Kontakt mit den Organempfängern ihres verstorbenen Mannes einen Teil ihres Gefährten wiederzufinden versucht. Bewundernswert ist an den Frauen, dass sie selbstbewusst und zielsicher ihre sexuellen Wünsche umsetzen. Teilweise wirken sie darin aber auch ein wenig hilflos, wenn sie von den Begrenzungen der Realität eingeholt werden oder wenn sie sich in den eigenen Bedürfnissen verlieren, weil sie noch kein adäquates Maß der Umsetzung gefunden haben.

AVIVA-Tipp: Sinnlich und verführerisch, manchmal dominant, oft auf der Suche, manchmal bereits am Ziel angekommen - Die Heldinnen dieser poetisch geschriebenen Geschichten sind sehr sympathisch und menschlich in ihrem Spiel mit ihrer Weiblichkeit und der frechen Provokation ihrer männlichen Gegenüber.


17 Frauen ziehen einen Mann aus
Geschichten von Ulrike Draesner, A.L. Kennedy, Sibylle Lewitscharoff, Kathrin Schmidt, Merilyn Simonds und anderen
Herausgegeben von Susann Rehlein, Regina Kammerer
Verlag: Btb, erschienen Juli 2005
ISBN: 3442733375
219 Seiten, kartoniert
8,00 Euro90008115&artiId=3106070"


Literatur Beitrag vom 12.01.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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