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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.03.2003

Ich wählte die Freiheit
Jessica Cohen

Mariam Notten erzählt Erica Fischer die Geschichte ihrer afghanischen Familie: das gewaltgetränkte, aber auch von List und Widerstand sprühende Leben von fünf Frauengenerationen



Erica Fischer hat die Geschichte der afghanischen Familie Mariam Nottens in eine literarische Form gebracht. Sie aufzuzeichnen war für Malalai (Mariam Notten) ein wichtiger Lebensauftrag, den ihre Mutter ihr aufgegeben hatte:
"Hör gut zu, meine Tochter. Das sind Geschichten, die nicht jeder Frau jeden Tag passieren. Merk sie dir genau. Und wenn du groß bist, schreibst du sie in ein Buch."

Die Geschichte beginnt in einem paschtunischen Dorf am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Urgroßmutter der Erzählerin wird von ihrem Ehemann verdächtigt, einen Geliebten zu haben. Sie wird von ihrem Mann erschossen, der Nebenbuhler von den Söhnen umgebracht, um die väterliche Ehre zu retten. Damit der Mord nicht gerächt werden kann, flüchtet die Familie über den Khayber-Pass nach Kabul.

Ihre Tochter gerät ebenfalls in den Verdacht der Untreue, doch sie wehrt sich und schießt selbst.
Deren stolze Tochter Pari wird zur Heirat in einen angesehenen Clan gezwungen. Doch eines Tages fällt ihr kleiner Sohn vom Dach des prachtvollen Hauses.
Pari wird der Unaufmerksamkeit beschuldigt und von der Familie ihres Mannes geächtet. Trotzig begeht sie einen Ehebruch und wird schwanger.

In ihrer Erziehung wird Paris Tochter Malalai, die Erzählerin der Geschichte, von dem Stolz und Selbstbewusstsein ihrer Mutter geprägt.

Auch wenn sie sich nicht gegen den Willen der Männer durchsetzen kann, bietet sie ihnen doch die Stirn.
1967 nimmt Malalai die Gelegenheit wahr, eine Krankenschwesterausbildung in Deutschland zu absolvieren. Dort erhofft und erwartet sie die Freiheit, die sie in Afghanistan so sehr vermisst. Doch sie wird enttäuscht von der Rigidität der Krankenschwestern, den streng reglementierten Ausgehzeiten und verbotenen männlichen Zimmerbesuchen. Aber die Zeiten ändern sich und Zuny, Malalais Nichte, die die fünfte Frauengeneration der Familie vertritt, wächst in Berlin zu einer modernen jungen Frau heran.

Die skeptische Malalai stellt bei ihren Besuchen in Kabul eine Modernisierung und Liberalisierung ihres Heimatlandes fest. Aber während des Kalten Krieges verschärft sich die Rivalität zwischen Russen und US-Amerikanern in Afghanistan: Moskau setzt eine Marionettenregierung ein, Washington unterstützt Widerstandskämpfer - die Taliban. Im Zuge dieser Entwicklung wird der Vorstoß in die Moderne zerschlagen.

Doch ist der politische Hintergrund nicht mit der Erzählung verflochten und wirkt isoliert.
Die geschichtliche und politische Entwicklung Afghanistans wird in einigen Abschnitten knapp und anschaulich dargestellt. Der Kontext der Erzählung wäre jedoch greifbarer, wenn er - beispielsweise in Dialogform - in die Erzählung miteinbezogen worden wäre.

Trotz einer nicht immer flüssigen literarischen Form wird spannend erzählt, welches Schicksal fünf afghanischen Frauengenerationen des 20. Jahrhunderts beschieden war - und wie sie ihr Leben selbst in die Hand genommen haben.

Lesen Sie auch das Interview mit Erica Fischer und die Rezension ihres Bestsellers Aimee und Jaguar.



Mariam Notten & Erica Fischer
Ich wählte die Freiheit. Geschichte einer afghanischen Familie

Carl Hanser Verlag, Februar 2003
ISBN 3-446-20284-6
19,90 €
Hardcover, 288 Seiten

200451471875" .

Literatur Beitrag vom 15.03.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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