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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 31.01.2004

Charlotte von Mahlsdorf: Ich bin meine eigene Frau
Katja Lankow

Eine Personifikation des Andersseins, die uns mit einer warmen Stimme durch die Irrungen und Wirrungen des vergangenen Jahrhunderts führt



Was haben ein Junge, der sich schon früh nicht wohl in seiner gegebenen Haut fühlt, Möbel und andere Erinnerungsstücke aus der Gründerzeit und eine Frau, die sich gegen Vorurteile durchsetzt, miteinander gemein?
Der gemeinsame Nenner heißt Charlotte von Mahlsdorf.

Am 18.03.1928 kam sie als Lothar Berfelde zur Welt. Doch statt sich zum "ordentlichen" Jungen zu entwickeln, interessierte sie sich schon von Kindesbeinen an für alte Sachen, die sie wie verrückt sammelte und Interessierten zeigte.
Die Gründerzeitjahre von 1870 bis 1890 waren ihr ein und alles - sie lebte in ihnen, auch wenn diese längst der Vergangenheit angehörten.

Charlotte blieb ihrer Linie treu - sie trug selbst im Zweiten Weltkrieg Mädchenkleider und setzte alles daran, von ihren Möbelschätzen zu retten, was sie retten konnte. Und gleichzeitig versuchte sie das ganze stattfindende Unrecht zu verstehen. Die damals gesammelten Erfahrungen machten sie dann stark genug, um auch in der DDR einen klaren Kopf zu behalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Dank ihrer Bemühungen konnten so einige vom Abriss bedrohte kulturhistorische Bauten gerettet werden.

Doch in diesem letzten Tondokument der Charlotte von Mahlsdorf geht es nicht nur um Möbel und Gebäude, sondern vor allem auch um Menschen. Besonders solche, die wie sie nicht gerade ein leichtes Leben führten - die einfachen Leute und die, die ihr ähnlich in der Gesellschaft immer wieder um Achtung zu kämpfen hatten, wurden bei ihr ganz groß.

Schwule und Transvestiten sahen und sehen ihren starken Charakter als Vorbild.
Sie selbst verstand nie so ganz, warum. Aus ihrer Sicht schützte sie nur das, was sie mochte und was ihr eigenes Leben ausmachte. Und sie war einsam, da es wohl keinen Menschen gab, der sich in ihre Welt einer vergangenen Stilepoche einfühlen konnte.

Das Hörbuch bietet ein Stück Berliner Zeitgeschichte, dargebracht von Charlotte von Mahlsdorf selbst, kurz bevor sie Ende April 2002 verstarb. In ihrer warmen und ruhigen Stimme ist, trotz all der schlimmen Erfahrungen, keine Verbitterung erkennbar. Es entsteht eher der Eindruck, als ob sie innerlich ruhig und gefasst ein letztes Zeugnis ablegen wollte. So lässt sie die Hörerin gleichzeitig mit Begeisterung und Bedauern zurück - Begeisterung für eine großartige Frau und Bedauern darüber, dass sie nicht mehr unter uns weilt.



"ich bin meine eigene frau"
Charlotte von Mahlsdorf

Verlag Antje Kunstmann, 2002
3-88897-315-5
24,90 €
Hörbuch, 2 CDs200928078288"

Literatur Beitrag vom 31.01.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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