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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 07.09.2005

Katharina Franck - Schwarzes Feuer
Tatjana Zilg

Josephine Carter reist überstürzt nach Ruanda/Zaire. Ihre Schwester ist verschollen. Der Roman beschreibt die Konflikte in Afrika eindringlich. Spannung pur und mit ungewöhnlicher Liebesgeschichte



Die Zustände in dem Flüchtlingslager der Grenzstadt Goma sind erschreckend: Dicht gedrängt leben die Menschen, der Müll ist überall und die Rebellen nutzen es, um von dort Pläne zu schmieden, wie die verhasste Regierung wieder gestürzt werden kann. Die Amerikanerin Angelina Carter arbeitet hier im Auftrag der Vereinten Nationen. Die junge Frau ist mutig und prangert die Missstände an. Ihr Vorgesetzter Kevin Anderson will sie deshalb in ein anderes Lager strafversetzen. Doch zuvor geht Angelina mit ihrer Kollegin Karen auf die Suche nach einer Flüchtlingsgruppe, die sich im Urwald verborgen hält. Die beiden Frauen werden nicht nach Goma zurückkehren. Karen wird in der Nähe eines Dorfes ermordet aufgefunden, von Angelina fehlt jede Spur.

Kevin Anderson nimmt seine Pflicht war und bittet die Zwillingsschwester Josephine umgehend aus den USA anzureisen, um bei der Aufklärung anwesend zu sein. Die Psychologin, die auf Traumastörungen wie Angst- und Panikattacken spezialisiert ist, setzt sich mit sehr ambivalenten Gefühlen in das nächste Flugzeug. Sie stand der gefährlichen Tätigkeit ihrer Schwester schon lange skeptisch gegenüber und sieht sich nun in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Von Anfang an sind ihre Erfahrungen in Afrika negativ geprägt: Die Anschlussflüge verzögern sich um Tage, die Hitze ist unerträglich, in den Hotels gibt es kein Wasser. Die erste positive Begegnung ist der galante, aber zunächst sehr zurückhaltende Simon Frazer. Er fliegt sie das letzte Stück nach Goma. Dort muss sie nach wenigen Tagen feststellen, dass die Suche nach ihrer Schwester schon fast aufgegeben wurde. Kevin Anderson möchte sie auch vom Lagerleben fernhalten, er scheint einiges zu verbergen zu haben. Aber er stellt ihr Joseph an die Seite, der auf sie aufpassen und alles Notwendige zeigen soll. Josephine forscht eigenständig und zu Josephs Entsetzen nach den Drahtziehern des Verschwindens ihrer Schwester. Sie merkt, dass sie von der Lagerleitung und auch der afrikanischen Polizei nicht viel erwarten kann. Ohne lange zu zögern, entschließt sie sich, selbst in den Urwald einzudringen und solange zu suchen, bis sie ihre Schwester gefunden hat. Mit einem kleinen Expeditionszug und Simon Frazer, der ihr den Plan eigentlich am liebsten wieder ausgeredet hätte, begibt sie sich auf eine Reise, die sie vor unermesslichen Herausforderungen stellen und ihr Leben grundlegend verändern wird.

Der Autorin, in Afrika aufgewachsen, gelingt es in einem fiktiven Roman die Konflikte in Ruanda, die zum Ausmaß eines Völkermordes eskaliert sind, gut verständlich und sorgfältig recherchiert darzustellen. Sehr geschickt ist die Wahl des Psychologen-Berufes für die Protagonistin, wodurch die Innensichten einerseits vom professionellem Verständnis gegenüber dem Leid der Menschen geprägt sind. Andererseits kann sie so auch den eigenen Veränderungsprozess in der Konfrontation mit dem Ausnahmezustand, in dem sie selbst immer mehr hineingezogen wird, aus tiefgründigem Blickwinkel beschreiben. Josephine Carter wird ihre Schwester für kurze Zeit wiedergewinnen, um sie in einem noch radikaleren Akt zu verlieren: Sie überlebte den Anschlag, aber schloss sich dann Rebellen, die ihr Lager im Urwald haben, an. Nachdem Josephine sie dort aufgespürt hat, wird das Lager von Regierungsgruppen geräumt. Die beiden Schwestern werden verhaftet und im Gefängnis gefoltert. Simon führt eine abenteuerliche Befreiungsaktion durch, doch er kann nur Josephine retten. Nun ist sie selbst auf der Flucht und läuft wochenlang barfuss durch Zaire, bis sie endlich wieder Goma erreicht. Die Stadt liegt aufgrund des Bürgerkriegs in Trümmern. Josephine muss erkennen, dass sie längst selbst Opfer geworden ist. Auf dem Landsitz von Simons Eltern kämpft sie mit Angst- und Panikzuständen, bis sie entscheiden kann, wie sie ihr Leben nach diesen Extremerfahrungen gestalten will.

Zur Autorin:
Katharina Franck wurde 1971 in Mozambique geboren. Ihre Eltern stammen aus Deutschland. 1975 zog die Familie nach Südafrika und ließ sich auf einer Farm in der Nähe von Prätoria nieder. Nach dem Abitur reiste Katharina Franck zwei Jahre lang durch Europa. Sie studierte Psychologie an der California State University und arbeitete als Lehrerin. Katharina Franck lebt heute in Los Angeles und schreibt derzeit an ihrem zweiten Buch.

AVIVA-Tipp: Die 448 Seiten des Romans enthalten hochwertige Unterhaltungsliteratur, die einen tiefen Einblick in die fremde Welt des geheimnisvollen Kontinentes bietet. Die radikalen, erschreckenden Bilder, denen Josephine Carter anfangs begegnet, wandeln sich allmählich zu einem profunden Verständnis über die verstrickten Zusammenhänge des Bürgerkrieges. Als sie nach einiger Zeit in Amerika Afrika ein zweites Mal betritt, kann die LeserIn erleben, wie sie das vielfältige Land mit ganz anderen Augen sieht, wie unendlich schön es auch sein kann und welche verborgenen Möglichkeiten entdeckt werden können.



Katharina Franck
Schwarzes Feuer

Aus dem Englischen von Sabine Schwenk
Gebundenes Buch, 448 Seiten
ISBN: 3-442-31086-5
Verlag: Goldmann, erschienen August 2005
19,90 Euro 200373536275"

Literatur Beitrag vom 07.09.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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