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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 31.10.2005

Vor dem Zitronenbaum
Sarah Ross

In seinen "autobiographischen Abschweifungen" erzählt Hellmut Freund mit Witz und Charme von seiner Kindheit in Berlin, der Emigration nach Uruguay im Jahr 1939 und seiner Rückkehr nach Deutschland



Mit seiner Autobiographie "Vor dem Zitronenbaum. Autobiographische Abschweifungen eines Zurückgekehrten" hinterlässt uns der legendäre Lektor des S.Fischer Verlags, Hellmut Freund, ein einmaliges Zeugnis seines Lebens. In diesem Buch ist nicht vorrangig von der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der Juden während des Holocausts die Rede, sondern von den wenigen Menschen, die nach dem Krieg nach Deutschland zurückgekehrt sind. In Hellmut Freunds Werk spiegelt sich nicht nur der einzigartige Intellekt des Autors wider, sondern auch die Atmosphäre jener deutsch-jüdischen Kultur, die uns Nachgeborenen leider nur ganz selten vermittelt wird.

Lange Zeit hatte sich Hellmut Freund all den Bitten widersetzt, seine Erinnerungen aufzuschreiben - fast bis zuletzt. Die HerausgeberInnen Vikki Schaefer und Leo Domzalski haben in langen Gesprächen die Erinnerungen von J. Hellmut Freund auf Tonband aufgezeichnet, und somit die Grundlage zu diesem Buch geschaffen. Dabei überraschte der Autor die Herausgeber immer wieder mit seinem unerschöpflichen Wissen, seinem erstaunlichen Gedächtnis und seiner Fähigkeit, im Gespräch weite Bögen zu schlagen und überraschende Zusammenhänge herzustellen.

"Vor dem Zitronenbau" beginnt mit den Erzählungen über die behütete Kindheit und die Jugendjahre des Autors im Berlin der Nazizeit, mit der Schilderung des bürgerlich-intellektuellen Elternhauses und der frühen literarischen Eindrücke, die er dort sammelte. Von dort spannt Freund einen weiten Bogen vom Jahr 1939, als der zwanzigjährige Hellmut, seine Eltern und Großeltern noch das Glück hatten, Berlin zu verlassen und nach Uruguay auszuwandern, über seine Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1960, bis hin zu seinen letzten Jahren als Lektor im S.Fischer Verlag.

Obwohl dem jungen Hellmut Freund im Exil schwere Prüfungen auferlegt wurden, so schildert er dennoch ohne jede Bitterkeit die Anfangsschwierigkeiten in der Emigration und den Tag, als er erkannte, dass er der einzige jüdische Schüler in seiner Klasse ist. Sehr deutlich spürt man beim Lesen die Dankbarkeit, die ihn erfüllt haben muss, als er über die Begegnungen und Freundschaften schrieb, die aus seiner journalistischen Arbeit in Montevideo und Buenos Aires erwuchsen und sein Leben nachhaltig beeinflusst hatten. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hat der Autor vierundvierzig Jahre lang als Lektor das Programm des S.Fischer Verlags mitgestaltet. Im Jahr 2004 ist Hellmut Freund gestorben. Diesem Buch liegt eine CD mit Gesprächsaufzeichnungen aus dem Jahr 1993 bei.

AVIVA-Tipp: Der ehemalige Lektor des S.Fischer Verlags, Hellmut Freund, erzählt in seinem autobiographischen Werk "Vor dem Zitronenbaum" von seiner behüteten Berliner Kindheit, seiner bedrohten Jugend während der Nazizeit, den unberechenbaren, aber dennoch bereichernden Jahren im Exil in Uruguay und von der Zeit seiner Rückkehr nach Deutschland. Das Buch handelt von MusikerInnen, LiteratInnen und KünstlerInnen gleichermaßen, wie von seinen Lebenserfahrungen und Lebensfreundschaften. Dieses Buch ist nicht nur ein berührendes Zeugnis seines Lebens, sondern auch ein Zeugnis dessen, was die deutsch-jüdische Kultur in ihrer Geistigkeit einmal gewesen ist, und was Freund dazu beigetragen hat, um das einst von den Nazis entstellte jüdische Gesicht wieder herzustellen.

Über den Autor
J. Hellmut Freund
wurde 1919 in Berlin geboren, konnte noch 1939 mit Eltern und Großeltern nach Uruguay auswandern. In Montevideo war er zunächst Privatlehrer, bald Zeitungs- und Rundfunkjournalist. 1960 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Lektor im S.Fischer Verlag - er blieb es bis zu seinem Tod im Februar 2004.

Vor dem Zitronenbaum
J. Hellmut Freund

Autobiographische Abschweifungen eines Zurückgekehrten.
Herausgegeben von Vikki Schaefer, Leo Domzalski.
S. Fischer Verlag, erschienen September 2005
ISBN 3-10-023303-4
Gebunden, 576 Seiten, 30 Abbildungen. CD http://www./?r=aviva-berlin90008115&artiId=3572788" target="blank">



Literatur Beitrag vom 31.10.2005 Sarah Ross 

   




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