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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 31.12.2003

Japanischer Thriller im Hausfrauenmilieu
Hilde Meier

Die Umarmung des Todes von Natsuo Kirino zeigt das harte Dasein von vier japanischen Hausfrauen, die für ein besseres Leben in der Fabrik arbeiten - und sich in üble Machenschaften verstricken



Als "Bester Kriminalroman des Jahres" wird "Die Umarmung des Todes" von Natsuo Kirino in Japan gefeiert. Dort wurde der Bestseller bereits 500.000 Mal verkauft. Der Goldmann Verlag bringt nun den schaurig-schönen Roman auf deutsch heraus.

Auch japanischen Hausfrauen wird nichts geschenkt. Die Umarmung des Todes der 53-jährigen Japanerin ist ein zeitgenössisches Werk, das die KritikerInnen in Japan bejubeln. Es handelt von vier Haus-Frauen in mittlerem Alter, Teilzeit-Arbeiterinnen in der Fabrik , die von einem besseren Leben träumen.
"Diese Personengruppe kommt in japanischen Romanen praktisch gar nicht vor," meint Natsuo Kirino in einem Interview. Sie wollte deshalb gerade über diese Bevölkerungsschicht schreiben.

Die 34-jährige Yayoi Yamamoto ist eine aus dem Nachtschicht-Quartett.
Masako, Yoshi?, Yayoi und Kuniko hängen in der Lunch-Paket-Nachtsschicht zusammen und stehen gemeinsam am Band.
Doch Yayoi hat es am schwersten getroffen. Sie versorgt ihren Mann, zwei kleine Kinder und eine pflegebedürftige Schwiegermutter in beengten Wohnverhältnissen und arbeitet noch nachts für eine bessere eigene Wohnung.

Ihr Mann Kenji ist zu ihr nicht mehr nett. Er treibt sich einiger Zeit in Bars und Spielhöhlen herum und hat eine Geliebte. Als Yayoi erfährt, dass er ihre gesamten Ersparnisse beim Bakkarat verspielt hat, ist sie außer sich. Im Affekt erwürgt sie ihren Mann mit einem Gürtel.

Ihre Freundinnen aus der Fabrik helfen ihr daraufhin, den Mord zu vertuschen.
Sie arbeiten einen teuflischen Plan aus und lassen den Mann verschwinden, in dem sie ihn "zerstückelt" entsorgen.

Eine atemlose, aufwühlende Story nimmt ihren Lauf. Zwischendurch befindet man sich in Kabuki-cho, in Tokios Rotlichtmilieu und begegnet diversen Herren in grellem Outfit, die der japanischen Mafia Yakuza angehören. An diesen Stellen wird es besonders heftig, vor allem wenn sich die sexuellen Abgründe dieser Herren auftun und Einblicke in das Begehren von Frauenmördern geboten werden.

Wer sich in Gefahr begibt, kommt in ihr um, könnte auch im Titel stehen.
Mit dem Verschwindenlassen der ersten Leiche bringen sich die Frauen in große Gefahr. Natsuo Kirino zeigt in ihrem krassen Roman alle Verstrickungen auf, die eine "böse Tat" nach sich ziehen kann. Sie beschreibt, ohne mit der Wimper zu zucken, wie gnadenlos man in den Sog des Verderbens geraten kann, den ein Verbrechen nach sich zieht. Vor allem, wenn man es vertuschen will.
Ungeniert präsentiert sie gleichzeitig eine neue Geschäftsidee:
Unliebsame Leichen aus Mafia-Kreisen verschwinden zu lassen.

Natusuo Kirino gewann mit ihrem Debüt-Roman den Edogawa-Rampo-Preis, in Japan der renommierteste Preis für Kriminalliteratur.
Die studierte Rechtswissenschaftlerin erhielt auch den hochangesehenen Naoki-Literaturpreis, nicht zuletzt für ihren atemberaubenden und tragischen Kriminalroman "Die Umarmung des Todes".

Dieses Buch verschlägt der Leserin auf 608 Seiten durchgehend den Atem.



Natsuo Kirino
Die Umamung des Todes

Aus dem Japanischen von Annelie Ortmanns
Roman
Goldmann Verlag, München März 2003
ISBN 3-442-30917-4
23,90 €
gebunden, 608 Seiten"

Literatur Beitrag vom 31.12.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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