Requiem für einen Nagel von Olga Lossky - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD Happy End
Aviva-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 22.05.2006

Requiem für einen Nagel von Olga Lossky
Sabine Grunwald

Ein unscheinbarer Nagel ist der Auslöser für eine Reise in die Vergangenheit. Der kleine Fedka wächst wohlbehütet in einem kleinen russischen Dorf auf und erlebt erste Liebesgefühle



Die Geschichte spielt in Russland, noch in der stalinistischen Zeit, in einer Kommunalwohnung. Hier fristet der alte Fjodor Vasilievici seine armselige Existenz. Er bewohnt ein schäbiges Zimmer und teilt sich Küche und Bad mit etlichen Mietparteien, wobei es wegen der drangvollen Enge immer wieder zu unangenehmen Streitigkeiten kommt.

"Beim Schuheausziehen ists passiert. Ich wollte mir die Pantoffeln anziehen, weil ich vom Rumsitzen steife Beine hatte, und was seh` ich mitten in der Ledersohle von meinem Schuh: einen Nagel…Mit dem Stock in der einen und dem durchlöcherten Schuh in der anderen Hand bin ich raus in den Flur. "Ein Nagel!" habe ich gebrüllt. "Ein Nagel!".

Der Nagel ist der Auslöser für eine Reise in die Vergangenheit. Das Bild, das daran aufgehängt wird, ist ein vergessenes Gemälde seines Vaters.

"Kolja ist ein Trottel. Mit seinen dreizehn Jahren, nicht größer als ein Kind, bringen ihn die Frauen schon zum Geifern. Ich habe nie so gegeifert, soweit ich mich erinnere. Im Gegenteil, ich hatte schon immer große Gefühle, eine ehrenhafte Gesinnung und ein nobles Herz. Besonders wenn sich Dascha, die Köchin, auf die Zehenspitzen stellt, um einen Stapel Laken aus dem Schrank zu ziehen."

Zwischen Fjodor und Fedka springt die Handlung munter hin und her. Mal sind wir in der muffigen Gemeinschaftswohnung und lassen uns durch die Augen des skurrilen, senilen, manchmal auch bösartigen Alten den Alltag schildern, mal in dem idyllischen Dorf, wo Fedka vor Jahren in einem wohlbehüteten Haus aufwuchs.

AVIVA-Tipp: Die Charaktere im Buch sind gut gelungen und es wird viel (russische) Atmosphäre humorvoll vermittelt. Auch mit Kritik am herrschenden System wird nicht gespart.

Zur Autorin:
Olga Lossky,
geboren 1980 in Paris, lebt heute in Ladornac, Aquitanien. Die Französin stammt aus einer berühmten russischen EmigrantInnenfamilie. Sie ist die Großenkelin des berühmten Philosophen der Orthodoxie, Vladimir Lossky
Nach einem Studium der Literatur und der Theologie unterrichtete sie Orthodoxe Religion in Brüssel und widmet sich nun der Wissenschaft und dem Journalismus. Ihre eigenen Erfahrungen als Bewohnerin einer Moskauer Kommunalwohnung inspirierten sie zu ihrem ersten Roman.

Requiem für einen Nagel
Olga Lossky

Aus dem Französischen von Sabine Schwenk
Die französische Originalausgabe erschien 2004 bei Gallimard unter dem Titel:
Requiem pour un clou
Piper Verlag, erschienen Februar 2006
Gebunden, 182 Seiten
ISBN 3-492-047432
EAN: 9783492047432
16,90 Euro90008115&artiId=5187181


Literatur Beitrag vom 22.05.2006 Sabine Grunwald 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken