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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.07.2006

Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens
Agnes Winklarz

Egal ob Weltwirtschaftsbericht, Petting-Partner, Bundesgartenschau oder George W. Bush - es gibt kein Thema, zu dem sich Sarah Kuttner in ihrer Kolumnensammlung nicht äußert.



Für unkonventionelles Fernsehen ist Sarah Kuttner bereits bekannt: vor laufender Kamera zertritt sie Käfer, versteigert ihre Fingernägel bei E-Bay oder legt sich komplett bekleidet in eine Badewanne. Dass sie mit ihrer Late-Night-Show "Kuttner", die zwei mal wöchentlich auf dem Musiksender MTV ausgestrahlt wird, die Massen polarisiert, ist daher selbstverständlich.

Die einen empfinden ihr "Frechsein um des Frechseins" Willen (FAZ) und den kalkulierten Tabubruch des Formats als anstrengend, die anderen sehen in Sarah Kuttner die potentielle Nachfolgerin von Sabine Christiansen oder Harald Schmidt. Mit ein wenig Feinschliff wäre sie sicher auch beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu brillieren fähig.

Kuttners starkes Mitteilungsbedürfnis ist jedoch nicht nur den ProgrammdirektorInnen von MTV aufgefallen, auch die Süddeutsche Zeitung ist auf die 26 jährige aufmerksam geworden und bat sie, in ihrer Zeitung auf die Fragen der jüngeren LeserInnenschaft zu antworten. Ihre gesammelten Werke, einschließlich der Kolumnen, die sie für den "Musikexpress" schrieb, sind nun in einem Buch vereint.

"Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens," so der ungewöhnliche Titel des Buches, der jedoch nicht von Ungefähr stammt, wie die Moderatorin im Interview mit der teleschau berichtete: "Das fand ich als Titel für das Buch ganz passend, denn ich habe von vielen Dingen, um die es darin geht, keine Ahnung."

Dass die Berlinerin in ihren Kolumnen nicht immer mit Fachwissen glänzt, ist nicht zu übersehen. So erfahren wir, dass Ostern und Döner zusammen gehören, ähnlich wie Bundeswehr und Folter, dass es genug Zombies im Kino gibt und Mathias Platzeck sich nur nicht rasiert, "weil er sein Gesicht im unrasierten Zustand als zu langweilig empfindet."

Offensichtlich zielt die Jung-Autorin in erster Linie darauf ab die LeserInnenschaft mit subjektiven Spontanäußerungen zu unterhalten: "Ich bin mir sicher, dass es in Berlin zahlreiche Event-Döner-Läden gibt, in denen man auch Döner-Teppiche oder Dörner-Panoramatapeten kaufen kann. (...) Bei mir um die Ecke gibt es zum Beispiel die "Döneria" (die haben wahrscheinlich auch besagte Teppiche oder eierförmige Osterdöner)."

Der Eindruck, dass die Inhalte ihrer Kolumnen willkürlich und lapidar niedergeschrieben worden sind, tut sich auch bei Kuttners Theorien zum "Pop-Beauftragten" auf:
"Wer wird im neuen Regierungskabinett eigentlich jetzt Pop-Beauftragter, nachdem der hippe Indiecore-Kanzler Schröder, ja dem Auskennertypen und Extrem-Clubber Kurt Beck diesen Quatschposten zugeschoben hatte."

Lediglich ihr Zynismus und Sarkasmus ist es, welcher der Leserin gelegentlich ein Lächeln über das Gesicht huschen lässt: "Ich finde Komödien schwierig, weil ich mir blöd vorkomme, wenn ich ohne eine Miene zu verziehen im Kino sitze, während sich um mich herum Menschen vor lauter Lachen in ihrem eigenen Urin wälzen."

AVIVA-Tipp: Ob es der Leserin genauso ergeht wie Frau Kuttner beim Schauen einer Komödie, hängt sicherlich von der eigenen Definition guten Humors ab, treue Fans werden sich jedoch mit Sicherheit an Sarah Kuttners Kolumnensammlung erfreuen können.

Die Autorin: Sarah Kuttner wurde am 29.Januar.1979 in Berlin geboren. Im November 2001 wurde sie in einem bundesweiten Casting des Musiksenders VIVA als Moderatorin ausgewählt. Seit 2004 moderiert sie ihre eigene Sendung, die im Herbst 2006 jedoch aufgrund zu hoher Produktionskosten und zu niedriger Einschaltquoten eingestellt wird.



Sarah Kuttner
Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens

Fischer Taschenbuch Verlag, erschienen April 2006
ISBN: 3596171083
EAN: 9783596171088
Zahlreiche s / w. Abbildungen, Fotos.
Kartoniert - 186 Seiten
8,95 Euro90008115&artiId=5165410"

Literatur Beitrag vom 20.07.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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