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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.03.2006

Carole Cadwalladr - Wie man die Liebe erklärt
Tatjana Zilg

Middleton, eine Kleinstadt im England der 70er. Eine Familie zwischen Chaos und Anpassung, die Eltern innerlich entfremdet. Die kleine Rebecca begegnet ihrem Schicksal mit viel Humor und Ironie



Die Gene oder das soziale Umfeld - was beeinflusst die Bestimmung des Menschen mehr? Und kann der Einzelne dem Familieschicksal entfliehen? Oder sind Fernseh-Soaps die unterschätzten Faktoren an der gesellschaftlichen Veränderung?
Die englische Roman-Debütantin Carole Cadwalladr hat ihre Heldin Rebecca Monroe auf einen sehr vorbelasteten Lebensweg geschickt: Eine Heirat unter nahen Verwandten lässt ihren Familienstammbaum zum Ausnahmefall werden.

Unglücklicherweise stolpert Rebecca als Erwachsene in die Ehe mit dem Genforscher Alistair. Was scheinbar als Liebesheirat begann, entpuppt sich als Suche des Naturwissenschaftlers nach dem perfekten Forschungsobjekt. Er schickt seine Frau zu einer Versuchsreihe, mit der er angeblich nicht direkt etwas zu tun hat. Anfangs geht sie artig zu den Tests, da Alistair die für einen Bio-Spezialisten seltene Gabe hat, Laien mit seinem Enthusiasmus für die Genforschung anzustecken und alle Skepsis charmant zur Seite zu schieben. Sogar für Talk Shows wird er zu diesem Zweck regelmäßig eingeladen.

In Rebecca wächst der Verdacht, dass die Studie mit ihrer Familiengeschichte zusammenhängt. Sie erinnert sich an ihre Kindheit in Middleton. Doreen Monroe, ihre Mutter, versuchte stets nach außen den Schein einer perfekten Familie aufrechtzuerhalten, war aber eigentlich sehr unzufrieden in ihrer Mittelstands-Existenz als Hausfrau mit drei Kindern. Immer wieder bricht die Verbitterung aus ihr heraus. Mit viel Einsatz britisch-schwarzen Humors lässt die Autorin Szenarien entstehen, die in satirischer Übertreibung die kleinkarierten Werte der bürgerlichen Welt der 70er Jahre dekonstruieren. Als der große Tag der Hochzeit zwischen der zwanzigjährigen Lady Diana und dem viel älteren Prinz Charles ansteht, eskalieren die Dinge im Hause der Monroes völlig. Die Mutter wollte eine perfekte Party zu diesem Anlass geben und scheitert an den schwelenden Familien-Konflikten, die einmal mehr durch Aufrechterhaltung des moralischen Status Quo tief vergraben werden sollten. Eine naive Nachfrage der kleinen Rebecca zur Herkunft ihrer älteren Schwester bringt alles völlig aus dem Gleichgewicht. Die Mutter bricht in sich zusammen. Angeblich leidet sie schon länger an Depressionen, was Alistair später dazu bewegen wird, die Frage der Prädisposition physischer Krankheiten durch Gene mit Hilfe der Untersuchung der Familiengeschichte seiner Frau aufklären zu wollen.
Rebecca dagegen ist mittlerweile Kulturwissenschaftlerin und schreibt in ihrer Doktorarbeit über die Auswirkungen der Populärkultur der Sechziger Jahre auf die soziologischen Veränderungen im nachfolgenden Jahrzehnt.
Anstatt beide Sichtweisen gelten zu lassen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie sich die verschiedenen Forschungsansätze ergänzen könnten, wertet Alistair die wissenschaftliche Arbeit seiner Frau ständig ab und nimmt sie nicht ernst. Rebecca beginnt sich zu wehren und sich von den ungünstigen Konstellationen, die ihr in die Wiege gelegt wurden, zu lösen.

AVIVA-Tipp: Sehr amüsant verpackte Familiengeschichte über drei Generationen. - Drei Frauen im Zwiespalt mit ihren Erinnerungen an die große Liebe und dem, was daraus geworden ist. Kurzweilig geschrieben und mit vielen originellen Einfällen wie aus einer Black Comedy entsprungen.

Zur Autorin:
Carole Cadwalladr
wuchs in der Nähe von Cardiff, Wales, auf und lebt heute in London. Sie arbeitet als Journalistin. "Wie man die Liebe erklärt" ist ihr erster Roman.


Carole Cadwalladr
Wie man die Liebe erklärt

Originaltitel: The Family Tree.
`Manhattan`.
Übersetzt von Regina Rawlinson.
Goldmann Verlag, erschienen Februar 2006
Gebunden, 507 Seiten
ISBN: 3442546141. EAN: 9783442546145
19,95 Euro90008115&artiId=5206783"


Literatur Beitrag vom 20.03.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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